Liebe kennt keine Liga

Fortuna Düsseldorf ist abgestiegen. Und auch wenn es nicht komplett unerwartet kam, fühlt es sich an wie ein Schlag in die Magengrube. Wir haben es zusammen mit den Kindern und den Großeltern geschaut, gelitten und gefiebert – und am Ende war da vor allem eines: Schock, Trauer und dieses dumpfe Gefühl, dass es diesmal richtig grütze ist.

Dass es so weit kommt, ist bitter für die Fans, bitter für die Stadt und bitter auch für die zweite Mannschaft. Man kann diesen Abstieg nicht auf ein einziges Spiel reduzieren. Die Fehler wurden nicht erst in dieser Saison gemacht, sondern haben schon in der Vorsaison angefangen. Am Ende steht trotzdem dieses brutale Ergebnis: voll verkackt.

Und doch ist da neben der Wut auch Mitgefühl. Für die Angestellten, für alle, die jeden Tag mit Herzblut an diesem Verein arbeiten, und für die Menschen, die Fortuna nicht nur am Wochenende verfolgen, sondern leben. Gerade das macht diesen Absturz so schmerzhaft: Er trifft nicht nur einen Tabellenplatz, sondern ein ganzes Stück städtischer Identität.

Die Erinnerungen an die letzten 17 Jahre verschwinden nicht mit dem Abstieg. Da waren besondere Spiele, Aufstiege, Rückschläge, Auswärtsfahrten und diese seltsame Mischung aus Hoffnung und Selbstironie, die Fortuna so oft begleitet hat. Und vielleicht ist genau das der Punkt: Fortuna war nie nur Erfolg. Fortuna war immer auch Durchhalten, Wiederaufstehen, Weitermachen. Gerade deshalb tut dieser Schritt so weh. Weil man weiß, was dieser Klub kann, wenn er wieder zusammenkommt.

Die kommende Saison wird nicht leicht, aber sie ist auch nicht das Ende. Bittere Abstiege gehören zum Fußball dazu, so sehr man sie auch verfluchen mag. Entscheidend ist, was danach kommt: Trauer zulassen, Wut sortieren, mutig bleiben. Liebe kennt eben keine Liga.

Und auch wenn es gerade verdammt schmerzt: Wir kommen wieder zurück. In der nächsten Saison gibt es dann eben wieder ein Straßenbahn-Derby mit Duisburg und die zwei Fahrten nach Köln…

Brauche trotzdem erst mal einen Schnaps zur Beruhigung…

‚Wolken über Lützerath‘ kommt ins Kino

„Wolken über Lützerath“ von Lukas Reiter ist eine Chronik des Widerstands, der Hoffnung, der Wut und der kleinen, aber zähen Idee, dass ein Ort wie Lützerath nicht einfach ausradiert werden darf, nur weil Schaufelradbagger eine andere „Logik“ kennen. Regisseur Reiter lebte sechs Monate im besetzten Dorf, war Teil des Bündnisses aus Aktivistinnen, Bürgerinnen und dem letzten Bewohner Eckardt Heukamp – und schaut genauer hin, als die meisten Kameras es tun.

Der Tagebau Garzweiler II gehört dem Energiekonzern RWE, das Dorf liegt (bzw lag) auf der Kohle. Der Kohleausstieg ist zwar beschlossen, die Bagger müssten sich langsam zurückziehen – doch RWE wollte weiter. Seit 2006 laufen Umsiedlungen, seit 2020 Rodung und Abriss, und doch: Niemand in Lützerath ging freiwillig. Stattdessen zog ein breites Bündnis ein, organisierte, baute Baumhäuser, errichtete Barrikaden, schrieb Statements, organisierte Aktionen – und machte aus einem kleinen Weiler ein Symbol der Klimadebatte. Lukas Reiter zeigt all das nicht nur aus der Distanz, sondern von innen.

Der Film ist nicht nur ein Bericht über Polizei, Bagger und Barrikaden, sondern auch ein Blick auf die Mechanik einer Bewegung – auf ihre Selbstzweifel, ihre inneren Spannungen, ihre kleinen, lebensbejahenden Momente. Es ist ein Film über Zerstörung, aber auch darüber, wie stark Widerstand sein kann, auch wenn er „verlieren“ kann. Die Bagger haben gewonnen, die Häuser sind weg – aber die kraftvollen Erinnerungen, der Mut und die Ideen, die dort entstanden sind, nicht.

Premiere im Kino Bambi am Dienstag, 19. Mai 2026 mit Gästen und Regisseur Lukas Reiter / Beginn 19:00 Uhr / Tickets zur Premiere.

Proteste können geräumt, Häuser abgerissen und Camps plattgemacht werden – aber die Kraft, die all diese Widerstände getragen hat, bleibt.

…und dann ploppt da eine Nachricht im Elternchat auf.

Es ist ein ganz normaler Samstagvormittag, und dann ploppt eine Nachricht im Elternchat auf: „Hoffe, ihr habt ein schönes Wochenende.“ Zwei Zeilen später folgt der Satz, den alle Insidern im Elternsektor kennen – dieses leise, aber mächtige Schlüsselwort: „haben da so einen Läuse-Verdacht…“ gefolgt von dem lapidaren „dachte, ihr solltet es wissen“.

Really?! Instant‑Trigger. Die Schublade mit den Medics auf und dies „Läuse‑Kit“ suchen – Plastiktüten, Kamm. Die Frage, ob man jetzt wirklich schon wieder „nichts Besseres zu tun“ hat, stellt sich gar nicht erst. Man hat ja sonst nix zu tun. Haare einsprühen, Plastiktüte drüber, Einwirkzeit, auskämmen, auswaschen – und zur Unterhaltung eine Checker‑Tony‑Folge. Das Nervengebälk von uns Eltern trägt auch dies noch … knirschend.

