Rad fahren in Düsseldorf – und warum die Niederlande trotzdem eine eigene Liga bleiben

Wer in Düsseldorf mit dem Rad unterwegs ist, merkt: Da hat sich was getan. Fahrradachsen, neue Wegweisung, Oberziele auf den Schildern – die Stadt ist deutlich lesbarer geworden. Laut Stadt sind heute rund 350 Kilometer mit einheitlicher Radwegweisung beschildert, die alle Stadtteile über durchgehende Routen verbindet. Dazu kommt ein Knotenpunkt-System nach niederländischem Vorbild, mit dem sich Routen „nach Zahlen“ planen lassen… brauch ich persönlich nicht, habe da eine Mentalmap nach der ich navigiere. Diese Hinweisschilder fühlen sich in meinem Alltag ehrlich gesagt wie eine Verbesserung um 250 Prozent an 🙂

Der Unterschied fällt besonders auf, wenn man an die Stadtgrenze kommt. Innerhalb Düsseldorfs gibt es inzwischen ein Netz, das sich zumindest erahnen und nutzen lässt – inkl. Knotenpunkten, Themenrouten und klaren Zielangaben. Dann rollt man ein paar Meter weiter in die Nachbarkommune – und steht plötzlich im Nichts. Keine Achsen, keine Anschlusswegweiser – die berühmte „Lücke“ zwischen zwei Netzen. In den Niederlanden sieht das völlig anders aus. Dort kann man sich von der Grenze aus einmal durchs ganze Land hangeln – nur über die Knotenpunkte und Wegweiser („Pilze“) mit Nummern, Richtungen und Entfernungen zur nächsten Stadt oder zum nächsten Knotenpunkt. Das System ist so durchgängig, dass man von Provinz zu Provinz mehr oder weniger ohne Kartenchaos durchkommt. Man merkt: Das ist keine Sammlung von Einzelprojekten, sondern ein richtig zu Ende gedachtes Netz.

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Mit der Critical Mass durch die Stadt rollen

Wenn sich am morgigen Freitagabend um 19:00 Uhr wieder hunderte Radfahrerinnen und Radfahrer am Fürstenplatz versammeln, dann ist es Zeit für die nächste Critical Mass.
Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Viele Menschen steigen gleichzeitig aufs Rad, fahren gemeinsam los und werden so sichtbar. Für mehr Platz auf der Straße, für mehr Rücksicht, für eine andere Perspektive auf Mobilität in der Stadt. Kein klassischer Protest, keine angemeldete Demo im üblichen Sinne – eher ein kollektives Rollen durch Düsseldorf, das zeigt, wie viele es eigentlich sind. Wer schon mal dabei war, kennt die besondere Mischung: entspannte Stimmung, kurze Gespräche an der roten Ampel, klingelnde Fahrräder, neugierige Blicke vom Straßenrand.
Und mittendrin immer wieder die Frage, wie sich Stadt anfühlen könnte, wenn das hier nicht die Ausnahme wäre.

Los geht’s am Freitag, 10. Juli, um 19 Uhr am Industriebrunnen auf dem Fürstenplatz. Einfach dazukommen, aufsteigen und mitfahren.

Letztes Heimspiel der Saison. Alle ins Stadion.

Am 10. Mai ist kein normales Heimspiel – sondern ein Spieltag der wie ein Endspiel ist. Die Fortuna steht tief im Keller der 2. Bundesliga, und dieses letzte Heimspiel gegen die SV Elversberg könnte eines der wichtigsten der ganzen Saison werden. Klassenerhalt.

Es gibt diese Fortuna-Momente, die mehr sind als Fußball. Der traditionelle Fahrradkorso am letzten Heimspieltag gehört genau dazu. Update: Das passeirt wenn man einen Artikel eine Woche vorher schreibt und terminiert – es wird diesmal einen Fanmarsch geben. Wenn sich am Sonntag, 10. Mai 2026, wieder alles um das letzte Heimspiel der Saison dreht, dann beginnt der Tag für viele nicht erst in der Arena, sondern schon am Fortuna-Büdchen am Joseph-Beuys-Ufer. Ab 11:30 Uhr 10:00 Uhr wird sich dort gesammelt, gequatscht, gewartet und dann gemeinsam in Bewegung gesetzt – wie schon im Vorjahr wieder auf zwei Rädern, immer am Rhein entlang.

