Sind wir ehrlich: Autos sind in der Stadt längst Stehzeuge und keine Fahrzeuge. Ganze Straßenzüge werden blockiert – dabei könnte hier so viel mehr Leben stattfinden. Die Idee kam mir unterwegs – beim Blick auf ein Wahlplakat der @gruene_duesseldorf_bezirk3 : Dort wurde vorgeschlagen, die Konkordiastraße komplett neu zu denken und visionär zu überarbeiten – mit mehr Bäumen und Wasserlauf (gespeist aus der unterirdisch fliessenden Düssel) usw.
Eine schöne Vision, die mich direkt inspiriert hat. Warum nicht mehr Spielstraßen schaffen bei uns im Viertel wie zum Beispiel auf Straßen die innerhalb der Quartiere liegen wie der Sedanstraße?
Weniger Blech, mehr Platz zum Spielen, Radeln, Quatschen. Kinder mit Kreide auf dem Asphalt, Bänke zum Sitzen, Nachbarschaft, die sich trifft…. Kurz um – eine Straße, die wieder den Menschen gehört. Was muss man eigentlich tun, um eine Straße offiziell als Spielstraße auszuweisen? Welche Auflagen, welche Möglichkeiten gibt es?
Vielleicht ist es ein weiter Weg – aber jede Veränderung beginnt mit einer Idee. Und manchmal eben mit einem Plakat an der Ecke.
Manche nennen es „Lastenrad“. Unser Bakfiets ist einfach unser Muli – denn genau das ist es für uns im Alltag. Ein treuer Lastenträger, ein Gefährt mit Geschichte(n), ein flexibler Begleiter durch all das, was zwischen Kita, Garten und Kiez so anfällt.
Natürlich war es erstmal für die Kinder gedacht. Klar. Mit Sitzbank, Gurten und dem Windschutz vorne dran. Damit man schnell zur Schule oder zum Park kommt, ohne mit dem SUV den Bürgersteig zu verstopfen. Aber ziemlich schnell wurde aus dem Kindertaxi ein echtes Alltagswunder.
Was wir alles transportiert haben?
Kinder – logisch. Mal lachend, mal schlafend, mal bockend.
Kleiderspenden & Spielzeug – für das Hispi oder zur Tafel oder Ukrainische Kirche
Gartenmaterial – von Werkzeug bis Erde, vom Hochbeet-Bausatz bis zur Kiste Pflanzen.
Kisten, Kartons, Möbelstücke – was man eben so durch die Stadt schleppt, wenn man keinen Kofferraum hat (oder will).
Und das Beste: Kein Parkplatz-Stress, kein Tanken, kein Schlangestehen im Berufsverkehr. Stattdessen: Fahrtwind im Gesicht und Winken an der Ampel.
Fahrrad raus. Luft checken. Kette ölen. Helm schnappen. Und dann: ab auf die Straße – zur ADFC-Fahrradsternfahrt NRW 2025 am Sonntag, 4. Mai. 2025.
Es ist wieder soweit: Radler*innen aus allen Ecken von Nordrhein-Westfalen machen sich auf den Weg nach Düsseldorf. Im Herzen fühlt es sich eher an wie: Bewegung, die sichtbar wird. Dieses Jahr unter dem Motto: „NordRadWestfalen – nicht labern, machen!“ Und ganz ehrlich – das ist längst überfällig.
Denn während sich Politik und Verwaltung seit Jahren in runden Tischen und Schubladenparaden verlieren, rollt da draußen das echte Leben. Menschen, die einfach nur sicher mit dem Rad zur Arbeit wollen. Kids, die nicht zwischen parkenden Autos Slalom fahren sollten. Und Strecken, die mehr Buckelpiste und Slalom-Strecke als Verbindung sind. Die Lücken im Radhauptnetz klaffen immer noch. Parkplätze haben Vorrang vor Radwegen. Und der ländliche Raum? Da ist Radinfrastruktur so oft ein Glücksfall wie der eine Bus, der wirklich mal fährt.
