Elternabend im ‚Grossen Sand‘

Es war der letzte Elternabend vor den Sommerferien – und für uns auch der letzte überhaupt in dieser Einrichtung. Die Zeit im KiLa Bilk geht zu Ende, die Grundschule klopft schon an. Ein guter Moment, um zu merken & zu spüren, was dieses Modell eigentlich mit einem macht.

Vorab. Ein Kinderladen ist keine „Dienstleistung“, die man bucht, sondern ein Ort, den man gemeinsam trägt. Eltern sind nicht nur zahlende Kundschaft, sondern Teil eines Vereins, einer Gemeinschaft, die den Alltag der Kinder aktiv mitgestaltet. Es gibt Elternabende, Arbeitsdienste, Putzlisten, spontane Hilfe, wenn etwas klemmt – und genau das erzeugt Nähe. Man lernt die anderen Familien wirklich kennen, nicht nur aus der Tür-zu-Tür‑Übergabe. Man diskutiert, streitet manchmal, findet Lösungen, lacht, sitzt abends zusammen. Die Einrichtung wird zu einem Stück Alltag, das man mitträgt, statt es nur „in Anspruch“ zu nehmen.

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Rad fahren in Düsseldorf – und warum die Niederlande trotzdem eine eigene Liga bleiben

Wer in Düsseldorf mit dem Rad unterwegs ist, merkt: Da hat sich was getan. Fahrradachsen, neue Wegweisung, Oberziele auf den Schildern – die Stadt ist deutlich lesbarer geworden. Laut Stadt sind heute rund 350 Kilometer mit einheitlicher Radwegweisung beschildert, die alle Stadtteile über durchgehende Routen verbindet. Dazu kommt ein Knotenpunkt-System nach niederländischem Vorbild, mit dem sich Routen „nach Zahlen“ planen lassen… brauch ich persönlich nicht, habe da eine Mentalmap nach der ich navigiere. Diese Hinweisschilder fühlen sich in meinem Alltag ehrlich gesagt wie eine Verbesserung um 250 Prozent an 🙂

Der Unterschied fällt besonders auf, wenn man an die Stadtgrenze kommt. Innerhalb Düsseldorfs gibt es inzwischen ein Netz, das sich zumindest erahnen und nutzen lässt – inkl. Knotenpunkten, Themenrouten und klaren Zielangaben. Dann rollt man ein paar Meter weiter in die Nachbarkommune – und steht plötzlich im Nichts. Keine Achsen, keine Anschlusswegweiser – die berühmte „Lücke“ zwischen zwei Netzen. In den Niederlanden sieht das völlig anders aus. Dort kann man sich von der Grenze aus einmal durchs ganze Land hangeln – nur über die Knotenpunkte und Wegweiser („Pilze“) mit Nummern, Richtungen und Entfernungen zur nächsten Stadt oder zum nächsten Knotenpunkt. Das System ist so durchgängig, dass man von Provinz zu Provinz mehr oder weniger ohne Kartenchaos durchkommt. Man merkt: Das ist keine Sammlung von Einzelprojekten, sondern ein richtig zu Ende gedachtes Netz.

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Hitzewellen, Kipppunkte und unsere Zukunft gehören zusammen

Schatten suchen nach der OGS. Kühle Orte sind Magelware und baulich sind wir auf die Hitze – wie bei vielen anderen Themenfelden auch – nicht vorbereitet und schauen nur ganz überrascht.
Die Sommer werden krasser. Nee, Hildegard es gab damls im Sommer nicht auch so eine Hitze… Es gibt wissenschaftliche Zahlen und keine gefühlten Erinnerungen. Sorry, es wird faktisch heisser. Nicht irgendwie ein bisschen, nicht nur gefühlt, sondern messbar. Hitzewellen in Deutschland und in Europa (eigentlich global) sind längst kein Ausreißer mehr, sondern ein Zeichen dafür, wie sehr sich das Klima verändert hat. In der Stadt trifft das besonders hart: Asphalt, Beton, wenig Schatten und versiegelte Flächen sorgen dafür, dass es tagsüber heiß wird und nachts oft kaum noch abkühlt.