Die Fortuna gehört in die zweite Liga. Und wenn sie dort bleiben soll, dann nur gemeinsam – mit vollen Rängen, mit Energie und mit einer Stadt, die in diesem Moment nicht wegschaut.

Ciao Stau – mehr Platz fürs Rad!

Unter dem Motto „Ciao Stau – mehr Platz fürs Rad!“ rollt am Sonntag, 3. Mai die ADFC-FahrradSternfahrt NRW wieder quer durch Düsseldorf. Die Sternfahrt macht die Königsallee für einen Sonntag zu einem ganz anderen Ort: weniger Glitzer, mehr Fahrräder, mehr Lastenräder, mehr Menschen, die auf zweien statt auf vier Rädern kommen 🙂

Los geht es um 14:00 Uhr mit dem Sammeln auf der Kö, um 14:30 Uhr, folgt die Kundgebung auf der Königsallee, Höhe Corneliusplatz. Um 15:00 Uhr setzt sich die Runde in Bewegung: eine gut 15 Kilometer lange Rundfahrt quer durch Düsseldorf (leider ohne Rheinufertunnel), mit dem einfachen Versprechen, dass dieses Stück gemeinsames Radfahren auch ein Stück Widerstand gegen Chaos, Stau und Dauerblockade ist.

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Kurzer Reminder: Kino. Kette. Kurbel.

(Photo: Copyright Wie_der_Hase_läuft_©El_Flamingo )

Diesen Sonntag (26. April 2026) macht die Bike Film Tour – Season 2 Station im Savoy Theater und bringt die besten internationalen Filme rund um Fahrradkultur, Reisen und nachhaltige Mobilität auf die Leinwand. Mit dabei: sechs Filme, die dokumentieren, wie vielseitig Radfahren sein kann – vom Bikepacking-Abenteuer bis zum Blick auf den Alltag eines Düsseldorfer Fahrradkuriers.

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Kettenkino bringt Radkultur und Kurzfilme auf die Straße

Die Idee ist so einfach wie genial. Eine Gruppe Radfahrer:innen macht sich auf den Weg, etwa 20 Kilometer durch die Stadt. An verschiedenen Stationen werden mit Beamern und Soundanlagen Fahrradkurzfilme an die Wand geworfen – kuratiert vom International Cycling Film Festival (ICFF) aus Herne. Die Filme reichen von urbanen Radabenteuern bis zu poetischen Geschichten auf zwei Rädern. Inspiriert ist das Ganze vom Kettenkino der Velokitchen Dortmund, das schon länger zeigt, wie Radkultur und Film zusammenpassen.

Am 11. April 2026, ab 20 Uhr, startet das Kettenkino am Fürstenplatz – und wer mitradelt, erlebt die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive. Kein klassisches Kino, keine festen Sitze, keine überteuerten Snacks. Stattdessen: Fassaden und Unterführungen als Leinwände, eine Radtour als Kinosaal, und Kurzfilme, die speziell für Fahrradfans gemacht sind.

Wer mitmachen will, braucht ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten etwas Regenfeste Kleidung (Aprilwetter ist unberechenbar), Snacks und Getränke für unterwegs, und etwa zwei Stunden Zeit. Eine Anmeldung ist nicht nötig – einfach am Fürstenplatz auftauchen und losradeln. Infos gibt’s beim ADFC Düsseldorf: adfc.de/duesseldorf. Alles powerde by Lastenhelfer Düsseldorf

Wer Lust auf einen Vorgeschmack hat, kann sich hier ein Video vom Kettenkino in Düsseldorf vor einigen Jahren anschauen: Kettenkino – Eindrücke aus Dortmund.

