#135 ohrwurm ‚Wir stehen im Weg‘ von Luka Blau

Wir stehen im Weg“ fühlt sich an wie Asphalt unter den Handflächen. Wie dieses leise Zittern, wenn man sitzt und weiß: Gleich wird es ernst. Gleich kommt die Durchsage. Gleich kommt jemand in Uniform und sagt, man möge doch bitte … Aber wir mögen eben nicht.

„Wir stehen im Weg“ ist ein Lied, das Haltung beschreibt – nicht laut, sondern klar. Der Song beschreibt aus der Innensicht eine Straßenblockade von Menschen, die sich bewusst Nazis in den Weg stellen. Nicht aus Trotz, sondern aus Verantwortung. Dieses Im-Weg-Stehen ist nicht symbolisch. Es ist körperlich.

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Marlo Grosshardt im Weltkunstzimmer. Liebeslieder an eine bessere Welt

Im Garten zwei Hausnummern weiter weht ein Fähnchen im Wind
Am roten Pfeil steil nach oben der Vater singt mit sei’m Kind
Die Strophen, die längst schon verboten, doch hier hört sie nur der Wind
Weit weg von der großen Stadt trifft sich braune Masse geschwind

Ja, ich schreibe Liebeslieder an ein Mädchen namens Flora
Und frage sie: „Wann kommst du endlich in mein Dorf?“
Dann brenn’n nie wieder Bücher, sondern eure Fahnen
Und wir errichten hier unser buntes Bullerbü

Partisanen, Marlo Grosshardt

Ich mag seine Texte. Weil er Liebeslieder an eine bessere Welt schreibt – und dabei keine Blumen um den Mund windet. Seine Songs sind kritisch, poetisch und voller Wut, verpackt in Melodien. GoldMucke holt einen der spannendsten jungen Songwriter Deutschlands in die Stadt: Marlo Grosshardt. Der 23-jährige Hamburger bringt seine schön provokanten Texte, seine raue Pop-Attitüde und eine Stimme, die zwischen Nostalgie und Aufruhr wandert, ins Weltkunstzimmer (Ronsdorfer Str. 77a). Mi, 18. März 2026 Einlass ist ab 19:00 Uhr, los geht’s um 20:00 Uhr

#133 ohrwurm

Die neue Single, neues Gefühl im Bauch. „Allein“ von MASSENDEFEKT ist da – und eröffnet ganz nebenbei das 25. Bandjahr. Vierteljahrhundert Punkrock mit Herz, Haltung und ordentlich Patina – und trotzdem klingt der Song frisch, ehrlich und verdammt nah dran. „Allein“ ist kein Jammerstück, sondern ein kurzer Stopp in dieser Dauerrotation namens Alltag. Ich hab das Ding diese Woche auf Deezer im Loop gehabt – und es trifft. Alleinsein ist kein Rückzug – manchmal ist es das, was dich wieder auflädt.

Ich habe die Stadt gerade allein für mich.
(..) Von allem immer viel zu viel.
Nur noch Druck und kein Ventil.
Keine Menschen, keine Autos, keiner schreib mich an. Kein Stress, keine Meetings und keinen Plan.

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#132 ohrwurm

Dieses Lied von Madsen ist kein Weihnachtslied mit Glocken. Es ist ein Lagebericht. Zwischen Kassenstress, Paketdiensten im Dauerlauf und dem Gefühl, dass draußen etwas kippt, während drinnen noch schnell Kerzen angezündet werden.

Es geht wieder los, die Menschen hängen Lichterketten auf
Und stellen sich mit Glühwein einen rein
Es geht wieder los, bei Aldi jetzt im Sonderangebot
Alles was wir brauchen zum besinnlich sein
Wenn der erste Schnee fällt, werde ich sentimental
Bin froh über die Liebsten, die ich hab
Und wenn ich mir was wünschen darf, dann
Friedliche Weihnachten für alle
Für die Freundschaft und die Liebe
Und nie wieder Krieg
Friedliche Weihnachten für alle
Frohes Fest, darauf das es noch Hoffnung gibt
An alle die mich hör′n, bitte seid lieb
Es geht wieder los, George Michael hat sein Herz nochmal verschenkt
Und die Kinder rasten langsam aus
Alle unterwegs, alle gestresst
Paketdienst-Sonderschicht
Nur Kevin ist wieder allein Zuhaus

Während irgendwo wieder „Last Christmas“ läuft, singt Madsen von Hoffnung, die nicht laut ist. In dem Sinne : Friedliche Weihnachten.
Für alle.

#130 ohrwurm

Deine Rente ist nicht sicher,
dir fällt ja nichts in Schoß
mein reißt sich jahrelang den Arsch auf
und dann ist man arbeitslos

Das liegt vor allem an den Fremden
in diesem deutschen Land
Doch deine Werte sind das Fremde
hast Du echt noch nicht erkannt …

(…) Nein auf dieser Party
mag dich keiner,
halt die Fresse, du Vollidiot
Du projizierst nur deine Ängste
damit machst du’s die zu einfach
Ich will nicht mehr diskutieren

Mein Ohrwurm der Woche: „Gegenparty“ von den Killerpilzen – stabil bleiben in diesen Zeiten. Manchmal braucht man einfach einen Song, der dich daran erinnert, dass du nicht allein bist mit dem ganzen Chaos da draußen. „Gegenparty“ von den Killerpilzen ist genau so ein Lied.

#129 ohrwurm

Madsen singen nicht von gestern. Sie singen von jetzt. Von „Visionen“, die keine sind. Jetzt ist der Moment, in dem bürgerlicher Widerstand sichtbar werden muss. Nicht irgendwann. Jetzt.

