Stadtverwaldung. Tiny Forests gegen die Erwärmung unserer Städte.

Düsseldorf sieht sich ja gerne als „kleines Paris“ am Rhein – Mode, Flaniermeilen, Gastro, ein bisschen Savoir-vivre. Wenn wir diesen Vergleich ernst nehmen, könnten wir beim Thema Stadtgrün und Klimaanpassung ziemlich viel von Paris abschauen.

Ein „forêts urbaines“ oder urbaner „Tiny Forest“ ist ein sehr dichter Mini‑Wald, meist so groß wie ein Tennisplatz, der mit vielen heimischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt wird. Grundlage ist die Miyawaki‑Methode: Statt Einzelbäumen setzt man 3–5 Jungpflanzen pro Quadratmeter, in mehreren Schichten (Bodendecker, Sträucher, Bäume) und mit möglichst vielen regionalen Arten. Durch diese Dichte entsteht in wenigen Jahren ein kleines, stabiles Waldökosystem mit viel Schatten, besserem Mikroklima und hoher Artenvielfalt.

Paris hat vor wenigen Jahren angefangen, innerstädtische Flächen in sogenannte „forêts urbaines“ umzuwandeln – also Mini‑Wälder, die nach ähnlichen Prinzipien wie Tiny Forests funktionieren. Ziel ist, Hitzeinseln zu reduzieren, CO₂ zu binden und die Stadt für Hitzewellen robuster zu machen. Wo vorher Rasen und Zierbeete viel Pflege brauchten, wachsen jetzt robuste, standortgerechte Bäume und Sträucher dichter zusammen und entwickeln mehr Schatten und Kühlung.

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Früher Frühling, tiefe Wunden.

Frühling im Hambacher Wald. Der Spaziergang am 8. März war gut besucht, viele wollten sehen, wie es dem Wald nach diesem Winter geht. Auf den ersten Blick wirkt vieles hoffnungsvoll: Aber die Vegetation ist in diesem Jahr rund vier Wochen weiter als normalerweise, frisches Grün drängt aus dem Boden, an vielen Stellen blüht es, in Pfützen und Tümpeln liegt bereits Krötenlaich. Gleichzeitig zeigt der Wald an einigen Stellen schon jetzt seine Trockenheit, der Boden ist rissig, das Unterholz lichter – die Wunden der letzten Jahre sind deutlich sichtbar.

Die Route des Waldspaziergangs führte vom Wanderparkplatz über die Trasse der alten Autobahn bis hin zur BUND Wiese, dem Sperrgrundstück am Rand des Tagebaus. Es ist ein Weg voller Brüche: Man läuft über ehemalige Infrastruktur, die für den Tagebau verschwinden musste, vorbei an frühlingshaftem Grün, hinein in eine Kulisse, in der Braunkohlebagger, Förderbänder und Absperrungen die Zukunft der Landschaft markieren.

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Der Mythos vom sauberen Rhein – und die bittere Realität

Der Rhein gilt als Lebensader Europas: Trinkwasserquelle für Millionen, Heimat für Fische und Wasservögel, Symbol für Natur und Heimat. Doch während wir uns an seinen Ufern erholen, wird er zur Müllkippe für die Industrie – still, unsichtbar und oft ungestraft. Neue Recherchen von CORRECTIV zeigen: Der Fluss ist voller unbekannter, teils gefährlicher Chemikalien, die von Fabriken eingeleitet werden. Und niemand weiß genau, was sie anrichten.

Die Industrie nutzt den Rhein als billige Entsorgungsstraße. Fabriken leiten Abwässer ein, ohne die genauen Inhalte offenzulegen. Selbst wenn Behörden auffällige Stoffe entdecken, bleibt deren Herkunft oft unklar. Ein Beispiel: Im März 2023 schlugen Messstationen in Nordrhein-Westfalen Alarm – eine unbekannte Substanz war im Wasser. Wer sie eingeleitet hatte? Unbekannt. Wie gefährlich sie ist? Unbekannt.

Doch das ist kein Einzelfall. Zwischen 2020 und 2025 registrierten Behörden 65 Mal auffällige Stoffe im Rhein. Nur 44 davon konnten identifiziert werden. Der Rest? Ein Rätsel. Einleiten zuerst, Verantwortung später – das Prinzip der Konzerne.

Die Petition „Wasser für alle statt Profite für Wenige“ fordert, dass Konzerne endlich ihre Verantwortung übernehmen. Klare Regeln und mehr Transparenz: Der Rhein ist kein Abfluss für die Industrie. Unterschreib sie, teil sie, mach Druck!