Kino, Kette, Kurbel. Die Bike Film Tour kommt nach Düsseldorf

Wer das Rad nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Leidenschaft lebt, sollte sich den 26. April 2026 schon mal rot im Kalender markieren: Dann macht die Bike Film Tour – Season 2 Station im Savoy Theater in Düsseldorf und bringt die besten internationalen Filme rund um Fahrradkultur, Reisen und nachhaltige Mobilität auf die große Leinwand. EOFT lässt Grüßen 😉

Seit Jahren ist die Bike Film Tour eines der bedeutendsten Filmformate der Bike- und Outdoor-Community in Europa. Das rund zweistündige Programm präsentiert eine bunte Mischung aus Kurz- und Dokumentarfilmen, die eines gemeinsam haben: Sie erzählen bewegende, inspirierende und manchmal atemberaubende Geschichten aus der Welt des Radfahrens.

By the way : Düsseldorf ist als Stadt der Gegensätze auch im Film dabei. Albert Rabaev erlebt Düsseldorf aus einer der schnellsten und direktesten Arten: vom Sattel seines Kurierrads. In dem Film „Wie der Hase läuft“ gibt der Düsseldorfer Fahrradkurier einen ehrlichen, ungeschönten und manchmal atemlosen Einblick in seinen Alltag. Ein Job, der mehr ist als nur Pakete von A nach B bringen – ein Job, der Freiheit, Adrenalin und eine gute Portion Humor erfordert.

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Karneval-Critical-Mass am Freitag

Karneval und Critical Mass gehen Hand in Hand. Am 13. Februar ist nicht nur Freitag, der 13., sondern auch Karneval-Critical-Mass. Das bedeutet: Verkleiden erwünscht! Ob als Clown, als Superheld:in oder einfach nur mit Luftschlangen am Lenker – hier geht’s darum, mit Kreativität und guter Laune auf die Rechte von Radfahrer:innen aufmerksam zu machen. Treffpunkt ist wie immer um 19:00 Uhr am Fürstenplatz.

Critical Mass ist eine weltweite Bewegung, die seit den 90er-Jahren in Städten auf der ganzen Welt stattfindet. Die Idee ist simpel: Viele Radfahrer:innen treffen sich an einem festen Punkt und fahren gemeinsam durch die Stadt. Keine festgelegte Route, keine Hierarchie, einfach nur eine kritische Masse an Menschen, die zeigt: Wir sind da, wir gehören zum Verkehr, und wir wollen sicher und respektiert unterwegs sein.

Radfahren in der Stadt wird zwar besser – es ist aber oft zu wenig Platz, zu unsicher und es ist alles dem Auto untergeordnet. Lasst uns mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren, damit sich mal was ändert! Und weil es einfach ein gutes Gefühl ist, gemeinsam mit anderen durch die Straßen zu ziehen – ohne Stress, ohne Hupen.

Die stille Sabotage der Verkehrswende

Es gibt diese Momente, in denen man an der Haltestelle steht. Der S-Bahn kommt nicht. Die U-Bahn hat Verspätung. Wieder mal. Und irgendwo zwischen „Störung im Betriebsablauf“ und „Wir bitten um Entschuldigung“ fragt man sich: Wie konnte das eigentlich so kommen?

Der Niedergang des öffentlichen Nahverkehrs beginnt selten mit einem großen Knall. Meist passiert er leise. Ein Haushaltsposten wird gekürzt, eine Sanierung verschoben, ein Ticket teurer. In den USA ließ sich dieser Prozess über Jahrzehnte beobachten: Straßenbahnen verschwanden, Bahnnetze verfielen, während Autobahnen wuchsen. Am Ende stand ein Verkehrssystem, das das Auto zur Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe machte. Wer heute nach Deutschland schaut, erkennt beunruhigende Parallelen.

In den Vereinigten Staaten war der Rückbau des ÖPNV kein Naturereignis. Er war politisch gewollt. Straßenbahnnetze wurden ab den 1930er Jahren gezielt aufgekauft und durch Busse ersetzt, der Staat investierte Milliarden in Highways, während der öffentliche Verkehr sich selbst überlassen blieb. Das Ergebnis war eine autozentrierte Gesellschaft, sozial gespalten und klimapolitisch blockiert. Dass dabei Industrieinteressen – etwa von General Motors und der Ölwirtschaft – eine Rolle spielten, ist historisch belegt.

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