„Fortuna braucht uns“

Der vorletzte Spieltag hat es wirklich extrem in sich: Fortuna Düsseldorf braucht im letzten Heimspiel gegen die SV Elversberg unbedingt Punkte, um im Abstiegskampf am Leben zu bleiben. Anstoß ist um 13.30 Uhr im Rheinstadion – und die Rechnung ist simpel: Nur mit maximalem Einsatz bleibt die Hoffnung auf den Klassenerhalt bestehen! Leicht wird das nicht. Elversberg reist als Spitzenteam an und steckt mitten im Aufstiegsrennen – wir müssen auf uns vertrauen und es ist egal wie andere Teams im Tabellenkeller spielen. Jetzt zählt nicht mehr Schönheit, sondern Haltung. Fortuna muss kämpfen, grätschen, laufen und sich in jeden Ball werfen – und auf den Rängen braucht es dafür genau diese Mischung aus Trotz, Tempo und Zusammenhalt.

Auf geht’s Fortuna kämpfen und siegen!

Jazz meets Bilk

JazzCity Bilk ist längst mehr als ein Ersatz für die Jazz Rally – das Festival hat sich in Bilk als eigenständiges, urbanes Kulturereignis etabliert und verbindet Konzerte, Tanz und Kunst quasi zu einem vielschichtigen Stadtteil‑Festival. Was 2024 als Alternativformat startete, ist heute ein fester Bestandteil des Düsseldorfer Kultursommers geworden.

Aus dem Wunsch heraus, die Jazzkultur in Düsseldorf zu stärken und Bilk als kulturelles Zentrum sichtbar zu machen, entstand JazzCity Bilk. Zwischen 6. und 10. Mai verwandelt sich der Stadtteil in eine offene Musiklandschaft mit mehr als 30 Veranstaltungen an Orten wie Jazz‑Schmiede, Bürgerhaus Bilk, Salzmannbau, Metropol Kino, Café Modigliani, Aachener Platz und Bilker Bunker.

„Jazz meets Bilk“ weiterlesen

Flammen statt Wegbier. Kiosk am Friedensplätzchen ist ausgebrannt.

Am gestrigen Mittag hat ein Brand den Kiosk am Friedensplätzchen schwer getroffen. Nach Angaben aus dem Viertel konnte das Feuer schnell gelöscht werden; verletzt wurde niemand, doch das Büdchen selbst ist offenbar vollständig zerstört und seine Zukunft steht nun auf dem Spiel.
Für viele im Viertel ist der Kiosk weit mehr als nur ein Laden. Der Besitzer Vangelis ist ein fester Anlaufpunkt im Alltag, ein kleiner Treffpunkt zwischen gemischter Tüte, Sprudelgas kaufen (egal wann), Feierabendgetränken und kurzen Gesprächen, die manchmal bei den ganz großen Fragen landen: ob nun zu Griechenland, Olivenöl, Touristen oder der besten Sorte Kratzeis. Der Kiosk steht für das, was Nachbarschaft am Friedensplätzchen ausmacht: Verlässlichkeit, Nähe und ein offenes Ohr. Viele Menschen sind gekommen und gegangen, Kinder sind groß geworden, und über all die Jahre war das Büdchen für Jung und Alt eine stille Konstante im Viertel.

„Flammen statt Wegbier. Kiosk am Friedensplätzchen ist ausgebrannt.“ weiterlesen

Wurmhotel. Wenn aus Kartoffelschalen wieder Erde wird.

Bioabfall ist kein Restmüll, sondern ein wertvoller Rohstoff. Die Stadtverwaltung wurde ganz aktuell vom Rat gebeten ein Konzept zu erarbeiten, wie die Nutzung der Biotonne weiter erhöht werden kann. Oder welche Alternativen es geben könnte, damit nicht fast ein Drittel des Restmülls immer teuer verbrannt werden muss.

Nur so als Anregung – wir haben 2018 in Amsterdam dies Wormenhotel gefunden – und der Name ist so charmant wie das Prinzip dahinter. Dort wohnen tausende Würmer, die sich durch Schalen von Obst und Gemüse arbeiten und daraus wertvollen Kompost machen. Was übrig bleibt, ist kein Müll mehr, sondern nährstoffreiche Erde für Pflanzen, Balkonkästen und Gärten.

„Wurmhotel. Wenn aus Kartoffelschalen wieder Erde wird.“ weiterlesen

„Tanzen, bis die Prüfung kommt!“

Bewegung statt Stillstand: Die fünfte Düsseldorfer „Prüf!“-Demo verlässt am Samstag (9. Mai) ihren gewohnten Platz vor dem Landtag und wird zur Lauf- und Tanzdemo quer durch die Innenstadt. Start ist um 14 Uhr am Worringer Platz – und von dort geht’s mit Beats, Bannern und Botschaft über Karlstraße, Stresemannplatz, Graf-Adolf-Straße und die Kö bis zum Corneliusplatz.

Das Motto ist Programm: „Tanzen, bis die Prüfung kommt!“ – und dahinter steckt mehr als gute Stimmung. Es geht um eine einfache, aber überfällige Forderung: Prüfen, ob Parteien, die als rechtsextremer Verdachtsfall gelten oder entsprechend eingestuft sind, überhaupt auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Nicht irgendwann. Jetzt.

„„Tanzen, bis die Prüfung kommt!““ weiterlesen