Olympia in Düsseldorf und NRW. Ernsthaft jetzt?

Düsseldorf und das Ruhrgebiet liebäugeln erneut mit Olympia. Die Idee einer deutschen Bewerbung klingt ambitioniert, symbolträchtig – und doch gefährlich vertraut. Denn schon einmal träumte die Region von den Spielen. Düsseldorf wollte gemeinsam mit der Rhein-Ruhr-Region die Olympischen Spiele 2012 austragen. Anfang der 2000er Jahre sollte „Düsseldorf Rhein-Ruhr 2012“ das internationale Megaereignis an den Rhein holen. Am Ende jedoch blieb der Traum unerfüllt – und hinterließ viele offene Fragen. Die damalige Bewerbung ging 2002 mit großen Erwartungen an den Start. Unterstützt von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement und Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin wollte ein Städtebündnis von Aachen bis Köln Gastgeber der Welt sein.

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Die Scham muss die Seite wechseln.

„Solange sich Täter sicher fühlen, sind Frauen es nicht.“ Dieser Satz trifft ins Mark. Er beschreibt unsere Gesellschaft. Sicherheit ist ein Privileg und hängt ab vom Chromosomensatz.

Was Schauspielerin Collien Fernandes öffentlich gemacht hat, ist was viele Frauen erleben – Sexismus, Catcalling, digitale Gewalt, Erniedrigung, das Gefühl des Ausgeliefertseins – es macht fassungslos. Was ihr passiert ist ist einfach nur erschütternd und macht sprachlos. Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Muster. Und dieses Muster zieht sich durch Jahrzehnte / Jahrhunderte, über Ländergrenzen und soziale Milieus hinweg.

Ob Jeffrey Epstein, Harvey Weinstein, die zahllosen Enthüllungen aus Politik, Medien oder Sport: Sie alle zeigen dieselbe Dynamik. Männer mit Macht. Frauen, die mundtot gemacht werden. Strukturen, die wegsehen – oder sogar mittragen. All diese unzähligen Geschichten sind nicht nur Skandale. Sie sind Symptome eines globalen Systems, das sexuelle Gewalt ermöglicht und verschleiert. Sie zeigen, dass Patriarchat und Machtmissbrauch Verbündete sind – und dass auch digital neue Räume entstehen, in denen Gewalt weiterlebt, nur anonymer, vermeintlich „unsichtbar“. Deepfakes, nicht-einvernehmliche Nacktbilder, Online-Belästigung: Das alles sind Fortsetzungen derselben Logik. Dieselbe Geringschätzung, dieselbe Entmenschlichung. Nur die Bühne hat sich geändert.

Männer, wir müssen endlich wütender werden. Diese Wut darf nicht nur Betroffene tragen. Es braucht uns alle – vor allem uns Männer. Denn solange wir als Männer nicht laut werden, bleibt das System stabil. Solange Männer sich sicher fühlen, bleiben Frauen es nicht. Wut auf die patrichalen Strukturen, die Täter schützen. Wut auf Social Media Plattformen, die Profit über Verantwortung stellen. Wut auf die Justitz, die zu langsam, zu lasch, zu blind ist.

Wir müssen endlich die Social Media Netzwerke, KI Lösungen und Digitalen Plattformen in die Pflicht nehmenn: alle Inhalte, die sexualisierte Gewalt zeigen oder begünstigen, müssen sofort entfernt werden. Strafbarkeit digitaler Gewalt: Deepfakes und nicht-einvernehmliche Nacktbilder müssen konsequent geahndet werden. Es braucht einen Gesellschaftlichen und Politischen Wandel: Wir müssen aufhören, Scham zu individualisieren – sie gehört zu den Tätern, nicht zu den Frauen.

Digitale Gewalt ist reale Gewalt. Sie ist Teil derselben Kultur desselben Mindsets, die Epstein, Weinstein und viele anderen möglich macht. Und solange wir weiter nur empört, aber nicht strukturell handeln, ändert sich nichts. Nicht zu handeln, bedeutet mitzumachen.

