Trödeln, stöbern, Schätze finden. Flohmarkt auf dem Friedensplätzchen

Wenn sich auf dem Friedensplätzchen wieder Tapeziertische aneinanderreihen und die ersten Umzugskisten geöffnet werden, dann ist klar: Es ist Zeit für Nachbarschaftströdel – und für die kleinen Funde, die man eigentlich gar nicht gesucht hat, aber dringend braucht.

Am Samstag, 30. Mai 2026, wird Unterbilk von 10 bis 17 Uhr wieder zur Fundgrube. Zwischen Kinderbüchern, Holzspielzeug und ausrangierten Lieblingsstücken aus dem Kinderzimmer liegen gut erhaltene Alltagsdinge, Schallplatten mit Geschichte und die eine oder andere Kiste voller Fahrradteile – perfekt für alle, die lieber schrauben als neu kaufen. Dazwischen: Kaffee, selbstgebackener Kuchen, herzhafte Snacks und entspannte Live-Musik. Kein großes Spektakel, sondern genau die richtige Atmosphäre, um zu stöbern, zu quatschen und mit etwas Glück den perfekten Fund mit nach Hause zu nehmen.

Ein Tag für alle, die gerne stöbern, tauschen, weitergeben – und für die Trödeln mehr ist als nur Ausmisten.

Hinweis für alle die selbst verkaufen möchten: Die Standplätze werden am Sonntag, 10. Mai 2026, um 11 Uhr direkt auf dem Friedensplätzchen verlost. Als Standgebühr bringt einfach etwas fürs Buffet mit – süß oder herzhaft, Hauptsache selbstgemacht.

Der Trödelmarkt wird von der Anwohner‑Initiative Friedensplätzchen organisiert, die den Platz mit solchen Veranstaltungen, Aktionen und kleinen Festen Jahr für Jahr lebendig hält. Danke für euer Engagement!

40 Jahre Tschernobyl – Spielplatzverbot, Milchpulver und die Folgen

1986 war für mich der Moment, in dem „Atomkraft – nein danke“ mehr wurde als ein Aufkleberspruch. Ich war noch ein Kind, als Tschernobyl passierte. Aber ich erinnere mich an die Stimmung – Spielplätze wurden plötzlich gesperrt, es gab Warnungen vor dem Regen, Eltern berieten sich leise, es gab Milchpulver statt frischer Milch, Konserven wurden gekauft statt frisches Obst und Gemüse und der Garten war tabu. Radioaktivität ist unsichtbar.

Wer als Kind erlebt hat, dass selbst Regen zur Gefahr werden kann, wer später von Harrisburg, Fukushima, Jülich, Philippsburg, Krümmel, Asse und es gibt kein Endlager, den vielen Störfällen in Deutschland erfährt und sich mit den realen Kosten von Atomenergie beschäftigt, für den ist „Atomkraft – nein danke“ keine Parole mehr, sondern eine begründete Haltung.

„40 Jahre Tschernobyl – Spielplatzverbot, Milchpulver und die Folgen“ weiterlesen

Ciao Stau – mehr Platz fürs Rad!

Unter dem Motto „Ciao Stau – mehr Platz fürs Rad!“ rollt am Sonntag, 3. Mai die ADFC-FahrradSternfahrt NRW wieder quer durch Düsseldorf. Die Sternfahrt macht die Königsallee für einen Sonntag zu einem ganz anderen Ort: weniger Glitzer, mehr Fahrräder, mehr Lastenräder, mehr Menschen, die auf zweien statt auf vier Rädern kommen 🙂

Los geht es um 14:00 Uhr mit dem Sammeln auf der Kö, um 14:30 Uhr, folgt die Kundgebung auf der Königsallee, Höhe Corneliusplatz. Um 15:00 Uhr setzt sich die Runde in Bewegung: eine gut 15 Kilometer lange Rundfahrt quer durch Düsseldorf (leider ohne Rheinufertunnel), mit dem einfachen Versprechen, dass dieses Stück gemeinsames Radfahren auch ein Stück Widerstand gegen Chaos, Stau und Dauerblockade ist.

„Ciao Stau – mehr Platz fürs Rad!“ weiterlesen

Erdbeeren & Tomaten aus dem Umland

Seit zwei Wochen gibt es wieder Tomaten, Erdbeeren, Paprika und Auberginen – alle aus der Region, alle mit kurzen Wegen. Ja, es ist konventionell angebaut, keine Bio‑Schildchen auf jeder Kiste, keine Instagram‑Perfektion auf dem Feld. Aber es ist vom Bauern vor Ort, nicht aus langen Transportketten aus dem europäischen Dahinter importiert. 80 Kilometer, mehr nicht. Kein Flug, keine Frostkammer, kein „gibt es schon das ganze Jahr über“-Gefühl, sondern ein „jetzt, in dieser Saison, hier, um die Ecke“.

Rheinischer Bauernmarkt Unterbilk am Friedensplätzchen:
Dienstags 8:00–13:00 Uhr, freitags 9:00–17:00 Uhr.

