Schlagwort: stolpersteine

Faschismus war und ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Faschismus war und ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Wir sind es die das Gedenken wachhalten und eine wehrhafte Demokratie erhalten müssen. Es sind auch die kleinen Gesten und Signale – schnappt euch einen Schwamm oder Lappen, Wasser, Reiniger (für Messing wäre super) und macht einfach mal den Stolperstein in eurer Nachbarschaft sauber… eine relativ aktuelle Liste findet ihr hier  https://w.wiki/GEd.

Faschismus war und ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Wir sind es die das Gedenken wachhalten und eine wehrhafte Demokratie erhalten müssen. Es sind auch die kleinen Gesten und Signale – schnappt euch einen Schwamm oder Lappen, Wasser, Reiniger (für Messing wäre super) und macht einfach mal den Stolperstein in eurer Nachbarschaft sauber… eine relativ aktuelle Liste findet ihr hier.

In Gedenken an die ‚Aktion Rheinland‘

In Gedenken an die mutigen Männer der Aktion Rheinland

„Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.“

Der 2. Weltkrieg und der Terror der Nazis war in Düsseldorf am 17. April 1945 endlich vorbei  – an diesem Tag wurde Düsseldorf durch Soldaten der US-Armee kampflos übernommen. Das die Stadt nicht Ziel eines weiteren taktischen allierten Luftangriffs wurde oder das der Befehl des Gauleiters nur ‚verbrannte Erde‘ zu hinterlassen nicht umgesetzt werden konnten verdanken wir einer kleinen Widerstandsgruppe um Karl August Wiedenhofen und Aloys Odenthal und deren „Aktion Rheinland„. Eine kurze Zusammenfassung der damaligen Geschehnisse findet  ihr aber auch auf der Webseite aktion-rheinland.de :

Eine bürgerliche Widerstandsgruppe um den Architekten Aloys Odenthal und Rechtsanwalt August Wiedenhofen will dem sinnlosen Sterben und der Zerstörung ihrer Stadt nicht tatenlos zusehen. Sie nehmen Kontakt zum Oberstleutnant der Schutzpolizei Franz Jürgens auf, der ihnen als vertrauenswürdig geschildert worden war. Ihr Vorhaben ist, den Alliierten die Stadt kampflos zu übergeben.
Am Mittag des 16. April 1945 dringt die Gruppe mit vorgehaltener Waffe in das Amtszimmer von SS-Brigadeführer August Korreng im Polizeipräsidium am heutigen Jürgensplatz ein. Die Männer verhaften ihn und sperren ihn in eine Gefängniszelle.
Unterdessen gelangen Odenthal und Wiedenhofen mit einem von Franz Jürgens ausgestellten Passierschein nach Mettmann zu den US-Truppen. Sie versichern ihnen die kampflose Übergabe der Stadt und flehen sie an, von einem geplanten Bomberangriff Abstand zu nehmen. Was die beiden da noch nicht wissen: Die Aktion im Präsidium ist von einem regimetreuen Polizeibeamten in der Telefonzentrale verraten worden. Eine alarmierte Streife von Fallschirmjägern dringt in das Gebäude ein und befreit August Korreng wieder aus seiner Zelle. Jürgens und ihre Freunde werden verhaftet.
Während die beiden Zivilisten mit den Amerikanern verhandeln, wird über Franz Jürgens von einem Standgericht im Steigenberger Parkhotel das Todesurteil gesprochen. Die vier Zivilisten, Bauunternehmer Theodor Andresen, Ingenieur Karl Kleppe, Kaufmann Josef Knab und Student Herrmann Weill werden von Standgerichten an der Stoffeler Straße zum Tod durch Erschießen verurteilt. Noch in derselben Nacht werden alle eilends auf dem Hof der Berufsschule an der Färberstraße erschossen und ihre Leichen verscharrt. (Quellen: aktion-rheinland.de)

Die Ereignisse dieser Tage 1945 und Hintergründe zu den Personen wurden von der Geschichtswerkstatt Düsseldorf vor zwei Jahren übersichtlich ein dem Dossier „Die Ereignisse des 16. und 17. April 1945 in DüsseldorfAktion Rheinland‘“ (pdf) zusammengefasst. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Flugblattaktion der Antifaschistischen Kampforganisation (Antifako) – in ihren Flyern wurde die Düsseldorfer Bevölkerung aufgerufen die Alliierten mit weißen Fahnen zu empfangen.
Wer sich auf die Spuren des Widerstandes bzw der Befreiung begeben möchte – es gibt einen „Weg der Befreiung“ mit zahlreichen Erklärtafeln an den entsprechenden historischen Orten im Stadtgebiet, sowie regelmäßige Ausstellungen und historische Rundgänge der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Habe vor einiger Zeit eine Karte mit dem Arbeitstitel „Gegen das Vergessen – Stolpersteine und weitere Orte des Gedenkens in unserer Stadt“ erstellt…

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Hinter jedem dieser Namen steht ein Opfer des Holocaust.


Niemals vergessen.