Kettenkino bringt Radkultur und Kurzfilme auf die Straße

Die Idee ist so einfach wie genial. Eine Gruppe Radfahrer:innen macht sich auf den Weg, etwa 20 Kilometer durch die Stadt. An verschiedenen Stationen werden mit Beamern und Soundanlagen Fahrradkurzfilme an die Wand geworfen – kuratiert vom International Cycling Film Festival (ICFF) aus Herne. Die Filme reichen von urbanen Radabenteuern bis zu poetischen Geschichten auf zwei Rädern. Inspiriert ist das Ganze vom Kettenkino der Velokitchen Dortmund, das schon länger zeigt, wie Radkultur und Film zusammenpassen.

Am 11. April 2026, ab 20 Uhr, startet das Kettenkino am Fürstenplatz – und wer mitradelt, erlebt die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive. Kein klassisches Kino, keine festen Sitze, keine überteuerten Snacks. Stattdessen: Fassaden und Unterführungen als Leinwände, eine Radtour als Kinosaal, und Kurzfilme, die speziell für Fahrradfans gemacht sind.

Wer mitmachen will, braucht ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten etwas Regenfeste Kleidung (Aprilwetter ist unberechenbar), Snacks und Getränke für unterwegs, und etwa zwei Stunden Zeit. Eine Anmeldung ist nicht nötig – einfach am Fürstenplatz auftauchen und losradeln. Infos gibt’s beim ADFC Düsseldorf: adfc.de/duesseldorf. Alles powerde by Lastenhelfer Düsseldorf

Wer Lust auf einen Vorgeschmack hat, kann sich hier ein Video vom Kettenkino in Düsseldorf vor einigen Jahren anschauen: Kettenkino – Eindrücke aus Dortmund.

Unsere NRW Landesregierung hat PRÜFungsangst

Auf der Wiese vor dem Landtag hat Düsseldorf heute trotz Regen ein deutliches Signal gesendet: PRÜF, NRW, PRÜF! Rund 1.500 Menschen standen am Nachmittag im Nieselregen, um den Abgeordneten im Landtag im Grunde nur einen einzigen Wunsch mitzugeben: Prüft rechtsextreme Parteien – mit den Mitteln des Rechtsstaats, nicht mit Bauchgefühl.

PRÜF steht für „Prüfung Rettet Übrigens Freiheit!“ und die Forderung ist klar: Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.

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Früher Frühling, tiefe Wunden.

Frühling im Hambacher Wald. Der Spaziergang am 8. März war gut besucht, viele wollten sehen, wie es dem Wald nach diesem Winter geht. Auf den ersten Blick wirkt vieles hoffnungsvoll: Aber die Vegetation ist in diesem Jahr rund vier Wochen weiter als normalerweise, frisches Grün drängt aus dem Boden, an vielen Stellen blüht es, in Pfützen und Tümpeln liegt bereits Krötenlaich. Gleichzeitig zeigt der Wald an einigen Stellen schon jetzt seine Trockenheit, der Boden ist rissig, das Unterholz lichter – die Wunden der letzten Jahre sind deutlich sichtbar.

Die Route des Waldspaziergangs führte vom Wanderparkplatz über die Trasse der alten Autobahn bis hin zur BUND Wiese, dem Sperrgrundstück am Rand des Tagebaus. Es ist ein Weg voller Brüche: Man läuft über ehemalige Infrastruktur, die für den Tagebau verschwinden musste, vorbei an frühlingshaftem Grün, hinein in eine Kulisse, in der Braunkohlebagger, Förderbänder und Absperrungen die Zukunft der Landschaft markieren.