„Erdbeeren & Tomaten aus dem Umland“ weiterlesen

Endspiele für den Klassenerhalt

Fünf Spiele, fünf Niederlagen, Abstiegsrang, ein Herz am Anschlag. Das Restprogramm der Fortuna liest sich wie ein kleines Nerven‑Experiment: zuerst Dynamo Dresden zu Hause, dann ein Auswärtsspiel bei Schalke 04, und zum Ende wieder ein Heimspiel gegen Elversberg um dann in Fürth zu spielen. Alles Endspiele, alles muss jetzt gelingen – oder die Saison endet mit dem Abstieg in die 3. Liga.

Es geht jetzt nicht mehr um Schönspielerei, nicht mehr um Erklärungen im Nachhinein und auch nicht um die Diskussion über unser Lazarett oder gar den Trainerstab und warum diese Saison wieder so wackelig geworden ist. Es geht jetzt um das Überleben in der 2. Bundesliga – um alles, was in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde und im Falle eines Abstiegs auf dem Spiel stünde.

„Endspiele für den Klassenerhalt“ weiterlesen

Kein Podium für Remigrationsfantasien

Ein wichtiger Aktionsaufruf von Düsseldorf stellt sich quer : Am 27.04. will die AfD Düsseldorf im Bürgerhaus Bilk – also direkt an den Arcaden – erneut einer der radikalsten Vertreterinnen ihres menschenfeindlichen Projektes eine Bühne geben. „Remigration“ klingt harmlos, meint aber rassistische Vertreibung, Ausgrenzung und die Idee, Menschen nach Herkunft oder politischer Haltung aus dem Land zu deportieren.

„Kein Podium für Remigrationsfantasien“ weiterlesen

Kurzer Reminder: Kino. Kette. Kurbel.

(Photo: Copyright Wie_der_Hase_läuft_©El_Flamingo )

Diesen Sonntag (26. April 2026) macht die Bike Film Tour – Season 2 Station im Savoy Theater und bringt die besten internationalen Filme rund um Fahrradkultur, Reisen und nachhaltige Mobilität auf die Leinwand. Mit dabei: sechs Filme, die dokumentieren, wie vielseitig Radfahren sein kann – vom Bikepacking-Abenteuer bis zum Blick auf den Alltag eines Düsseldorfer Fahrradkuriers.

„Kurzer Reminder: Kino. Kette. Kurbel.“ weiterlesen

Unterbilk hat Geschichte(n).

Geschichten aus unserem Viertel. Auf der Lorettostraße (am Viertelladen)hängt gerade ein Aushang – es werden Geschichten aus dem Viertel gesucht. Nicht die glatten, sondern die echten.

Mir fallen da zum Beispiel solche ein: Wie war das eigentlich, als hier noch die Straßenbahn auf der Lorettostraße fuhr? Als der Plus auf der Lo im Sommer regelmäßig kapitulierte, weil die Kühlschränke streikten? Als das Friedensplätzchen einfach… nicht da war?
Oder noch weiter zurück: Als Unterbilk nicht „angesagt“, sondern einfach nah am Hafen war. Und mit Hafen meine ich nicht den Medienhafen mit Architekturpreisen, sondern den mit Lärm, Staub und diesem ganz eigenen Geruch. Eine Zeit, in der hier niemand freiwillig hinzog – und „Gentrifizierung“ eher nach Seminarraum klang als nach Realität vor der Haustür. Die vielen Hausprojekte, WGs, Kinderläden, Kollektive die es im Viertel gab.

30, 40, 50 Jahre – eigentlich nicht lange her. Und doch eine ganz andere Stadt. Genau solche Geschichten sucht ein Projekt der HSD. Wer Lust hat, Unterbilk nicht nur zu erleben, sondern festzuhalten: info@viertelladen.de

Vielleicht ist jetzt genau der Moment, diese kleinen Erinnerungen zu retten, bevor sie einfach verschwinden.

(Fair)Teilen statt wegwerfen

Das Fairteilerfahrrad Friedchen Fielfrass auf dem Friedensplätzchen zeigt seit Jahren, wie einfach gelebte Nachhaltigkeit sein kann: ein offener Ort, mitten im Viertel, der aus Überfluss etwas Sinnvolles macht. Seit 2019 steht das Fair-Teiler-Fahrrad auf dem Friedensplätzchen – und es ist mehr als nur ein Lastenrad. Es ist ein sichtbares Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für eine Stadt, in der Teilen ganz praktisch funktioniert.

Ein Fair-Teiler ist ein Ort, an dem alle Menschen Lebensmittel kostenlos bringen und mitnehmen dürfen – hier findest du alle Fairteiler in Düsseldorf. Foodsaver:innen bringen gerettete Lebensmittel dorthin, aber auch alle anderen können gut erhaltene Lebensmittel abgeben, die sie selbst nicht verbrauchen. Herausnehmen darf jede und jeder – ohne Voraussetzungen, ohne Hürde, ohne Anmeldung. Genau darin liegt die Stärke dieser Idee: niedrigschwellig, solidarisch und alltagstauglich.

„(Fair)Teilen statt wegwerfen“ weiterlesen