Wer an einem Junitag oder Julitag durch Düsseldorf läuft, kennt das Problem. Die Hitze hängt zwischen den Häusern, Innenhöfe werden zu Wärmespeichern, und selbst späte Stunden bringen keine echte Erleichterung mehr. Genau deshalb fühlen sich Sommer in Städten oft deutlich extremer an als auf dem Land. Es ist nicht nur Wetter, es ist Stadtklima – und das wird unter den Bedingungen der Erderhitzung immer schärfer.

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Wenn die U-Bahn Pakete ausfährt.

Gerade in der taz gelesen 🙂 Madrid macht gerade etwas, das man sich auch hier in Düsseldorf gut vorstellen könnte: Die U-Bahn transportiert dort täglich Päckchen, damit weniger Lieferverkehr durch die Stadt rollt.
Seit Mitte April stehen in der Metro 57 intelligente Schließfächer, an 19 Stationen der Linie 3, und rund 1.000 Pakete kommen dort frühmorgens vor der Rushhour an.

Die Idee ist ziemlich naheliegend. Warum sollten Lieferwagen jede einzelne Straße nochmal einzeln abklappern, wenn viele Sendungen auch gebündelt an einem Ort ankommen können? Genau das ist der Punkt bei der sogenannten letzten Meile, die als besonders belastend für die Umwelt gilt, weil Zustellungen oft nicht beim ersten Mal klappen und dann nochmal gefahren werden muss. Madrid spart sich laut Verkehrsminister Jorge Rodrigo dadurch täglich rund 50.000 Kilometer an herkömmlichen Zustellfahrten.

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PRÜF NRW, PRÜF!

Es gibt Tage, an denen man sich entscheiden muss, ob man nur zuschaut – oder Haltung zeigt. Heute ist so ein Tag. Um 14 Uhr startet am Graf-Adolf-Platz die PRÜF-Demo. Die Forderung ist klar und längst überfällig: Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden oder unter entsprechendem Verdacht stehen, müssen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.

Der Aufruf dahinter ist bewusst einfach gehalten: Wenn in Deutschland alles geprüft wird – vom Toaster bis zur Wasserqualität – dann sollte das auch für Parteien gelten, die im Verdacht stehen, die demokratische Grundordnung infrage zu stellen. Oder kurz gesagt: „Ordnung muss sein.“

Rechtsextreme Positionen, Rassismus und Rechtspopulismus sind keine Meinung wie jede andere. Sie greifen das Fundament an, auf dem unsere Gesellschaft steht. Und wer unsere Demokratie abschaffen will, darf sich nicht ungestört hinter ihr verstecken. NRW ist vielfältig, solidarisch und offen – zumindest im Anspruch. Aber genau dieser Anspruch muss auch politisch eingelöst werden. Wegschauen oder Abwarten reicht nicht.

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Mauersegler in Not: Wenn die Hitze die Nester zur Falle macht

Gestern Morgen, kurz vorm Kinderladen-Alltag, stand da plötzlich ein Karton unter einem Busch. Drin: ein kleiner Mauersegler. Offensichtlich aus dem Nest gefallen. Daneben ein paar Körner – gut gemeint, aber für einen Insektenfresser ziemlich nutzlos. Also einmal kurze Lagebesprechung unter Eltern. Was tun? Für mich war schnell klar: „Die Natur wird das schon regeln“ ist für mich keine Option. Mauersegler sind keine Vögel, die am Boden eine zweite Chance bekommen. Wenn sie dort landen, haben sie ein Problem – und zwar ein ziemlich akutes.

