Unterbilk hat Geschichte(n).

Geschichten aus unserem Viertel. Auf der Lorettostraße (am Viertelladen)hängt gerade ein Aushang – es werden Geschichten aus dem Viertel gesucht. Nicht die glatten, sondern die echten.

Mir fallen da zum Beispiel solche ein: Wie war das eigentlich, als hier noch die Straßenbahn auf der Lorettostraße fuhr? Als der Plus auf der Lo im Sommer regelmäßig kapitulierte, weil die Kühlschränke streikten? Als das Friedensplätzchen einfach… nicht da war?
Oder noch weiter zurück: Als Unterbilk nicht „angesagt“, sondern einfach nah am Hafen war. Und mit Hafen meine ich nicht den Medienhafen mit Architekturpreisen, sondern den mit Lärm, Staub und diesem ganz eigenen Geruch. Eine Zeit, in der hier niemand freiwillig hinzog – und „Gentrifizierung“ eher nach Seminarraum klang als nach Realität vor der Haustür. Die vielen Hausprojekte, WGs, Kinderläden, Kollektive die es im Viertel gab.

30, 40, 50 Jahre – eigentlich nicht lange her. Und doch eine ganz andere Stadt. Genau solche Geschichten sucht ein Projekt der HSD. Wer Lust hat, Unterbilk nicht nur zu erleben, sondern festzuhalten: info@viertelladen.de

Vielleicht ist jetzt genau der Moment, diese kleinen Erinnerungen zu retten, bevor sie einfach verschwinden.

(Fair)Teilen statt wegwerfen

Das Fairteilerfahrrad Friedchen Fielfrass auf dem Friedensplätzchen zeigt seit Jahren, wie einfach gelebte Nachhaltigkeit sein kann: ein offener Ort, mitten im Viertel, der aus Überfluss etwas Sinnvolles macht. Seit 2019 steht das Fair-Teiler-Fahrrad auf dem Friedensplätzchen – und es ist mehr als nur ein Lastenrad. Es ist ein sichtbares Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für eine Stadt, in der Teilen ganz praktisch funktioniert.

Ein Fair-Teiler ist ein Ort, an dem alle Menschen Lebensmittel kostenlos bringen und mitnehmen dürfen – hier findest du alle Fairteiler in Düsseldorf. Foodsaver:innen bringen gerettete Lebensmittel dorthin, aber auch alle anderen können gut erhaltene Lebensmittel abgeben, die sie selbst nicht verbrauchen. Herausnehmen darf jede und jeder – ohne Voraussetzungen, ohne Hürde, ohne Anmeldung. Genau darin liegt die Stärke dieser Idee: niedrigschwellig, solidarisch und alltagstauglich.

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Vorfreude. Neuer Spielplatz am Kirchplatz :-)

Am Kirchplatz entsteht gerade ein neuer Spielplatz, direkt hinter der Kirche an der Kirchfeldstraße. Für viele Kinder im Viertel ist die Vorfreude schon jetzt groß, denn die neue Fläche verspricht genau das, was es in der Stadt so dringend braucht: Platz zum Spielen, Bewegen, Treffen und einfach Kind sein. „Das wird großartig“ sagen die kleinen Beobachterinnen und Beobachter mit denen ich unterwegs bin.

Geplant sind mehrere Spielgeräte, Sitzgelegenheiten und auch eine Fläche zum Boule-Spielen. Damit wird der Bereich nicht nur für Kinder attraktiv, sondern auch für Eltern, Großeltern und alle, die sich gern im Quartier aufhalten. Der Kirchplatz gewinnt damit einen weiteren Baustein als lebendiger Ort im Viertel, an dem sich verschiedene Generationen begegnen können.

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Erinnerung an die Bücherverbrennung in Düsseldorf

„Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man bald auch Menschen.“ – Heinrich Heines warnende Worte sind heute aktueller denn je.

Gerade hier, in unserer Stadt, ist dieses Kapitel der Geschichte besonders nah: Am 11. April 1933, vor dem damaligen Planetarium – der heutigen Tonhalle – brannten in Düsseldorf die Werke zahlreicher Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Organisiert wurde die Aktion nicht etwa von der Universität, sondern von der Hitlerjugend, angekündigt als „Kundgebung der Düsseldorfer Jugend“.
Unter dem Motto „wider den undeutschen Geist“ wurden die Bücher von Heinrich Heine, Erich Maria Remarque, Lion Feuchtwanger, Erich Kästner, Anna Seghers, Else Lasker-Schüler, Karl Marx, Sigmund Freud und vielen anderen in die Flammen geworfen. Die bekannteste dieser Aktionen fand wenige Wochen später – am 10. Mai 1933 – auf dem Berliner Opernplatz, dem heutigen August-Bebel-Platz, statt.

