PRÜF: Prüfung Rettet Übrigens Freiheit.

In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass autoritäres Denken und rechtsextreme Rhetorik längst wieder mitten in der Gesellschaft angekommen sind. Was früher am Rand stand, wird heute beklatscht, geteilt und gewählt.

Der Kabarettist und ehemalige Europaabgeordnete Nico Semsrott, der von Juli 2019 bis Juli 2024 im Europäischen Parlament saß, ruft jetzt dazu auf, die Petition „Prüft ein AfD-Verbot“ zu unterstützen. Sein Argument ist einfach: Wenn es ernsthafte Anzeichen gibt, dass eine Partei gegen die Grundwerte unserer Demokratie arbeitet, dann muss das Bundesverfassungsgericht prüfen, ob diese Partei mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar ist. Nicht der Bundestag, nicht die öffentliche Meinung, sondern das Gericht – das ist im Grundgesetz so vorgesehen.

Dass es solche Anzeichen gibt, lässt sich kaum leugnen. Der Verfassungsschutz stuft Teile der AfD als gesichert rechtsextrem ein. Journalist*innen, Faktenchecker und unabhängige Organisationen wie der Volksverpetzer haben unzählige Beispiele dokumentiert, in denen Funktionäre der Partei offen rassistische, demokratiefeindliche oder geschichtsrevisionistische Positionen vertreten. Und das Deutsche Institut für Menschenrechte kommt in einem Rechtsgutachten zu dem Schluss, dass die AfD die Kriterien für ein Parteiverbot erfüllt.

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#130 ohrwurm

Deine Rente ist nicht sicher,
dir fällt ja nichts in Schoß
mein reißt sich jahrelang den Arsch auf
und dann ist man arbeitslos

Das liegt vor allem an den Fremden
in diesem deutschen Land
Doch deine Werte sind das Fremde
hast Du echt noch nicht erkannt …

(…) Nein auf dieser Party
mag dich keiner,
halt die Fresse, du Vollidiot
Du projizierst nur deine Ängste
damit machst du’s die zu einfach
Ich will nicht mehr diskutieren

Mein Ohrwurm der Woche: „Gegenparty“ von den Killerpilzen – stabil bleiben in diesen Zeiten. Manchmal braucht man einfach einen Song, der dich daran erinnert, dass du nicht allein bist mit dem ganzen Chaos da draußen. „Gegenparty“ von den Killerpilzen ist genau so ein Lied.

Mehr Frauenhausplätze in Düsseldorf – jetzt!

Es ist kaum zu glauben, aber wahr: In einer Stadt wie Düsseldorf gibt es aktuell nur neunzehn Plätze für Frauen in Not. Neunzehn – für mehr als sechshunderttausend Einwohnerinnen und Einwohner. Und das, obwohl häusliche Gewalt seit Jahren zunimmt. Seit der Corona-Pandemie sind die Zahlen weiter gestiegen, um rund vierzehn Prozent in den letzten fünf Jahren. Drei Viertel der Betroffenen sind Frauen. Im Jahr 2022 mussten in Düsseldorf 344 Frauen abgewiesen werden, obwohl sie dringend einen Platz gebraucht hätten. Jede einzelne von ihnen war potenziell bedroht – von Gewalt, Misshandlung oder sogar einem Femizid.

Frauenhäuser sind keine gewöhnlichen sozialen Einrichtungen, sie sind Schutzräume. Orte, an denen Frauen – und oft auch ihre Kinder – ankommen können, wenn sie fliehen müssen: vor Gewalt, vor Kontrolle, vor Angst. Sie bieten Unterkunft, Anonymität, Beratung, rechtliche und psychologische Begleitung und helfen beim Neuanfang, bei Wohnungssuche, Kita-Platz oder Ausbildung. Laut Bundeskriminalamt erleben in Deutschland jedes Jahr rund 143 000 Frauen häusliche Gewalt, die Dunkelziffer liegt weit höher. Empfohlen wird ein Frauenhausplatz pro zehntausend Einwohner*innen; für Düsseldorf wären das rund sechzig Plätze. Tatsächlich gibt es nicht einmal ein Drittel davon.

Düsseldorf ist eine reiche Stadt, doch dieser Wohlstand kommt bei denjenigen, die ihn am dringendsten brauchen, nicht an. Es fehlt nicht am Geld, sondern am politischen Willen. Der Frauenverband Courage e. V. Düsseldorf fordert deshalb entschlossenes Handeln: mehr Schutz für von Gewalt betroffene Frauen, die Schaffung von mindestens zwanzig neuen Frauenhausplätzen pro Jahr, finanziert durch Stadt und Land, konsequentes Vorgehen gegen Täter – etwa durch elektronische Fußfesseln für Stalker und gewalttätige Männer, wie es in Spanien längst üblich ist – sowie besondere Schutzräume für Migrantinnen, Asylbewerberinnen und wohnungslose Frauen.

Unterstützt die Petition des Frauenverbands Courage e. V. Düsseldorf unter
openpetition.de/petition/online/mehr-frauenhausplaetze-in-duesseldorf-jetzt

r[h]eingin – Ein Schluck Düsseldorf

Manchmal entstehen die besten Ideen dort, wo man sie am wenigsten plant – auf den Stufen vor dem Schlossturm, mit Blick auf den Rhein und einem Glas in der Hand. So begann – laut der webseite – die Geschichte von r[h]eingin, einem Gin, der nicht einfach nur schmeckt, sondern Düsseldorf im Herzen trägt.

