Entmietungsalarm auf der Konkordiastraße – Wie Gentrifizierung unsere Nachbarschaften verändert

Die Bewohner:innen auf der Konkordiastraße eines Hauses bekommen plötzlich mit, dass ihr Zuhause verkauft wurde. Für sie ein Schock. Der neue Eigentümer macht keinen Hehl daraus, dass er möglichst bald die meisten Mieter:innen raus haben will. Ein bekanntes Muster – nicht nur hier, sondern auch auf der Luisenstraße oder der Aaachener Straße, wo bereits viele Familien und Einzelpersonen ihre Wohnungen räumen mussten.

„Wir wollen bleiben“, sagen sie bei einem Pressetermin vor ihrem Haus. „Hier ist unser Zuhause. Hier haben wir Freund:innen, unser soziales Umfeld, unsere kleinen Rituale.“ Und einen bezahlbaren Ersatz im Viertel zu finden, das ist nahezu unmöglich.

Dieses Beispiel ist kein Einzelfall. In Düsseldorf – in all seinen Stadtteilen – erleben immer mehr Menschen das Gefühl, ihre Heimat zu verlieren. Mieterhöhungen, Kündigungen, Schikanen durch Vermieter und die Übernahme durch renditeorientierte Investoren führen dazu, dass Menschen aus ihren vertrauten Vierteln gedrängt werden. Das ist die bittere Realität der Gentrifizierung und Verdrängung.

Doch es gibt auch das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum Düsseldorf, das sich seit seiner Gründung aus verschiedenen Initiativen und Organisationen zusammensetzt, und eine Plattform sowie Unterstützung bietet. . Gemeinsam treten sie für den Erhalt und die Schaffung von Wohnraum ein, der für alle bezahlbar bleibt. Mehr Infos unter: www.bezahlbarer-wohnraum-duesseldorf.derf.de

„Entmietungsalarm auf der Konkordiastraße – Wie Gentrifizierung unsere Nachbarschaften verändert“ weiterlesen

Lichteinstellung.

Dieser Moment, in dem die Welt kurz innehält. Die Sonne verabschiedet sich langsam, zieht goldene Streifen über die Dächer, färbt Fensterrahmen warm und macht alles irgendwie schön.

Ein paar Vögel fliegen noch planlos durch die Luft, als hätten sie auch den Himmel bestaunt. Kinderstimmen klingen aus der Ferne, jemand lacht, jemand schließt ein Fenster. Es riecht Sommerabend.

Und dann wird es still. Nicht traurig still. Sondern diese Sorte Still, die sich anfühlt wie: Genau jetzt ist alles gut.

Zwischen Baumhaus und Baggerschaufel – vom Sündenwald und dem Mut dagegenzuhalten

Neulich, irgendwo zwischen Wäsche aufhängen und Feierabendbier, höre ich diesen Podcast.
Unbequem – mit Shari Jung“. Die Folge: Sündenwald besetzt: Kai & Tortuga im Protest gegen RWE.

Und plötzlich bin ich nicht mehr in meiner Küche, sondern gedanklich mitten in einem kleinen, unscheinbaren Waldstück – gleich neben dem bekannteren Hambacher Forst. Sündi aka Sündenwäldchen. Ein Ort, der klingt wie aus einem Märchenbuch, aber die Realität dort ist härter als jede Fabel.

Seit September 2024 halten Kai und Tortuga mit einer Handvoll Aktivistis den Wald besetzt. Baumhäuser statt Wohnungen. Kochstelle statt Kantine. Hoffnung statt Routine.
Ihr Ziel? Ganz einfach, und doch so groß:
Zeit gewinnen. Aufmerksamkeit schaffen. Jeden Baum verteidigen.

