Kategorie: schöne Ecken

es gibt immer etwas zu entdecken… unser viertel wandelt und verändert sich permanent.

Das Osterholz kurz vor der Rodung.

Es sind – sehr wahrscheinlich – gerade die letzten Stunden eines intakten Waldes. Das Osterholz ist eine Waldfläche von über 5ha zwischen Wuppertal und Haan mit gesunden Buchenbaumbeständen, mit vernetzten Ökotopen, seltenen Pflanzen, usw. und soll zeitnah für die Erweiterung einer Abraumhalde gerodet werden. Eigentlich sollte bereits seit mehreren Jahren hier gerodet werden – durch die sehr aktive BI Osterholzbleibt und durch eine Besetzung Osterholzwaldbesetzung konnte dies bis jetzt verhindert werden. Leider haben die EntscheidungsträgerInnen in der Verwaltung und Politik dies Zeit nicht genutzt und sich für eine der unterschiedlichen anderen Lösungen zu entscheiden… Politikversagen auf so vielen Ebenen.

Was würden die Vögel in der Stadt nur ohne die Reste des alten Antennewaldes machen? ;-)

Jedes mal wenn ich über die Dächer bei uns im Wohnblock schaue muss ich anfiel beiden Studien der Stadt denken – Solarpotentialkataster und Gründachpotentialkataster… und wie wenig seit 2017 passiert ist. Okay, mein subjektiver Eindruck von den 5 Innenhöfen die ich regelmäßig zu sehen bekomme… Aber schaut mal rein – Solarkataster der Stadt Düsseldorf – da steckt eine Menge CO2 Einsparpotential drin und vor allem Lebensqualität. Grüne Dächer helfen auch den Vögeln 🙂 #urbanjungle #klimaschutz

Stechpalme versus Abraumschutt.

Solch Mikrohabitate in alten Waldbeständen sind selten geworden und somit wertvoll und besonders schützenswert. Besonders alte Buchenwälder in denen sich Stechpalmen sich halten. By the way – in Deutschland steht die Stechpalme nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz. Okay, außer man will Schutt und Abraum aus einem Steinbruch entsorgen… dann gilt dies offensichtlich nicht. Aus meiner Sicht zeigt die Situation im Osterholz warum immer mehr Menschen an der Politik verzweifeln.

Warum gibt es eigentlich keine Hausboote bei uns im Hafen?

Es würde doch einer modernen und prosperierenden Stadt gut zu Gesicht stehen auch andere Wohnformen wie Hausboot oder auch Tinyhouses zu ermöglichen. Frag mich schon seit einigen Jahren was wohl mit und an den alten Hafenbecken im Düsseldorfer Hafen noch alles entstehen kann… Diese Transformation und Wandlung vom Industriegebiet ist spannend und hat für die Stadt wirklich viel Potential. Warun nicht mal Wohnquartiere direkt am und auch auf dem Wasser denken – Stockholm, Kopenhagen oder Amsterdam zeigen wie man dies plant und umsetzt.

Platz machen. Platz nehmen. Platz geben.

Endlich kann man auf dem Friedensplätzchen wieder gemütlich Platz nehmen & entspannt verweilen. Gestern Abend wurde fleißig NachbarInnen aktiv und haben eine Alternative zur fehlenden Bank geschaffen 🙂 Mit der offiziellen Ersatzbeschaffung wird es wohl noch dauern – solange hilft man sich dann eben selbst. Ich liebe unser Viertel dafür 🙂

Fahrradständer mit Steckdose

Ohne Auto mobil – da kann man sich in den Niederlanden prima inspirieren lassen 🙂 Falls mal wieder das Thema Fahrradständer und Stadtmöblierung aufpoppen sollte – eine kleine Anregung für die Stadt Düsseldorf – es gibt auch Fahrradbügel mit Steckdose für eBikes und auch groß genug um ein Lastenrad zu parken…

Moor bleibt Moor.

“Sie sind mir sozusagen zugelaufen. (*herzliches lachen*)“ Wir haben auf dem Rückweg aus dem Friesland-Urlaub das A20 Camp @moor.bleibt.moor in Westerstede besucht. Im Camp des Bündnis gegen den Bau der #kuestenautobahn A20 war an dem Tag wenig los.