Darum geht’s am 4. Mai nicht um eine Sonntagsrunde mit Aussicht, sondern um klare Forderungen auf zwei Rädern: Breite Radspuren. Lückenschluss. Radschnellwege, die nicht nur auf Papier existieren. Die Kommunalwahl ist nicht weit. *hüstel*
Fakten zum Mitradeln und den Startpunkten / Sammelpunkten findet ihr beim ADFC – www.adfc-sternfahrt.org und in Kurzform hier gelistet : Sonntag, 4. Mai 2025; Kundgebung Johannes-Rau-Platz, Düsseldorf; Sammeln ab 14.00 Uhr; Kundgebung 14.30 Uhr; Start der gemeinsamen Rundtour durch Düsseldorf 15.00 Uhr; Ausklang und Ende gegen 18.00 Uhr.
Sobald der Frühling kommt, wachsen nicht nur die Blumen, sondern auch neue Fahrradbügel. Es gibt sie tatsächlich – diese seltenen Momente, in denen man durch die Stadt geht und denkt: Ja, das ergibt Sinn! Und genau so ein Moment war es, als die neuen Fahrradbügel aufgestellt wurden.
Nicht auf dem Gehweg, nicht dort, wo Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder einfach nur zu Fuß unterwegs sind, sondern genau da, wo vorher ein Auto stand. Ein Parkplatz für ein Fahrzeug wurde in Abstellmöglichkeiten für sechs bis acht Fahrzeuge verwandelt. Ein fairer Deal, oder? Schließlich sind Autos in der Stadt meist keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge – sie stehen mehr, als sie fahren und sie verbrauchen viel Platz. Kontrovers, I know.
Mehr davon, bitte! Denn jeder zusätzliche Fahrradparkplatz bedeutet weniger Chaos auf dem Gehweg, weniger genervte Fußgänger:innen und mehr Platz für alle, die sich auf zwei Rädern durch die Stadt bewegen.
2024 war für deutsche Autofahrer:innen ein Jahr voller Geduldproben – durchschnittlich verbrachten sie 43 Stunden im Stau. Drei Stunden mehr als noch im Vorjahr. Besonders in Düsseldorf, der neuen StauhauptstadtDeutschlands(sic!), spitzt sich die Lage zu: 60 Stunden Stillstand im Auto – mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Laut dem Verkehrsdaten-Dienstleister Inrix hat Düsseldorf Berlin in Sachen Stauzeit abgelöst. Grund dafür sind vor allem zahlreiche Baustellen auf den Autobahnen rund um die Stadt. Auf den nachfolgenden Plätzen der staureichsten Städte finden sich Stuttgart (58 Stunden), Köln (56 Stunden) und München (55 Stunden).
Vergleich mit Europa: London & Paris führen das Ranking an. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland aber noch „glimpflich“: London: 101 Stunden Paris: 97 Stunden Düsseldorf: 60 Stunden
Doch was sagen die Zahlen über die Mobilität der Zukunft? Rückkehr zum alten Verkehrsverhalten? Das weltweit gestiegene Verkehrsaufkommen hängt laut Inrix mit der Rückkehr der Arbeitnehmer:innen ins Büro und sinkenden Spritpreisen zusammen. Die Pandemieeffekte scheinen nachzulassen. Doch Verkehrsexperten sehen die Analyse kritisch: Andreas Knie (WZB) merkt an, dass die Verkehrsleistung in Städten seit 2016 leicht rückläufig sei. Kai Nagel (TU Berlin) hingegen hält die Daten für plausibel und sieht steigenden Verkehr vor allem in Metropolen.
