Bereicherung im Sternwartpark – Café NOCA hat bald richtig geöffnet

„Das ist doch offen, oder? Da brennt doch wieder Licht und es gibt Stühle und Schirme!“ Manchmal fühlt sich eine Neueröffnung nicht neu an, sondern wie eine lang ersehnte Rückkehr. So ist es jetzt im Sternwartpark (Alter Bilker Friedhof), wo vorgestern direkt am Wasserspielplatz das Café NOCA eröffnet hat – am Ort der alten Florabar, die über viele Jahre hinweg bereichert hat.

Mehr als ein Jahrzehnt lang war die Florabar an unterschiedlichen Orten präsent: im Florapark, im Volksgarten, hier im Sternwartpark. Sie war nie nur ein Kiosk, sondern ein Treffpunkt. Ein Ort für Kaffee nach dem Spielplatz, für Gespräche auf der Parkbank, für spontane Pausen zwischen Alltag und Grün. Viele verbinden mit ihr Sommerabende, Kinderwagen, Fahrräder, erste Limonaden und Cappucino mit Waffeln.

Jetzt ist dieser Ort im Sternwartpark zurück – neu gedacht, neu gebaut, mit überarbeitetem Gebäude, neuer Toilettenanlage und frischem Konzept. Und doch fühlt es sich vertraut an. Am (inoffiziellen) Eröffnungstag gab es Waffeln, genau richtig, um sich die Hände zu wärmen, während die Hänge im Park voller rodelnder Kinder waren. Dazu Kaffee und heiße Getränke, bald auch Sandwiches, Kuchen und Kinderstullen. Für die Großen ein Füchschen Alt zum Entspannen, für die Sportler*innen Fruchtgetränke und Proteinshakes zum Durchatmen nach der Runde durch den Park. (Kleiner Wehrmutstropfen – es gibt keinen Pizzaofen mehr…)

Offizielle Eröffnung mit Kaffee und Spaß ist am 17.01.2026 ab 11:00 Uhr 🙂

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Feiern mit Kollateralschäden. Wie wäre es mit passenden Warnhinweisen wie bei Zigaretten?

Feuerwerk wird verkauft wie ein harmloses Spielzeug. Die Schäden tauchen danach auf – in Notaufnahmen, bei Tierärzt:innen, auf Straßen, in Gärten, in Tierheimen. Aus dem Blickfeld. Aus dem Gespräch.

Wie wäre es, wenn wir Silvester endlich so behandeln würden wie das, was es ist: ein Hochrisikotag? Nicht mit Verbotsschildern, nicht mit moralischem Zeigefinger – sondern mit Ehrlichkeit.

Zigarettenpackungen dürfen seit Jahren zeigen, was sie anrichten. Schwarze Lungen, kaputte Herzen, Warnhinweise, die man nicht mehr wegignorieren kann. Nicht, weil der Staat Spaß am Schock hat. Sondern weil Verharmlosung tödlich ist.

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Einmal im Jahr ist der Tierschutz egal

Es ist diese eine Nacht. Wenn der Himmel brennt, der Asphalt knallt und wir uns gegenseitig „Frohes Neues“ zurufen, während es riecht wie ein Chemiebaukasten aus den 80ern. Silvester.

Und jedes Jahr wird behauptet, das sei Freiheit, Tradition, Kultur. Dabei ist es vor allem eines: eine Nacht, in der wir kollektiv wegsehen. Nicht bei uns.
Nicht bei dem, was das mit Tieren macht.

Vögel zum Beispiel. Sie sitzen nicht gemütlich in der Hecke und denken sich: Ach, einmal im Jahr wird’s halt laut. Sie fliehen. Panisch. In der dunkelsten, kältesten Zeit des Jahres. Eine wissenschaftliche Studie aus den Niederlanden hat mit Wetterradar gemessen, was in der Silvesternacht passiert: Die nächtliche Flugaktivität von Vögeln steigt um ein Vielfaches, teilweise um das Hundertfache. Tiere fliegen plötzlich in Höhen von über 500 Metern, verlassen Schlaf- und Ruheplätze und verlieren Orientierung (Universität Amsterdam (UvA).

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Digital Independence Day – gemeinsam raus aus der Abhängigkeit

Es beginnt oft ganz unspektakulär. Ein Klick weniger. Ein Konto schließen. Eine App löschen. Und plötzlich merkt man, wie sehr man sich an Dinge gewöhnt hat, die man nie wirklich gewählt hat.

Der Digital Independence Day lädt genau dazu ein: innehalten und die eigene digitale Abhängigkeit hinterfragen. Jeden ersten Sonntag im Monat geht es beim DI.Day #DigitalIndependenceDay darum, einen Schritt weg von den großen Plattformen zu machen, die unseren digitalen Alltag dominieren – Facebook, Amazon, X, Google.Konzerne, deren Marktmacht eng verknüpft ist mit Namen wie Musk, Bezos oder Zuckerberg. Superreiche, die längst nicht mehr nur Produkte anbieten, sondern Infrastrukturen kontrollieren.

Unterstützt wird die Initiative vom Chaos Computer Club. Beim 39. Chaos Communication Congress rief der Autor Marc-Uwe Kling dazu auf, den sogenannten Netzwerkeffekt gezielt zu brechen. Also genau das, was uns auf Plattformen hält, obwohl wir sie längst kritisch sehen: „Alle sind da.“ Aber was, wenn man anfängt, nicht mehr alle dort zu treffen?