Das Gespräch mit dem Bauern, auf dessen Land die Activisties ihr Camp aufschlagen durften, war aber sehr informativ. Jahre der Proteste, Klagen sowie Verflechtungen zwischen Politik und lokalen UnternehmerInnen haben soviel Frust wie Unverständnis hinterlassen.


Die A20 ist ein seit 1934(!) geplantes Verkehrsprojekt: Planerisch aus der Zeit gefallen, wird es unwiederbringliche Biotope, wichtige CO2 Speicher und auch einmalige Landschaften zerstören – für 5 Minuten Fahrzeit “Ersparnis“. Autobahnen bringen keine oder nur kurzfristig Entlastungen – sie erzeugen dafür aber mehr Verkehrsströme und hohe Kosten. Für die A20 sollen es 4,1 Milliarden Euro sein; Tendenz steigend, denn Moore und Marschland sind einfach kein guter Baugrund.


Wer in Zeiten der Klimakatastrophe ernsthaft ein Moor trockenlegen, damit CO2 freisetzen und einen CO2 Speicher zerstören will, um im Ergebnis mehr CO2 zu produzieren, der hat die Problemsituation nicht durchdrungen.
Für mich sind die Eingriffe in den Naturhaushalt im Angesicht der Kipppunkte generell nicht mehr zu begründen. Mehr Infos über „Moor bleibt Moor“ und den Protest gegen die A20 gibt es hier www.a20camp.de

Wohn(t)räume endlich aktivieren

Dieser Umbau des Bilker-Bunkers macht eigentlich richtig Mut. Dies stadtteilprägende Gebäude mit dem riesigen Mural von Farbfieber konnte vor dem Abriss bewahrt werden und bietet Platz für Wohnungen und Kreativität, Kunst& Kultur.

Eigentlich gab es vor einigen Jahren noch Planungen den alten Luftschutzbunker aufwändig abzureißen und dann zur Refinanzierung hier Luxuswohnungen entstehen zu lassen. Dagegen hatten sich viele Menschen (nicht nur aus der direkten Nachbarschaft) engagiert und zahlreiche Ideen und Konzepte kreiert, diskutiert und protestiert. Es ging immer um den Erhalt des Gebäudes ( in weiten Tueilen ) und um eine sinnvolle Nutzung mit Mehrwert (Kunst & Kultur, Werkstätten und Wohnen ) für das Quartier und die Menschen die hier leben. 

Und genau dies wird nun langsam Wirklichkeit – der alte Hochbunker (ist mittlerweile als Denkmal gelistet) bleibt dank ‚KÜSSDENFROSCH Häuserwachküssgesellschaft’ erhalten und soll, neben den neuen exklusiven Wohnungen auf dem Dach, auch bald Proberäume, Ausstellungsräume, Ateliers, Fahrradgarage, VerticalFarming usw im Gebäudekörper beherbergen. 

Diesen Spirit sollte man doch eigentlich auch endlich mal auf andere leerstehende Objekte im Stadtgebiet übertragen. Es fehlt Wohnraum und es gibt genug Leerstand der „wachgeküsst“ werden sollte 😉 

Ich denke da spontan an Häuser mit potentiell mehr als 5 Wohneinheiten, wie an das ‚Kronenhaus‘ (Leerstand seit > 15 Jahren) oder den zwei Häusern auf der Elisabethstraße (Leerstand seit >5 Jahre), an ein Haus auf der Gladbacherstraße (>10 Jahre Leerstand) oder an dies Mehrfamilienhaus auf der Kronprinzenstraße (> 5 Jahre Leerstand) oder an dies  größere Gebäude auf der Martinstraße (>5 Jahre) usw. 

Es müssten ja nicht zwangsläufig hochpreisige Luxuswohnungen entstehen – durch die jahrelangen Spekulationen sind die Preise ins astronomische gestiegen, diese Preise können Genossenschaften oder soziale Projekte schon lange nicht mehr aufbringen. Generell müsste die Stadt hier schon länger eingreifen und als KäuferIn auftreten… es wäre eine win-win-Situation für unser Viertel wenn es eine Art soziale Erhaltungsverordnung gäbe und soziale Verdrängung (Gentrifizierung) endlich Einheit geboten würde.