Die usselige Jahreszeit ist eine der größten Herausforderungen für alle, die mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sind. Neben der Dichtigkeit der Kleidung und warmen Fingern geht es vor allem um Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr. Gerade im Herbst und Winter, wenn die Tage kurz sind und das Wetter oft ungemütlich, wird die Fahrt mit dem Rad schnell zur riskanten Angelegenheit. Eines vorweg: Sehen und gesehen werden ist das A und O. Ein gut gewartetes Fahrrad mit funktionierender Beleuchtung ist ein absolutes Muss. Insbesondere bei jüngeren Verkehrsteilnehmer:innen gilt : Eine Warnweste mag zwar nicht schick sein, aber sie macht einen riesigen Unterschied – vor allem im Dämmerlicht oder bei Regen. Ein sicheres Fahrrad ist nicht nur sichtbar, sondern auch technisch einwandfrei. Bremsen, Reifenprofil und Kette sollten regelmäßig geprüft werden. Ein kurzer Check vor der Fahrt spart nicht nur Ärger, sondern kann auch Leben retten.
Infrastruktur: Farbe ist keine Sicherheit
Doch bei all der persönlichen Vorbereitung bleibt eine Tatsache: Die größte Gefahr für Radfahrer:innen ist eine unzureichende Infrastruktur. Bunte Flächen auf der Straße sind kein Schutz, sondern oft nur ein Feigenblatt. Was wir brauchen, sind protected bikelanes – geschützte Radwege, die deutlich und sicher vom Autoverkehr getrennt sind.
Platz für Fahrräder – nicht auf Kosten der Fußgänger:innen
Ein weiterer Punkt, der oft vergessen wird: Fahrräder gehören auf die Straße, nicht auf den Gehweg. Abstellflächen sollten im Straßenraum geschaffen werden – auf Parkplätzen, nicht dort, wo sie Kinderwagen, Rollatoren oder Fußgänger:innen behindern. Fahrräder sind Fahrzeuge, und sie sollten entsprechend behandelt werden. Fahrzeuge parken mit anderen Fahrzeugen oder es gibt mehr sichere Abstellbügel.
Die dunkle Jahreszeit lässt es sichtbar werden – es ist wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer:innen Rücksicht nehmen und dass die Politik endlich handeln muss. Es braucht mehr Platz für den Radverkehr und dies nicht auf Kosten der Schwächsten. Stattdessen brauchen wir durchdachte, sichere Lösungen, die allen gerecht werden.
Also: Licht an, Rad checken – und vor allem: laut und deutlich fordern, dass unsere Städte endlich fahrradfreundlicher werden! Denn nur mit sicherer Infrastruktur können wir wirklich sicher unterwegs sein. 🌟
Mit jedem Pedaltritt kommen wir dem Ziel näher, unsere Städte grüner, gesünder und lebenswerter zu machen. Heute waren rund 4000 RadlerInnen bei der ADFC Fahrrad Sternfahrt in Düsseldorf. Die Fahrradbegeisterten kamen in die Stadt, um an der alljährlichen ADFC Fahrrad Sternfahrt teilzunehmen. Das Motto des Tages: „Radwege für alle. Länger, breiter, sicherer.“
Es war eine beeindruckende Vielfalt auf den Straßen zu sehen. Von normalen „Alltags-Rädern“, natürlich viele Lastenräder, Rennräder, Hollandräder, klappräder, Gravelbibes aber auch Custom Bikes, Hochräder und natürlich auch Fixies und Reiseräder – jede Art von Rad war vertreten. Jung und Alt fanden sich gleichermaßen auf ihren Zweirädern wieder, vereint in ihrem Einsatz für eine fahrradfreundlichere Stadt.
Der 17 Kilometer lange Rundkurs führte quer durch Düsseldorf und auch über die Brücken und durch den Rheinufertunnel und bot den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, die Vielseitigkeit und Schönheit der Stadt auf zwei Rädern zu erleben. Die Stimmung war ansteckend fröhlich und voller Enthusiasmus.
Solche Veranstaltungen sind nicht nur ein Ausdruck der Freude am Radfahren, sondern dienen auch als wichtige Plattform, um auf die Notwendigkeit von sicheren und gut ausgebauten Radwegen zu drängen. Durch solche Aktionen wird an die Politik gesendet: Es ist an der Zeit, unsere Straßen sicherer zu gestalten. Die Verkehrswende ist überfällig. Wir brauchen Radwege für alle!