
„Wolken über Lützerath“ von Lukas Reiter ist eine Chronik des Widerstands, der Hoffnung, der Wut und der kleinen, aber zähen Idee, dass ein Ort wie Lützerath nicht einfach ausradiert werden darf, nur weil Schaufelradbagger eine andere „Logik“ kennen. Regisseur Reiter lebte sechs Monate im besetzten Dorf, war Teil des Bündnisses aus Aktivistinnen, Bürgerinnen und dem letzten Bewohner Eckardt Heukamp – und schaut genauer hin, als die meisten Kameras es tun.
Der Tagebau Garzweiler II gehört dem Energiekonzern RWE, das Dorf liegt (bzw lag) auf der Kohle. Der Kohleausstieg ist zwar beschlossen, die Bagger müssten sich langsam zurückziehen – doch RWE wollte weiter. Seit 2006 laufen Umsiedlungen, seit 2020 Rodung und Abriss, und doch: Niemand in Lützerath ging freiwillig. Stattdessen zog ein breites Bündnis ein, organisierte, baute Baumhäuser, errichtete Barrikaden, schrieb Statements, organisierte Aktionen – und machte aus einem kleinen Weiler ein Symbol der Klimadebatte. Lukas Reiter zeigt all das nicht nur aus der Distanz, sondern von innen.
Der Film ist nicht nur ein Bericht über Polizei, Bagger und Barrikaden, sondern auch ein Blick auf die Mechanik einer Bewegung – auf ihre Selbstzweifel, ihre inneren Spannungen, ihre kleinen, lebensbejahenden Momente. Es ist ein Film über Zerstörung, aber auch darüber, wie stark Widerstand sein kann, auch wenn er „verlieren“ kann. Die Bagger haben gewonnen, die Häuser sind weg – aber die kraftvollen Erinnerungen, der Mut und die Ideen, die dort entstanden sind, nicht.
Premiere im Kino Bambi am Dienstag, 19. Mai 2026 mit Gästen und Regisseur Lukas Reiter / Beginn 19:00 Uhr / Tickets zur Premiere.
Proteste können geräumt, Häuser abgerissen und Camps plattgemacht werden – aber die Kraft, die all diese Widerstände getragen hat, bleibt.







