Früher Frühling, tiefe Wunden.

Frühling im Hambacher Wald. Der Spaziergang am 8. März war gut besucht, viele wollten sehen, wie es dem Wald nach diesem Winter geht. Auf den ersten Blick wirkt vieles hoffnungsvoll: Aber die Vegetation ist in diesem Jahr rund vier Wochen weiter als normalerweise, frisches Grün drängt aus dem Boden, an vielen Stellen blüht es, in Pfützen und Tümpeln liegt bereits Krötenlaich. Gleichzeitig zeigt der Wald an einigen Stellen schon jetzt seine Trockenheit, der Boden ist rissig, das Unterholz lichter – die Wunden der letzten Jahre sind deutlich sichtbar.

Die Route des Waldspaziergangs führte vom Wanderparkplatz über die Trasse der alten Autobahn bis hin zur BUND Wiese, dem Sperrgrundstück am Rand des Tagebaus. Es ist ein Weg voller Brüche: Man läuft über ehemalige Infrastruktur, die für den Tagebau verschwinden musste, vorbei an frühlingshaftem Grün, hinein in eine Kulisse, in der Braunkohlebagger, Förderbänder und Absperrungen die Zukunft der Landschaft markieren.

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Wenn wir streiken, steht die Welt still

„Wo Frauen streiken, wird sichtbar, dass Politik nicht nur in Parlamenten stattfindet, sondern dort, wo Menschen ihre Zustimmung verweigern“ Hannah Arendt.

Diese Worte sind ein Aufruf, der uns alle angeht – nicht nur Frauen*, sondern auch Männer und Väter. Denn der Kampf für Gleichberechtigung, Emanzipation und Teilhabe ist kein Frauenthema, sondern ein Menschenthema. Der Frauen*streik 2026 am 9. März ist eine Gelegenheit, gemeinsam ein Zeichen zu setzen gegen die falsche Verteilung von Care-Arbeit und gegen die falschen Anforderungen im gesellschaftlichen System und in der Arbeitswelt.

Auf zum feministischen Kampf- und Streiktag! Es geht um Gleichberechtigung und Fairness. Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit ist ein Problem, das uns alle betrifft. Frauen* tragen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit – Kinderbetreuung, Haushalt, emotionale Fürsorge. Diese Arbeit wird oft als selbstverständlich vorausgesetzt, ohne Wertschätzung, ohne Anerkennung, ohne Bezahlung. Das ist nicht nur unfair, sondern auch ein strukturelles Problem, das unsere Gesellschaft als Ganzes schwächt.

Die falschen Anforderungen in der Arbeitswelt verstärken diese Ungleichheit. Frauen* werden oft als „Kostenfaktoren“ oder „Life Style-Teilzeitlerinnen“ abgetan, ihre Leistungen werden unterbewertet, ihre Karrierechancen eingeschränkt. Das ist nicht nur ein Problem für Frauen, sondern für uns alle, denn es verhindert eine echte Teilhabe und eine gerechte Gesellschaft.

Emanzipation bedeutet, sich von alten Rollenbildern zu lösen, die uns einengen und einschränken. Teilhabe bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status – die gleichen Chancen haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Das ist nicht nur ein Recht, sondern eine Notwendigkeit für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.

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#135 ohrwurm ‚Wir stehen im Weg‘ von Luka Blau

Wir stehen im Weg“ fühlt sich an wie Asphalt unter den Handflächen. Wie dieses leise Zittern, wenn man sitzt und weiß: Gleich wird es ernst. Gleich kommt die Durchsage. Gleich kommt jemand in Uniform und sagt, man möge doch bitte … Aber wir mögen eben nicht.

„Wir stehen im Weg“ ist ein Lied, das Haltung beschreibt – nicht laut, sondern klar. Der Song beschreibt aus der Innensicht eine Straßenblockade von Menschen, die sich bewusst Nazis in den Weg stellen. Nicht aus Trotz, sondern aus Verantwortung. Dieses Im-Weg-Stehen ist nicht symbolisch. Es ist körperlich.

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Kino, Kette, Kurbel. Die Bike Film Tour kommt nach Düsseldorf

Wer das Rad nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Leidenschaft lebt, sollte sich den 26. April 2026 schon mal rot im Kalender markieren: Dann macht die Bike Film Tour – Season 2 Station im Savoy Theater in Düsseldorf und bringt die besten internationalen Filme rund um Fahrradkultur, Reisen und nachhaltige Mobilität auf die große Leinwand. EOFT lässt Grüßen 😉

Seit Jahren ist die Bike Film Tour eines der bedeutendsten Filmformate der Bike- und Outdoor-Community in Europa. Das rund zweistündige Programm präsentiert eine bunte Mischung aus Kurz- und Dokumentarfilmen, die eines gemeinsam haben: Sie erzählen bewegende, inspirierende und manchmal atemberaubende Geschichten aus der Welt des Radfahrens.

By the way : Düsseldorf ist als Stadt der Gegensätze auch im Film dabei. Albert Rabaev erlebt Düsseldorf aus einer der schnellsten und direktesten Arten: vom Sattel seines Kurierrads. In dem Film „Wie der Hase läuft“ gibt der Düsseldorfer Fahrradkurier einen ehrlichen, ungeschönten und manchmal atemlosen Einblick in seinen Alltag. Ein Job, der mehr ist als nur Pakete von A nach B bringen – ein Job, der Freiheit, Adrenalin und eine gute Portion Humor erfordert.