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Die stille Sabotage der Verkehrswende

Es gibt diese Momente, in denen man an der Haltestelle steht. Der S-Bahn kommt nicht. Die U-Bahn hat Verspätung. Wieder mal. Und irgendwo zwischen „Störung im Betriebsablauf“ und „Wir bitten um Entschuldigung“ fragt man sich: Wie konnte das eigentlich so kommen?

Der Niedergang des öffentlichen Nahverkehrs beginnt selten mit einem großen Knall. Meist passiert er leise. Ein Haushaltsposten wird gekürzt, eine Sanierung verschoben, ein Ticket teurer. In den USA ließ sich dieser Prozess über Jahrzehnte beobachten: Straßenbahnen verschwanden, Bahnnetze verfielen, während Autobahnen wuchsen. Am Ende stand ein Verkehrssystem, das das Auto zur Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe machte. Wer heute nach Deutschland schaut, erkennt beunruhigende Parallelen.

In den Vereinigten Staaten war der Rückbau des ÖPNV kein Naturereignis. Er war politisch gewollt. Straßenbahnnetze wurden ab den 1930er Jahren gezielt aufgekauft und durch Busse ersetzt, der Staat investierte Milliarden in Highways, während der öffentliche Verkehr sich selbst überlassen blieb. Das Ergebnis war eine autozentrierte Gesellschaft, sozial gespalten und klimapolitisch blockiert. Dass dabei Industrieinteressen – etwa von General Motors und der Ölwirtschaft – eine Rolle spielten, ist historisch belegt.

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Nikolaus. Engel. Kekse & Glühpunsch

Es hat Spaß gemacht, dem Nikolaus über die Schulter zu schauen – und ihm ein bisschen zu helfen. Manchmal merkt man, wie besonders ein Viertel ist, wenn man still am Rand steht und einfach eine Zeit zuschaut. So wie heute Abend, als der Nikolaus wieder auf dem Friedensplätzchen vorbeischaute – begleitet von zwei Engeln, die ihm mit viel Geduld, Wärme assistierten. Überall leuchtende Kinderaugen, Gedichte, Lieder – sogar in mehreren Sprachen. Kleine Gruppen aus der KiTa, Kinder aus der Nachbarschaft, neue Familien, die erst seit kurzer Zeit hier leben, darunter auch eine Familie aus Indien, die sich sofort aufgenommen fühlte. Dieses Viertel hat ein Talent dafür, Türen zu öffnen.

Ein großes Danke an alle, die diesen Abend möglich gemacht haben: an die Menschen, die organisiert, eingekauft, vorbereitet, aufgebaut und am Ende wieder abgebaut haben. An die, die Tüten gepackt, Waffeln gebacken und Glühwein gezapft und überall mit angepackt haben. Aber das Schönste war zu sehen, wie viel Gemeinschaft sich auf einem Platz versammelt.

Unser Viertel wechselt in den Weihnachtsmodus

Es riecht wieder nach Weihnachten im Viertel. Nicht nach dem perfekten Katalog-Weihnachten, sondern nach unserem ganz eigenen Mix.
Richtig beginnt es für mich immer dann, wenn auf dem Friedensplätzchen der Weihnachtsbaum steht. Kein städtisches Event, keine große Bühne – einfach die Nachbar*innen-Initiative, die sich kümmert.
Es wird geschleppt, gerückt, diskutiert, ob die Lichterkette so oder lieber anders herum gehört… Und irgendwann steht er dann da, der Baum. Schief im Zweifel, aber unserer. Dieser Baum wird mit Lichtern, Sternen, Kleinigkeiten (die man nicht im Baumarkt bekommt) festlich geschmückt – dickes Danke an die Kinder bei uns im Viertel für die Bastelfreude.
Besonderheit: Auch das kleine Telefonhäuschen ist diesmal dekoriert 🙂

Und natürlich: Zu Nikolaus kommt wieder ein besonderer Gast auf dem Plätzchen vorbei. Manche wissen längst, wer. Andere tun so, als wüssten sie es nicht.

Wenn es nach mir ginge, stünde da längst auf dem Friedensplätzchen ein lebender Weihnachtsbaum, fest verwurzelt als Ersatzpflanzung, Jahr für Jahr wachsend mit dem Viertel. Aber die Bezirksvertretung 3 sieht das anders – warum auch immer. Manchmal ist es wohl leichter, jedes Jahr neu zu fällen, als einmal nachhaltig zu denken. Aber gut, die Diskussion heben wir uns für nach den Feiertagen auf.

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Bilk hat keinen Bock auf rassistische Hetze! Am Montagabend war es vor den Bilker Arcaden wieder deutlich zu sehen und auch zu hören. Die Kundgebung, zu der Düsseldorf stellt sich quer aufgerufen hatte, war alles andere als eine ruhige Randnotiz. Schon vor Beginn der Veranstaltung der rechtsextremen AfD und FPÖ füllte sich der Vorplatz mit Nachbarinnen, Studierenden, Gewerkschafterinnen, Eltern mit Kindern, Menschen mit Fahnen, mit Transparenten & Schildern, Menschen Kochtöpfen usw. Protest muss laut sein. Rechtsextremismus entsteht nicht plötzlich, sondern er wächst, wenn man ihn gewähren lässt. Demokratie wird nicht nur an Wahlurnen verteidigt, sondern auf Plätzen, auf der Straße, vor Veranstaltungen wie dieser hier – überall dort, wo Menschen Haltung zeigen gegen rechte Demogogen.