Ein Plätzchen für alle.

Ein Plätzchen für alle – Nachbarschaftstreffen auf dem Friedensplätzchen

Freitag, 14. November 2025, 17.30 bis 19.00 Uhr – Friedensplätzchen, Unterbilk

In vielen Straßen unseres Viertels verändert sich das Gesicht der Nachbarschaft – leise, aber spürbar. Häuser wechseln den Besitzer, Mieten steigen, vertraute Menschen ziehen aus. Was früher selbstverständlich war – ein Zuhause in einem lebenswerten Stadtteil – wird für viele zunehmend unerschwinglich.

Die Wohnungsnot in Düsseldorf ist längst keine abstrakte Zahl mehr. Sie ist da, sichtbar und konkret. Sie betrifft Nachbarinnen, Freundinnen, Familien. Sie betrifft Unterbilk. Doch dort, wo Menschen sich begegnen, reden und sich gegenseitig stützen, wächst auch etwas anderes: Zusammenhalt.
Darum laden „Zeit zu bleiben“ und das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum Düsseldorf“ am 14. November zu einem Nachbarschaftstreffen auf dem Friedensplätzchen ein – unter dem Motto „Ein Plätzchen auf dem Plätzchen – Zeit zu bleiben!“

Bei warmen Getränken und Plätzchen soll Raum entstehen – für Gespräche, Ideen und den gemeinsamen Willen, sich nicht verdrängen zu lassen.
Denn: Wer seine Nachbarschaft kennt, bleibt nicht allein. Wer sich vernetzt, bleibt sichtbar. Und wer zusammenhält, kann etwas bewegen.

Unterbilk sollte ein Ort bleiben, an dem Menschen wohnen können – nicht nur investieren. Ein Viertel lebt von seinen Bewohner*innen, nicht von Quadratmeterpreisen.

Kommt vorbei. Bleibt. Redet mit.

Mehr Informationen: www.bezahlbarer-wohnraum-duesseldorf.de

Herbstspaziergang am Tagebaurand

Ich war heute im besetzten Sündewäldchen bei Manheim, am Rand des Tagebaus bei Buir. Ein Ort zwischen Hoffnung und Widerstand – zwischen dem, was bleibt, und dem, was noch verteidigt werden muss.

Seit Beginn der neuen Rodungssaison rechnen die Aktivist*innen jederzeit mit der Räumung. Ein Großteil des Waldes wurde im Frühjahr bereits von RWE gerodet. Nur die Bereiche, die von Menschen geschützt werden – durch Baumhäuser, Seiltraversen und Mut – stehen noch.
Doch dieser Wald ist mehr als ein Restwald. Er ist lebendig. Er ist vernetzt. Und er ist wichtig. Das Sündewäldchen bildet den Trittstein zwischen dem Hambacher Forst und der Steinheide – ein zentraler Bestandteil der Biotopvernetzung, die in Zeiten des Artensterbens und der Klimakrise wichtiger ist denn je.

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5 Minuten Harry Potter mit Coldmirror. 60 Minuten zum Aufräumen, Kochen, LEGO sortieren

Manche Podcasts bringen dich zum Denken. Andere bringen dich zum Lachen. Und dann gibt’s noch Coldmirror – die bringt dich dazu, gleichzeitig zu lachen, zu denken und beim Aufräumen stecken zu bleiben. Es ist – wenn auch schon älter – zeitlos hörenswert.

In ihrem „5 Minuten Harry Podcast“ nimmt Coldmirror den Film Harry Potter und der Stein der Weisen buchstäblich Szene für Szene auseinander. Fünf Minuten Film – eine Folge Podcast. Dies hat sie von 2018 bis ins Jahr 2023 durchgezogen. Klingt nach Wahnsinn? Ist es auch. Aber auf die beste Art.

Mit messerscharfer Beobachtung, Halbwissen das mit Recherche ergänzt und einer beeindruckenden Leidenschaft für Wikipedia-Zitate verwandelt sie jede Szene in ein absurdes Mini-Seminar über Film, Sprache, Logikfehler und das, was man nur mit Humor erträgt. Coldmirror kommentiert nicht einfach – sie seziert, spottet, liebt. Und irgendwie driftet sie in alle möglichen rabitt-holes ab und trifft dabei immer den Kern. Herrlich.

Dieser Podcast (30 Folgen) ist eine Mischung aus Nostalgie, Klamauk und Analysekunst. Er ist perfekt zum Erinnern, zum Einschlafen, zum Kichern – und, ja, zum Aufräumen. Oder zumindest, um sich vorzunehmen, irgendwann wieder damit anzufangen.