Der Kleine war noch nicht flugfähig, das Gefieder nicht fertig entwickelt. Und: Die Eltern füttern am Boden nicht weiter. Heißt im Klartext: Ohne Hilfe endet das hier nicht gut. Also erste Hilfe. Vorsichtig etwas Wasser angeboten – und siehe da: Er trinkt selbst. Hab eine kleine Höhle aus meinen Händen geformt damit er wärmer wird und sich geschützter fühlt. Erfolgreich, der kleine Mauersegler wird etwas wacher und es kommt mehr Leben in das kleine Federknäuel. Parallel dazu: Telefonate. NABU, Wildtierhilfe, Menschen, die vielleicht jemanden kennen, der sich auskennt. Eine Mutter hat sich beraten lassen und Heimchen organisiert – wollte er allerdings nicht.

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Pini ist nun gegangen

Manche Menschen gehören einfach dazu. Ohne großes Aufheben, aber immer da. Pini war so jemand. Am 2. Juli 2026 ist Pini Libra, Keramikkünstlerin und Musikerin, nach kurzer schwerer Krankheit im Hospiz Düsseldorf verstorben. Für viele kam das überraschend. Umso größer ist die Lücke, die sie hinterlässt. Pini hat viel gesehen, viel erlebt. Berlin, England, Frankreich – und schon sehr lange Düsseldorf. Musik. Gitarre, Gesang – und der „Ton“ im doppelten Sinne, als Künstlerin und als Mensch gehörte einfach zu ihr.

Wer sie kannte, hat sie oft nicht auf der Bühne erlebt, sondern irgendwo dazwischen: beim Nachbarschaftsessen, auf dem Friedensplätzchen, beim Sommerfest der Initiative oder irgendwann zwischen den Jahren vorm ‚Modi‘. Ein kurzer Austausch, ein paar Worte, ein vertrautes Gesicht.

„Wie oft haben wir irgendwo gestanden und uns kurz unterhalten. Du gehörst zum Viertel, zur Nachbarschaft.“

Genau so bleibt sie uns in Erinnerung.

Hitzefrei für den Bauernmarkt auf’m Friedensplätzchen

Die aktuelle Hitzewelle bringt nicht nur Asphalt zum Flimmern, sondern auch den Rheinischen Bauernmarkt zur Planänderung: Am Freitag heißt es auf dem Friedensplätzchen schon um 14 Uhr Feierabend. Was für Schulen und Kitas funktioniert, gilt auch auf dem Wochenmarkt – Hitzefrei. Wer einkaufen will, sollte das am Freitag besser in die Vormittagsstunden verlegen.

Der Grund ist so naheliegend wie unausweichlich: Temperaturen jenseits der 30 Grad sind weder für frisches Obst und Gemüse noch für die Menschen hinter den Ständen wirklich zu stemmen. Was knackig bleiben soll, leidet – und wer verkauft, steht stundenlang in der prallen Sonne. Verständlich, dass hier die Reißleine gezogen wird.

Noch ein Hinweis für die kommende Woche: Der Stand der Gemüse und Obststand der Familie Esser bleibt am Dienstag leer. Grund ist das Schützenfest in Büttgen – da wird nicht verkauft, sondern gefeiert.

Die Brause ist bald wieder da – und irgendwie war sie nie ganz weg

Man soll ja mit allem rechnen. Auch mit dem Unmöglichen. Zum Beispiel damit, dass unter einem ganz normalen Platz plötzlich ein Kulturort entsteht. Oder dass ein Verein, der einst aus einer alten Tankstelle heraus die Stadt ein bisschen bunter gemacht hat, Jahre später genau dort weitermacht, wo er gefühlt nie aufgehört hat: mittendrin.

Die „Brause“ bekommt ein neues Zuhause am Kirchplatz. Unter der Oberfläche, im besten Sinne. Wo früher eine öffentliche Toilettenanlage war, wächst gerade etwas, das deutlich mehr mit Begegnung als mit Funktion zu tun hat: rund 100 Quadratmeter Raum für Kunst, Musik, Austausch. Eröffnung: September 2026.

Und wer die Brause kennt, weiß: Das ist keine einfache Neueröffnung. Das ist eher ein Wiederauftauchen.


Eröffnung ist im Herbst 2026 – aber auf dem ‚Friedrichstraßen Straßenfest‘ am 13. Juni kann man schon mal gucken kommen 🙂


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