In Gedenken an die ‚Aktion Rheinland‘

In Gedenken an die mutigen Männer der Aktion Rheinland

„Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.“

Der 2. Weltkrieg und der Terror der Nazis war in Düsseldorf am 17. April 1945 endlich vorbei  – an diesem Tag wurde Düsseldorf durch Soldaten der US-Armee kampflos übernommen. Das die Stadt nicht Ziel eines weiteren taktischen allierten Luftangriffs wurde oder das der Befehl des Gauleiters nur ‚verbrannte Erde‘ zu hinterlassen nicht umgesetzt werden konnten verdanken wir einer kleinen Widerstandsgruppe um Karl August Wiedenhofen und Aloys Odenthal und deren „Aktion Rheinland„. Eine kurze Zusammenfassung der damaligen Geschehnisse findet  ihr aber auch auf der Webseite aktion-rheinland.de :

Eine bürgerliche Widerstandsgruppe um den Architekten Aloys Odenthal und Rechtsanwalt August Wiedenhofen will dem sinnlosen Sterben und der Zerstörung ihrer Stadt nicht tatenlos zusehen. Sie nehmen Kontakt zum Oberstleutnant der Schutzpolizei Franz Jürgens auf, der ihnen als vertrauenswürdig geschildert worden war. Ihr Vorhaben ist, den Alliierten die Stadt kampflos zu übergeben.
Am Mittag des 16. April 1945 dringt die Gruppe mit vorgehaltener Waffe in das Amtszimmer von SS-Brigadeführer August Korreng im Polizeipräsidium am heutigen Jürgensplatz ein. Die Männer verhaften ihn und sperren ihn in eine Gefängniszelle.
Unterdessen gelangen Odenthal und Wiedenhofen mit einem von Franz Jürgens ausgestellten Passierschein nach Mettmann zu den US-Truppen. Sie versichern ihnen die kampflose Übergabe der Stadt und flehen sie an, von einem geplanten Bomberangriff Abstand zu nehmen. Was die beiden da noch nicht wissen: Die Aktion im Präsidium ist von einem regimetreuen Polizeibeamten in der Telefonzentrale verraten worden. Eine alarmierte Streife von Fallschirmjägern dringt in das Gebäude ein und befreit August Korreng wieder aus seiner Zelle. Jürgens und ihre Freunde werden verhaftet.
Während die beiden Zivilisten mit den Amerikanern verhandeln, wird über Franz Jürgens von einem Standgericht im Steigenberger Parkhotel das Todesurteil gesprochen. Die vier Zivilisten, Bauunternehmer Theodor Andresen, Ingenieur Karl Kleppe, Kaufmann Josef Knab und Student Herrmann Weill werden von Standgerichten an der Stoffeler Straße zum Tod durch Erschießen verurteilt. Noch in derselben Nacht werden alle eilends auf dem Hof der Berufsschule an der Färberstraße erschossen und ihre Leichen verscharrt. (Quellen: aktion-rheinland.de)

Die Ereignisse dieser Tage 1945 und Hintergründe zu den Personen wurden von der Geschichtswerkstatt Düsseldorf vor zwei Jahren übersichtlich ein dem Dossier „Die Ereignisse des 16. und 17. April 1945 in DüsseldorfAktion Rheinland‘“ (pdf) zusammengefasst. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Flugblattaktion der Antifaschistischen Kampforganisation (Antifako) – in ihren Flyern wurde die Düsseldorfer Bevölkerung aufgerufen die Alliierten mit weißen Fahnen zu empfangen.
Wer sich auf die Spuren des Widerstandes bzw der Befreiung begeben möchte – es gibt einen „Weg der Befreiung“ mit zahlreichen Erklärtafeln an den entsprechenden historischen Orten im Stadtgebiet, sowie regelmäßige Ausstellungen und historische Rundgänge der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Habe vor einiger Zeit eine Karte mit dem Arbeitstitel „Gegen das Vergessen – Stolpersteine und weitere Orte des Gedenkens in unserer Stadt“ erstellt…

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