Den Podcast findet ihr in der ARD-Audiothek und auch auf den anderen Podcast Portalen.

Lagerfeuer mit Geistergeschichte und Stockbrot

Eine magische Stimmung. Kürbisse, Lichterketten, Lagerfeuer – liebevoll vorbereitet, mit viel Fantasie, ein bisschen Gänsehaut und ganz viel Herz. Der Halloween-Abend im Gartenverein war für alle ein Erlebnis – zwischen Fledermausgirlanden und Windlichtern tummelten sich kleine Hexen, alte Vampire und auch Gespenster. Jede*r hatte etwas mitgebracht – selbstgemachte Gruselhappen, Kuchen, Snacks, Apfelschorle, Kinderpunsch und die ein oder andere geheime Zutat, die bestimmt nichts mit Rum zu tun hatte… Was diesen Abend so besonders machte, war das Miteinander. Viele fleißige Hände, viel Liebe zum Detail, kein großes Budget, aber jede Menge Herzblut. Danke an alle, die dabei waren und geholfen haben, dass aus einer Idee wieder ein richtig schöner Abend wurde.

Schnellkurs in Anatomie und Knochenkunde auf dem Backblech

Gruselig lecker. Halloween im Gartenverein – das heißt Lagerfeuer, Taschenlampen, Gespenstergeschichten … und natürlich etwas Leckeres zu essen. Dieses Jahr hatten wir neben Kürbissuppe und Stockbrot einen echten Hingucker auf dem Buffet: Laugenknochen. Einfach, witzig und so lecker, dass selbst die kleinen Vampire und Hexen nochmal nachgelegt haben.

Das Rezept ist perfekt für alle, die nicht stundenlang in der Küche stehen wollen. Denn alles, was man braucht, sind TK-Laugenstangen, etwas grobes Salz. So geht’s:

Die Laugenstangen einfach auftauen lassen und der Länge nach halbieren.
Dann oben und unten mittig einschneiden und die Enden so einrollen, dass sie wie kleine Knochen aussehen. Das Ganze auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit grobem Salz bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad etwa 20 Minuten goldbraun backen.

Vielleicht wird das ja unsere neue Halloween-Tradition – Laugenknochen vom Grillplatz statt Zuckerberge vom Supermarkt.

Der Blick geht nicht wirklich in die Landschaft.

Den #hambibleibt im Rücken und den #suendibleibt fest im Blick. Was RWE hier anrichtet, ist schwer in Worte zu fassen. Die ökologischen Schäden sind gewaltig – und sie werden sich nie wirklich ausgleichen oder kompensieren lassen.

Und doch gibt es sie: die Menschen, die immer noch vor Ort sind. Die sich im letzten Rest des Waldes den Plänen entgegenstellen. Still, entschlossen, unbeirrt.

Manchmal braucht es nicht viele Worte – nur die Erinnerung daran, dass Widerstand auch Ausdauer bedeutet. Und es gilt immer noch das alte Motto: Gemeinsam sind wir unausstehlich 😉

Klimazwillinge. Warum Düsseldorf bald so warm sein könnte wie Toulouse.

Wie sich Düsseldorf in Richtung Süden bewegt – und warum mich das nicht loslässt.

Der Klimawandel ist leichter zu verdrängen ist, solange es abstrakt bleibt. Aber wenn man weiß, wie sich Toulouse im August anfühlt, bekommt man eine Ahnung, was auf uns zukommt. Und vielleicht auch eine Idee, wie wir uns vorbereiten können – als Stadt, als Nachbarschaft, als Menschen, die hier wohnen.

Es gibt Themen, die einen nicht loslassen. Mich zum Beispiel das Klima. Nicht als Schlagzeile, sondern als etwas, das sich verändert, leise und stetig. Ich habe an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – damals noch HHUD – Geographie bei Professor Jordan studiert. Im Studium sprachen wir über Wärmeinseln, Albedo-Effekte, über die Wechselwirkung von Boden, Luft und Stadtstruktur. Über Klimaerwärmung und Kipppunkte. Das klang damals theoretisch, fast fern. Heute reicht ein Sommerabend am Bilker Bahnhof, um zu verstehen, was gemeint war. Wenn der Asphalt selbst nach Mitternacht noch Wärme abstrahlt und die Luft steht, dann ist das Stadtklima kein Lehrbuchbegriff mehr, sondern Realität. Vor zwei Jahren bin ich auf ein Konzept gestoßen, das den Klimawandel greifbarer macht als jede Statistik: die Klimatischen Zwillinge.

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