Am 11. April 2026 um 11 Uhr laden die Omas gegen Rechts Düsseldorf zur öffentlichen Lesung auf dem Schadowplatz ein – mit Texten jener Autorinnen und Autoren, deren Stimmen damals ausgelöscht werden sollten.

Jazz City Bilk. Bilk wird wieder zur Klangmeile

Jazz City Bilk ist längst mehr als ein Ersatz für die Jazz Rally: Das Festival hat sich in Bilk als eigenständiges, urbanes Kulturereignis etabliert und verbindet es Konzerte, Tanz und Kunst zu einem vielschichtigen Stadtteil-Festival.

Aus dem Wunsch heraus, die Jazzkultur in Düsseldorf lebendig zu halten und den Stadtteil Bilk als kulturelles Zentrum sichtbar zu machen ist dies Festival entstanden. Bilk wird über mehrere Tage hinweg zur offenen Musiklandschaft mit Spielorten wie Jazz-Schmiede, Bürgerhaus Bilk, Salzmannbau, Metropol Kino, Café Modigliani, Aachener Platz, Bilker Bunker und weiteren Orten. Genau dieser Mix aus etablierten Kulturorten, Nachbarschafts-Locations und Open-Air-Flächen macht den besonderen Reiz des Festivals aus.

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Wir wollen, dass ihr prüft – jetzt.

Am Samstag, 11.04.2026, um 14 Uhr ruft die Initiative PRÜF erneut auf die Wiese vor dem Landtag in Düsseldorf. Wer ein Zeichen für Demokratie setzen will, ist hier genau richtig: Kommt vorbei, bringt Freundinnen, Freunde und Kolleg:innen mit und zeigt gemeinsam Haltung.


PRÜF steht für „Prüfung rettet übrigens Freiheit!“. Die Forderung ist klar und dringend: Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Es geht um den Schutz unserer Demokratie, um klare Grenzen gegenüber Extremismus und darum, dass politisches Wegsehen keine Option bleibt.

Die Bewegung wächst sichtbar. Bereits 70.200+ Menschen haben an PRÜF-Demos teilgenommen, 94.125 Unterschriften wurden für die Petition gesammelt, und seit fünf Monaten gehen Menschen bei insgesamt 19 PRÜF-Demos auf die Straße. Das zeigt: Der Wunsch nach einer konsequenten Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus ist längst da.


Auch politisch gibt es einen klaren Hebel: Der Bundesrat kann die Prüfung ohne den Bundestag beantragen. Für eine Mehrheit reichen 35 von 69 Stimmen — es fehlen also nur noch 21 Stimmen. Jetzt ist der Moment, den Druck weiter zu erhöhen.
Also: Hin gehen, laut sein, sichtbar werden. Die Demo vor dem Landtag in NRW ist eine Gelegenheit, Demokratie nicht nur zu fordern, sondern sie auch gemeinsam zu verteidigen. Wir sehen uns auf der Straße 🙂

Gieß den Kiez. Ideen für eine lebenswerte Stadt.

Ein Hochsommer in der Stadt fühlt sich seit eininge Jahren an wie ein Backofen mit Kopfsteinpflaster. Die Luft steht, die Bäume hängen schlaff, und von unten glüht der Asphalt. Während wir über globale Klimaziele diskutieren, verdursten vor unserer Haustür die stillsten Verbündeten, die wir haben: unsere Stadtbäume.
Wer einmal bewusst darauf geachtet hat, wie eine junge Platane im Juli die Blätter aufrollt, versteht sofort, warum „Gießen“ mehr ist als Hobby für Gartenschalenromantiker – es ist Stadtpflege, Nachbarschaftsarbeit, Zukunftsschutz. Denn ohne regelmäßiges Wasser verlieren die Wurzeln Halt, die Krone stirbt zurück, und am Ende steht die Stadt ohne Schattenspender da.

Berlin hat es vorgemacht. Das Projekt Gieß den Kiez vom citylab-berlin.org/giess-den-kiez verbindet eine digitale Karte mit echter Nachbarschaftsenergie: Bürgerinnen und Bürger sehen, welche Bäume Durst haben, übernehmen Patenschaften und halten die Stadt lebendig – Eimer für Eimer. Kanne für Kanne. Dazu wurden auch fast 2000 öffentliche Pumpen und Brunnen kartiert…

Düsseldorf könnte das übernehmen, ganz bodenständig und praktisch. Mit Schwengelbrunnen, die Grundwasser statt Trinkwasser spenden, wäre das Gießen plötzlich einfach: kurze Wege, kein Transport, und vor allem kein schlechtes Gewissen. Es wäre eine Ergänzung für die Orte der Gießkannenheldinnen an denen es keine IBC Container geben kann, die Regenwasser auffangen können.

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