„Zwischen Baumhaus und Baggerschaufel – vom Sündenwald und dem Mut dagegenzuhalten“ weiterlesen

¡Frida, vamos a la playa! – Ein Hauch Urlaub auf der Bilker Allee

Wer in diesen Tagen durchs „Bermuda-Dreieck“ von Unterbilk streift – also dort, wo Bilker Allee, Lorettostraße und St. MartinPlatz aufeinandertreffen – kommt kaum drumherum: An der Wand des Hauses, in dem die Tapasbar @fridatapasbar zuhause ist, entsteht gerade ein Mural, das sofort nach Sommer schreit. Palmen wie aus dem Katalog. Sand soweit das Auge reicht und Wasserbälle. Im Vordergrund ein kühles Bier in der Sonne – und irgendwo im Bild weht ganz subtil ein Gefühl von Freiheit mit. Es ist noch nicht ganz fertig, aber man sieht schon, wo die Reise hingeht: Das Wandbild verwandelt die Hausfassade in eine kleine Insel mitten im Stadtgetümmel. Ob das Bild von der Frida-Crew selbst beauftragt wurde? Möglich. Vielleicht auch ein Geschenk a den Kiez… definitiv ist es ein Gewinn für unser Viertel. Wir brauchen mehr bunte Wände.

FloraParkFest 2025. 

Der Flora-Park hat am letzten Sonntag wieder geliefert. Sonne und ein klein wenig Festival-Atmo und dies Gefühl von Nachbarschaft. Denn das FloraParkFest war auch in diesem Jahr wieder genau das, was unser Viertel braucht: ein offener, freundlicher Ort zum Austauschen, Spielen, Musik hören, Mitmachen und einfach mal Innehalten. Ob spontan vorbeigeschaut oder schon lange eingeplant – viele haben heute ihre Nachbar:innen, Eltern aus dem Kinderladen oder alte Bekannte getroffen. Schnell landete man mit einem Eis oder Kuchen oder einer Apfelschorle auf der Picknickdecke und war plötzlich mitten im Gespräch: über den Alltag, die Kita, die Situation auf dem Wohnungsmarkt oder die nächste Fahrraddemo. Politik, Protest und ein bisschen Mosh Pit.

„FloraParkFest 2025. “ weiterlesen

Friedensplätzchen Flohmarkt. Trödelt euch glücklich :-)

Einmal im Jahr verwandelt sich der kleine Platz in Unterbilk in einen offenen Verkaufsfläche aus Decken, Ständen und Kisten voller Geschichten. Keine Profihändler, kein Ramsch – hier wird getrödelt, was Keller, Dachböden und Kinderzimmer hergeben. Und das mit Stil, Herz und jeder Menge Impro-Charme. Hier treffen sich Generationen. Da die Nachbarin mit dem alten Kaffeeservice, dort der Typ mit dem zerlesenen Suhrkamp-Schuber. Es ist lässig, liebevoll und lokal.

Und das Beste: Alles bleibt auf Augenhöhe. Keine Plastiktüten, kein Gedränge, kein Schnäppchenstress. Dafür jede Menge Gespräche, freundliches Lächeln und Geschichten hinter den Dingen. Es geht nicht nur ums Kaufen und Verkaufen. Es geht ums Schauen, Plaudern, Tauschen, Weitergeben, Zusammenkommen.

„Friedensplätzchen Flohmarkt. Trödelt euch glücklich :-)“ weiterlesen

Leo-Statz-Platz: Der Zaun ist weg – die Kids sind da!

Es ist passiert. Freitag, letzte Woche. (okay es ist mir am Samstag erst aufgefallen). Der neue alte Spielplatz am Leo-Statz-Platz kann wieder bespielt werden. Kein Bauzaun mehr. Kein Schild. Kein Warten hinter Gittern. Wer meinen Bauzaun-Countdown verfolgt hat, weiß, wie lang sich ein Frühling ziehen kann, wenn man täglich an Rutsche, Schaukel und Klettergerüst vorbeigeht und nichts darf. Aber jetzt: Alles da. Die Geräte glänzen neu, der Boden federt weich, und es gibt richtig was zu tun. Rennen, klettern, hüpfen, hangeln, chillen. Der Spielplatz ist zurück. Und er wird geliebt. Sofort. Lautstark. Mit voller Energie.

Aber – und das sagen ich in aller Fairness – es gibt ein paar Wermutstropfen: Eine Tischtennisplatte weniger als vorher. Die Schaukelgestelle stehen, aber: keine Schaukeln dran. Und ich hab echt gedacht es gäbe essbaren Beete? Keine Beere, kein Kräutlein, kein Schnittlauchhalm in Sicht. Dann eben Guerillia-Gardening 😉 Vielleicht kommt das alles noch.
Vielleicht ist es wie bei guten Serien: Staffel 1 endet mit Cliffhanger.

Bis dahin aber: Kinderlachen, Sand unter den Schuhen und „Noch einmal!“ – richtig schön.