Sie machen sich wieder breit, hab’n nichts gelernt mit der Zeit
Und ihr Hass ist groß, dagegen Faust hoch

Sie sind so stolz auf ihr Land,
profitier’n von der Angst
Sie brauchen Widerstand, also Faust hoch

Kein’n Zentimeter nach rechts, alle aufsteh’n jetzt
Von allein geh’n sie nicht weg

Was ist uns unsre Freiheit wert?
Nur dagegen sein reicht nicht mehr
Jedes Schweigen ist folgеnschwer. Also los, Faust hoch

Sie nenn’n es ihre Vision, reden von Remigration
Ach, nee, sie plan’n es schon, dagegen Faust hoch

Und dann die viel’n Frustrierten, die einfach mitmarschier’n
Die Konsequenz ignorier’n, was ist mit euch los?
Lass den Verstand aktivier’n, die Hoffnung nicht verlier’n
Die Brandmauer, das sind wir.

Faust Hoch von Madsen

Der Rechtsruck organisiert sich. Mit rassistischen Parolen und Hetze. Mit offen faschistischen Erzählungen. Mit Angst als Geschäftsmodell. Dagegen hilft kein Schulterzucken. Kein „Die meinen das doch nicht so“. Kein Schweigen. Vielfalt ist unsere Stärke. Wir sehen uns am Montag, 17.11.2025 vor den Bilk Arcaden

#128 ohrwurm

Düsseldorf (Mein Blumentopf) ist so ein Lied. Zwar rund 8 Jahre alt, aber immer noch da. Wie der erste Blick morgens aus dem Fenster. Wie dieses Gefühl: Hier bin ich richtig. Enkelson erzählt nicht vom Hochglanzprospekt.
Er erzählt von Pempelfort, , Altstadt, Carlsplatz, Gerresheim.
Von Glanz und Oberflächlichkeit – und davon, dass man trotzdem bleibt.
Oder vielleicht genau deshalb.

Krass, wo komm′ die Menschen her, was wollen all‘ die Menschen dort
Hier bekommt man mit, wie sich der Stadtaffe sattgafft
An Oberflächlichkeit, weil er die Schönheit dieser Stadt nicht rafft
Dass er gefangen ist, wie du und ich, glaubst du das denn wirklich
Siehst du diese Schönheit nicht
Draußen auf der Kö lässt man Peinlichkeiten peinlich sein
Verkehrte Welt und trotzdem doch die wundervollste Stadt am Rhein

Düsseldorf
Ich liebe diese Stadt
Und eigentlich hat mich die Stadt noch lange nicht satt gemacht
Ich will dich atmen deinen Glanz und deine Farben doch
Zwischen all dem Schein scheinen leider deine Narben noch

Düsseldorf
Oh ich liebe diese Stadt
Was hab ich für dich und du auch schon für mich gemacht
Ich bleibe hier, auch wenn ich ganz weit weg bin
Du bleibst meine Heimat ich weiß wo meine Wurzeln sind

Die Brandmauer das sind wir!

Ich hab da aus Gründen einen Ohrwurm von der Band Madsen seit einigen Tagen, den würde ich gerne mit euch teilen.

„Keinen Zentimeter nach rechts
Alle aufstehen jetzt
Von allein gehen sie nicht weg.

Was ist uns unsere Freiheit wert
Nur dagegen sein reicht nicht mehr.
Jedes Schweigen ist folgenschwer.
Also los Faust hoch gegen Faschismus.
Sie nennen es ihre Vision.
Reden von Remigration.
Ach nee sie planen es schon.
Dagegen Faust hoch.
Und dann die vielen Frustrierten –
Die einfach mitmarschieren.
Die Konsequenz ignorieren
Was ist mit euch los?
Lass den Verstand aktivieren –
Die Hoffnung nicht verlieren.
Die Brandmauer das sind wir!

Dauerhaftes Weihnachtsfeeling für’s Friedensplätzchen

Auf dem Friedensplätzchen hat es leider ein Baum nicht über den Sommer geschafft. Es gibt einige Straßenbäume bei uns im Viertel die mit den stressigen Bedingungen nicht klargekommen sind. Ich setze meine Hoffnung auf die Zukunftsbaumliste der Stadt @duesseldorf. Bevor man aber über eine reguläre Ersatzpflanzungen nachdenkt – wie wäre es stattdessen mit einem ‚lebenden Weihnachtsbaum‘?

Der Standort auf dem Friedensplätzchen ist insofern optimal da der Bauernmarkt nicht tangiert wird. Und auch die Fläche davor bietet sich an – I know, ist nicht so zentral mittig, aber man kann nicht alles für 6 Wochen im Jahr haben… Dann muss auch nicht jedes Jahr ein 16 Jahre alter Baum gefällt werden, um für wenige Wochen einen dekorativen Treffpunkt in der Nachbarschaft zu schaffen. Es gab vor zwei Jahren schon mal erste Überlegungen und Gespräche inklusive Ortstermin dazu und auch die positiven Erfahrungen vom Fürstenplatz und aus dem Zoopark wurden zusammengeführt – vielleicht kann man dies Thema wieder aufgreifen und dies zeitnah einbringen. Ich würde mich auf einen weiteren ‚Lebenden Weihnachtsbaum‘ im Viertel freuen 🙂


In dem Sinne – die Zeit rennt und bald ertönt wieder „oh Tannenbaum“ und diese Ohrwurm von Wham! auf dem Plätzchen im Herzen von Unterbilk.