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Vera Schuster, Siegfried Goldschmidt, Richard Wallach, Albert Eckstein, Dr. Siegfried Klein, Berta Dirks, Albert Schöndorff, Dagobert Lubinski, Eduard Wolff, Erich Felsenthal, Erna Aufricht, Fritz Heymann, Herbert Nathan, Hermann Cohen, Jakob Sass, Julius Morgendorff, Karlheinz und Ursula Reinsberg, Margartha Goldschmidt, Margot Cohn, Max Lilienfeld… Düsseldorferinnen und Düsseldorfer die in Auschwitz ermordet worden sind.

Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Stolpersteine als Erinnerung an NS-Opfer

stolpersteine_karteAuch in diesem Jahr werden wir wieder ein paar Stolpersteine in unserer Nachbarschaft säubern & reinigen… Wer diese Idee aufgreifen möchte: hier eine Karte mit Standorten im Stadtgebiet. Man braucht nur handelsübliche Metall- oder spezielle Messingpolituren (gibt’s in jeder Drogerie), einen Lappen und ein wenig Wasser. Keinesfalls sollte man zur Reinigung Drahtbürsten oder die harte Seite des Spülschwamms benutzen, da sonst die Oberfläche unnötig verkratzt wird.

Erinnerung wachhalten

2015_stolpersteine
Auch in diesem Jahr wurden in Gedenken an die Opfer der Pogromnacht und der NS-Zeit einige Stolpersteine in unserer Nachbarschaft gereinigt. Ein kleiner Beitrag, damit die Erinnerung an die Menschen nicht verblasst, die während des Dritten Reiches von den Nationalsozialisten verschleppt, gefoltert, ermordet oder in den Selbstmord getrieben wurden.
Wer diese Idee aufgreifen möchte: hier eine Karte mit Standorten im Stadtgebiet. Man braucht nur handelsübliche Metall- oder spezielle Messingpolituren (gibt’s in jeder Drogerie), einen Lappen und ein wenig Wasser. Keinesfalls sollte man zur Reinigung Drahtbürsten oder die harte Seite des Spülschwamms benutzen, da sonst die Oberfläche unnötig verkratzt wird.

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Gegen das Vergessen – Stolpersteine und weitere Orte des Gedenkens in unserer Stadt.

IMG_9136 „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ Max Mannheimer, Holocaust Überlebender.
Die Erinnerung und das Gedenken an die Opfer der Schoah ist untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden – das ist unangenehm und gefällt vielen nicht.  Anscheinend „beflügelt“ von den rechtspopulistischen Demos häufen sich wieder die Aussagen à la „Es muss auch mal endlich Schluss sein“ oder Ich war doch nicht dabei„. Nur – man kann nicht einfach wegschauen und so tun als hätte es den Holocaust nicht geben.  Diese dunkle Seite der deutschen Geschichte kann nicht verschwiegen oder versteckt oder umgedeutet oder weggelogen werden – die Millionen Toten des Holocaust gehören zu unserer Historie genauso wie  die Wiedervereinigung, die 95 Thesen in Wittenberg und die Teilung des Fränkischen Reiches 843 n. Chr.. Wir müssen lernen mit diesem Erbe umzugehen –  die Erinnerung an diese Menschen wachzuhalten ist der Auftrag an uns als Enkelgenerationen. Faschismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus darf nie wieder in unsere Gesellschaft zurückkehren!


(Diese Karte im Vollbild)

Die Karte mit den Stolpersteinen im Stadtgebiet (es gibt mittlerweile 230 dieser Gedenksteine) sowie weiteren Orten des Gedenkens ist ein Anfang. Sie zeigt einen ersten Zwischenstand. Neben Informationen von der Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf sind unterschiedliche Quellen und Projekte – wie diese Karte in Google Maps oder die wohl umfassendste Zusammenstellung mit Namen und Geburtsdaten von wiki-de.genealogy.net – verwendet worden.

Bei der Recherche fiel übrigens auf, dass es keine Wikipedia-Seite zu den Düsseldorfer Stolpersteinen gibt, anders als in anderen Städten… vielleicht hat ja jemand von Euch Lust und Erfahrung diese Lücke zu schließen.

(Update vom 20.01.2016): Mir ist gerade aufgefallen das es nun auch eine erste Liste mit Stolpersteinen in Düsseldorf auf Wikipedia gibt…

(Update vom 31.01.2015) Habe nach Hinweisen aus der LeserInnenschaft einige Stolpersteine nachgetragen – aber auch zahlreiche weitere Standorte – wie die der ehemaligen Synagoge, dem SS-Foltergefängnis, „Schlegelkeller“, dem SA-Folterkeller, dem „Schlageterheim“ der SA, den Ort der Bücherverbrennung, den Standort des „Zigeunerlager Höherweg“, die Gedenktafel für Hilarius Gilges, den Ort des Gedenkens für die politisch Verfolgten in Gerresheim, die Erschiessungsmauer an der die Mitglieder der Aktion Rheinland ermordet wurden, den Sammelort der deportierten Juden sowie die sechs Standorte der Außenlager des KZs Sachsenhausen und des KZs Buchenwald in Düsseldorf.

Kleiner Aufruf: Wenn ihr noch weitere Standorte kennt, die hier nicht eingetragen sind – meldet euch gern. Ihr könnt die Adresse auch ins Bemerkungsfeld posten…