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Wenn wir streiken, steht die Welt still

„Wo Frauen streiken, wird sichtbar, dass Politik nicht nur in Parlamenten stattfindet, sondern dort, wo Menschen ihre Zustimmung verweigern“ Hannah Arendt.

Diese Worte sind ein Aufruf, der uns alle angeht – nicht nur Frauen*, sondern auch Männer und Väter. Denn der Kampf für Gleichberechtigung, Emanzipation und Teilhabe ist kein Frauenthema, sondern ein Menschenthema. Der Frauen*streik 2026 am 9. März ist eine Gelegenheit, gemeinsam ein Zeichen zu setzen gegen die falsche Verteilung von Care-Arbeit und gegen die falschen Anforderungen im gesellschaftlichen System und in der Arbeitswelt.

Auf zum feministischen Kampf- und Streiktag! Es geht um Gleichberechtigung und Fairness. Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit ist ein Problem, das uns alle betrifft. Frauen* tragen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit – Kinderbetreuung, Haushalt, emotionale Fürsorge. Diese Arbeit wird oft als selbstverständlich vorausgesetzt, ohne Wertschätzung, ohne Anerkennung, ohne Bezahlung. Das ist nicht nur unfair, sondern auch ein strukturelles Problem, das unsere Gesellschaft als Ganzes schwächt.

Die falschen Anforderungen in der Arbeitswelt verstärken diese Ungleichheit. Frauen* werden oft als „Kostenfaktoren“ oder „Life Style-Teilzeitlerinnen“ abgetan, ihre Leistungen werden unterbewertet, ihre Karrierechancen eingeschränkt. Das ist nicht nur ein Problem für Frauen, sondern für uns alle, denn es verhindert eine echte Teilhabe und eine gerechte Gesellschaft.

Emanzipation bedeutet, sich von alten Rollenbildern zu lösen, die uns einengen und einschränken. Teilhabe bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status – die gleichen Chancen haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Das ist nicht nur ein Recht, sondern eine Notwendigkeit für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.

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#135 ohrwurm ‚Wir stehen im Weg‘ von Luka Blau

Wir stehen im Weg“ fühlt sich an wie Asphalt unter den Handflächen. Wie dieses leise Zittern, wenn man sitzt und weiß: Gleich wird es ernst. Gleich kommt die Durchsage. Gleich kommt jemand in Uniform und sagt, man möge doch bitte … Aber wir mögen eben nicht.

„Wir stehen im Weg“ ist ein Lied, das Haltung beschreibt – nicht laut, sondern klar. Der Song beschreibt aus der Innensicht eine Straßenblockade von Menschen, die sich bewusst Nazis in den Weg stellen. Nicht aus Trotz, sondern aus Verantwortung. Dieses Im-Weg-Stehen ist nicht symbolisch. Es ist körperlich.

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Regennass und trotzdem da…

Ich fahre gerade zurück. Die Jacke klatschnass und der Hoodie feucht. Schuhe durchweicht. Stimme heiser. Wir haben nicht geschwiegen.
Demokratie passiert nicht nur im Parlament. Sie passiert auf der Straße.
Wer schweigt, stimmt zu. Und Düsseldorf hat heute nicht geschwiegen.

Montagabend in Garath. Regen. Dunkle Wolken. Und mehr als 12.000 Menschen, die sich entschieden haben, gegen rechtsradikale Hetze aufzustehen. Gegen den Auftritt von Björn Höcke im Kulturhaus Süd. Gegen rechte Demagogie. Gegen das schleichende Gewöhnen an Sprache und Ideologie, die unsere offene Gesellschaft angreifen.

Wehrhafte Demokratie ist kein Schlagwort aus einer beliebigen Sonntagsrede. Sie ist Praxis. Sie bedeutet, dass wir nicht warten, bis Gerichte entscheiden oder Parlamente debattieren. Sie bedeutet, dass wir selbst Verantwortung übernehmen, wenn rechte Demagogen versuchen, sich in unsere Viertel einzunisten.

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