Also, das perfekte Geschenk im Kollegenkreis. Edel, lokal, handnummeriert – und mit jedem Schluck ein Stück Düsseldorf. Für die r[h]eingin Düsseldorf Edition hat Jacques Tilly der Stadt ein Denkmal in Glasform gebaut 😉

Also: Flasche auf, Füße Richtung Rhein, und anstoßen auf die Stadt, die uns alle verbindet.

Yomaro muss gehen – Der Abschied von der Lorettostraße

Es ist eine Nachricht, die sitzt: Yomaro schließt seinen Laden an der Lorettostraße. Nach über einem Jahrzehnt, nach 14 Sommern und unzähligen Frozen Yoghurts endet hier eine kleine Ära. Der Grund: Der Vermieter hat den Mietvertrag nicht verlängert. Offiziell heißt es, Beschwerden aus der Nachbarschaft hätten eine Rolle gespielt.

Und da bleibt die Frage: Sorry, aber wer auf die Lorettostraße zieht, bucht doch ein Gesamtpaket. Urbanes Leben, volle Straßen, Eisdiele vor der Tür, Gespräche bis spät in den Abend – das ist kein Störfaktor, sondern genau der Grund, warum man in so ein Viertel zieht. Wer absolute Ruhe sucht, sollte im Dorf bleiben oder in die Vororte ziehen und am Wochenende vorbeischauen. Aber mitten in der Stadt das Leben beschneiden zu wollen – das zerstört den Charme, den alle so schätzen.

Yomaro war mehr als nur Frozen Yogurt. Der Laden war ein fester Treffpunkt, ein Stück Nachbarschaft, ein Sommergefühl, das zu Unterbilk gehörte wie das Gedränge vor der Bäckerei oder die Fahrräder vor den Cafés. 2012 begann hier ihre Reise – genau hier, auf der Lorettostraße, öffnete der allererste Store. Dass nun gerade dieser Ursprungsort verschwinden muss, macht den Abschied doppelt bitter.

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Vergiss Meyn nicht – Film, Erinnerung. Hambi lebt.

Am Anfang ist da nur Stille. Die Kamera fängt den Blick vom Waldboden ein, schwenkt langsam über die hohen Baumkronen, die in den blauen Septemberhimmel ragen. Ein friedliches Bild. Doch die Ruhe trügt. Stimmen, Schreie, Weinen – Geräusche drängen sich ins Bild, bis ein Polizist nach der Linse greift. Es sind die letzten Bilder der 360°-Helmkamera von Steffen Meyn – und die ersten, die der Film „Vergiss Meyn nicht“ zeigt.

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BULLE – Brotliebe auf der Lorettostraße

Bulle Brot jetzt auch in Unterbilk: Seit kurzem gibt es die beliebten Sauerteigbrote der Bulle Bäckerei bei Greentrees auf der Lorettostraße 54. Unter der Woche mit den Klassikern, am Wochenende zusätzlich mit Brötchen und süßen Backwaren.

Manchmal braucht es nur einen Tipp aus der Nachbarschaft, um etwas Neues zu entdecken. Eine Nachbarin hat mich neulich darauf aufmerksam gemacht: Das Brot von der BULLE Bäckerei gibt es jetzt auch bei Greentrees auf der Lorettostraße.

Wer sich noch an den kleinen Pop-up-Store im Winter bei Yomaro in Unterbilk erinnert, weiß, wie schnell die Brote und Zimtschnecken dort vergriffen waren. Nun ist BULLE im Greentrees Lorettostraße 54 angekommen – Di–Fr mit den beliebtesten Brotsorten und am Wochenende sogar mit Brötchen und süßen Backwaren.

Einziger Mini-Haken: keine Brotschneidemaschine vor Ort. Vielleicht eine Idee für die Zukunft – nicht jede*r ist ein Profi am Brotmesser, und gerade die kräftigen Krusten von BULLE haben es in sich.

Die BULLE Bäckerei kennt man in Düsseldorf längst: Flingern, Mitte, Staufenplatz – überall stehen Menschen für die Brote, Croissants oder das neue siasonale Paprika-Peperoni-Brot an. Warum? Darum: BIO ohne Kompromisse, lange Teigführung, eigene Sauerteigkulturen – das ist das BULLE-Versprechen. Oder wie sie selbst sagen: Kein Bullshit, Punkt.

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Mal wieder viel Regen in kurzer Zeit.

Vom leichtem Nieselregen bis zum ausgewachsenen Starkregenereignis – war alles dabei. Im Durchschnitt landen im September in Düsseldorf etwa 53 mm Niederschlag – gemessen über lange Jahre hinweg – Nimmt man das Klimamittel des DWD für Deutschland – laut Statistiken etwa 63 mm.

Die Wetterstation Düsseldorf meldete für den 08.09.2025: 25,9 mm Niederschlag – ziemlich ordentlich für einen Tag… Ein einziger Tag hat damit fast die Hälfte der üblichen Monatsmenge gebracht. Starkregenereignisse bedeuten für Städte vor allem eines: Überforderung der Infrastruktur. überlastete Kanäle, überflutete Straßen, vollgelaufene Keller. Besonders kritisch wird es, weil Städte stark versiegelt sind: Asphalt, Beton und Pflaster lassen kein Wasser versickern, alles läuft sofort oberirdisch ab.

Genau hier setzt die Idee der Schwammstadt an. Anstatt Regenwasser so schnell wie möglich „wegzuleiten“, wird die Stadt so gestaltet, dass sie es aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben kann – wie ein Schwamm.

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