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Regennass und trotzdem da…

Ich fahre gerade zurück. Die Jacke klatschnass und der Hoodie feucht. Schuhe durchweicht. Stimme heiser. Wir haben nicht geschwiegen.
Demokratie passiert nicht nur im Parlament. Sie passiert auf der Straße.
Wer schweigt, stimmt zu. Und Düsseldorf hat heute nicht geschwiegen.

Montagabend in Garath. Regen. Dunkle Wolken. Und mehr als 12.000 Menschen, die sich entschieden haben, gegen rechtsradikale Hetze aufzustehen. Gegen den Auftritt von Björn Höcke im Kulturhaus Süd. Gegen rechte Demagogie. Gegen das schleichende Gewöhnen an Sprache und Ideologie, die unsere offene Gesellschaft angreifen.

Wehrhafte Demokratie ist kein Schlagwort aus einer beliebigen Sonntagsrede. Sie ist Praxis. Sie bedeutet, dass wir nicht warten, bis Gerichte entscheiden oder Parlamente debattieren. Sie bedeutet, dass wir selbst Verantwortung übernehmen, wenn rechte Demagogen versuchen, sich in unsere Viertel einzunisten.

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Vier Jahre russische Invasion. Solidarität mit der Ukraine.

Am 24. Februar 2026 jährt sich der russische Großangriff auf die gesamte Ukraine zum vierten Mal. Vier Jahre seit dem Morgen, an dem aus Drohungen Raketen wurden. Vier Jahre seit dem Versuch, ein Land zu brechen – militärisch, politisch, gesellschaftlich.

Was in der Ukraine passiert, ist nicht „weit weg“. Es ist ein Spiegel unserer Entscheidungen. Europas Zögern im Vorfeld, Europas Abhängigkeiten, Europas zu leise Stimme – all das hat Räume geschaffen, in denen ein Aggressor wie Putin handeln konnte. Aus Abhängigkeit erwächst Ohnmacht. Und Ohnmacht ist gefährlich – für die Ukraine, für Europa, für uns.

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Gemeinsam gegen Höcke und die AfD auf die Straße gehen (Update)

Düsseldorf ist bunt, weltoffen und tolerant! Wir brauchen keine menschenfeindliche Parolen und dumpfe Stimmungsmache von zugereisten Rechtsextremen und Nazis!

Am Montag, den 23. Februar 2026, will die AfD den Faschisten Björn Höcke zu einem Vortrag ins Kulturhaus Süd in Garath einladen. Ein Auftritt, der uns alle angeht . „Düsseldorf stellt sich quer“ (@dssq2015) und das Bündnis „Garath tolerant und weltoffen“ organisiert eine Gegendemonstration. Es gibt auch neben Gewerkschaften und Parteien auch weitere Initiven die zu Protesten und Aktionen aufrufen – unter anderem auch das Aktionsbündnis widersetzen. Am Montag werden mit zivilem Ungehorsam wieder viele Menschen auf die Straße gehen und gegen Faschismus und rechte Politik.​​​​ protestieren​. Widerstand ist möglich – und nötig!

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Jacques Tillys Mottowagen – Satire, die vor keinem Mächtigen haltmacht

Der Rosenmontagszug in Düsseldorf bietet neben Fussgruppen und Mottowagen auch eine perfekte Bühne für scharfzüngige Satire: Jacques Tilly, der unangefochtene Meister des Düsseldorfer Wagenbaus, hat erneut zugeschlagen. Seine Mottowagen für den Rosenmontagszug sind nicht nur buntc und laut – sie sind politisch, provokant und unangenehm für die, die sie treffen sollen. Und diesmal hat Tilly die Mächtigen wieder analysiert: Wladimir Putin und Donald Trump stehen im Fokus seiner scharfen Kritik.

Wer Macht missbraucht, wer Leids verursacht, der wird im Karneval nicht verschont. Satire muss wehtun. Die russische Justiz hat Tilly wegen seines Wagens auf dem Russlands Präsident Wladimir Putin buchstäblich im Blut der Ukraine badet – eine schonungslose Anklage gegen den Krieg, den Putin seit 2022 führt – angeklagt. So what. Dies ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit in einem anderen Land. Schon 2006, nach dem Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja, baute er seinen ersten Putin-Wagen. Seitdem hat er den russischen Präsidenten immer wieder ins Visier genommen… und dies mit Recht.

Narrenfreiheit: Eine jahrhundertealte Tradition. Tillys Arbeit steht in einer langen Tradition. Schon im Mittelalter hatten Hofnarren die Aufgabe, den Mächtigen unangenehme Wahrheiten ins Gesicht zu sagen – geschützt durch ihre Rolle als „Narren“. Diese „Narrenfreiheit“ ist bis heute ein zentraler Bestandteil des rheinischen Karnevals. Der Narr darf sagen, was andere nicht wagen. Seit 40 Jahren prägt er mit seinen Wagen den Düsseldorfer Rosenmontagszug. Ob Kirche, Staat, Klimakatastrophe oder Rechtsextremismus: Tilly schreckt vor keinem Thema zurück.

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