#Lesepause „Die Stadt besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben“

Hab am Wochenende einen Artikel in der taz gelesen, der hängen geblieben ist. Es geht um Kopenhagen, um Tourismus – und um eine Idee, die erstaunlich schlicht und gleichzeitig ziemlich clever ist. Laut dem Global Destination Sustainability Index (GDSI) 2024 gehört Kopenhagen zu den drei nachhaltigsten Touristenzielen der Welt und belegt dort Platz 3, direkt hinter nachhaltigen Vorreitern wie Helsinki und Göteborg (kann ich noch mal sehen wo wir in dieser Liste sehen… ach nee besser nicht). Kopenhagen hat lange Fahrradhighways, „Wolkenbruchviertel“, in denen bei Starkregen das Wasser versickert, und seit 2024 mit CopenPay ein Belohnungssystem für Reisende, das genau jene nachhaltigen Verhaltensweisen honoriert, die die Stadt selbst schon länger lebt. Der Gedanke dahinter: Reisen soll nicht nur weniger Schaden anrichten, sondern im besten Fall sogar etwas zurückgeben. Wer sich nachhaltig verhält, wird belohnt. Wer mit dem Rad unterwegs ist, Müll sammelt, lokale Projekte unterstützt oder bewusst Ressourcen schont, bekommt Anerkennung – ganz konkret. Grob nach dem Grundsatz von Robert Baden-Powell „Wir wollen die Welt ein wenig besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben.“

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Futter für Insekten. Auf den Dreh kommt es an.

Manchmal stolpert man über gute Ideen, ohne danach gesucht zu haben. In Liedberg gibt es einen gelben Kaugummi-Automaten der statt Kaugummi oder Plastiknippes einem Blütenvielfalt anbietet. Ein Bienenfutterautomat.
Die Idee ist so einfach wie gut: Für ein paar Cent zieht man eine Kapsel, sät später die enthaltenen Samen oder Krokusknollen aus – und plötzlich passiert etwas. Auf Balkonen, in Baumscheiben, im Vorgarten usw 😉 Mit jedem Kauf fließt zudem ein kleiner Beitrag in die Nachhaltigkeitsbildung des gemeinnützigen Bienenretter-Projekts. Lernen, säen, wachsen lassen.

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Düsseldorf entdeckt das Tegelwippen

Du hast noch alte Pflastersteine im Hof liegen? Betonwüste im Vorgarten? Dann ist jetzt der Moment gekommen, um die Steine rauszuwuchten und den Spaten in die Hand zu nehmen – denn: Entsiegeln ist das neue Gärtnern!

Die Stadt Düsseldorf startet unter dem Motto „Grau raus, Grün rein“ eine großangelegte Kampagne, die nicht nur für Schatten und frische Luft sorgt, sondern auch dein Konto ein bisschen grüner macht: 25 Euro pro entsiegeltem Quadratmeter, ab 5 m² Fläche. Easy online beantragbar, fast so einfach wie Rasenmähen. Mehr Infos & Förderung: duesseldorf.de/entsiegelt

Ziel: versiegelte Flächen zurückbauen, damit das Stadtklima aufatmen kann. Denn mal ehrlich – was bringt ein gepflasterter Innenhof, wenn er sich im Sommer anfühlt wie eine Bratpfanne?

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Pause für den Rasenmäher.

Gras wachsen lassen – klingt simpel, ist aber ziemlich revolutionär. Denn was in Großbritannien als „No Mow May“ begann, hat längst das Potenzial, auch unsere Städte und Gärten zu verändern.

Stell dir vor: Kein Rasenmähen im Mai. Stattdessen summende Bienen, flatternde Schmetterlinge und das leise Knistern von Artenvielfalt unter jedem Grashalm.

Der „Mähfreie Mai“ ist kein Verzicht – er ist ein Gewinn. Für alle. (Artikel vom NABU).

In vielen Gärten – und noch öfter auf öffentlichen Flächen – dominiert der sogenannte Englische Rasen: kurz geschoren, akkurat, maximal 2–4 cm hoch, grün, glatt – aber: ökologisch wertlos.

Noch bevor Wildblumen überhaupt die Chance haben, ihre Blüten zu zeigen, wird ihnen regelmäßig der Kopf abgeschnitten. Die Folge: Kein Nektar, kein Pollen, kein Leben.

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Hola, Olla. Die clevere Bewässerungslösung für den Garten

Ollas sind unterirdische Bewässerungstöpfe aus Ton, die das Wasser langsam an den Boden abgeben – genau dann, wenn die Pflanzen es brauchen. Das spart Wasser und sorgt dafür, dass die Pflanzen konstant feucht bleiben. Und das Beste? Man kann sie ganz einfach selbst bauen!

Die Frage nach der Bewässerung während längerer Abwesenheit beschäftigt viele Gärtnerinnen und Gärtner. Wer sich nicht mit aufwendigen Tropfschläuchen, Druckmindern und Ventilen herumschlagen möchte, für den gibt es eine einfache und bewährte Alternative: Ollas. Diese unterirdischen Tonbehälter geben langsam Wasser an die Wurzeln der Pflanzen ab und sorgen so für eine gleichmäßige Versorgung – ganz ohne Strom oder komplizierte Technik.

Ollas kann man kaufen – oder ganz einfach selbst machen. Alles, was man braucht, sind zwei unglasierte Blumentöpfe, etwas farbloses Silikon, eine kleine Fliese und ein wenig Geduld. Der untere Topf wird mit der Fliese verschlossen, die beiden Töpfe mit Silikon aufeinandergeklebt und die Fugen sorgfältig abgedichtet. Nach ein paar Stunden Trockenzeit ist die Olla einsatzbereit.

Im Beet eingegraben und mit Wasser befüllt, sorgt sie mehrere Tage lang für eine konstante Wasserversorgung der Pflanzen. Besonders für Tomaten, Paprika oder Gurken ist das ideal. Zusätzlich hilft eine Mulchschicht dabei, die Feuchtigkeit noch länger im Boden zu halten.

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