Kettenkino bringt Radkultur und Kurzfilme auf die Straße

Die Idee ist so einfach wie genial. Eine Gruppe Radfahrer:innen macht sich auf den Weg, etwa 20 Kilometer durch die Stadt. An verschiedenen Stationen werden mit Beamern und Soundanlagen Fahrradkurzfilme an die Wand geworfen – kuratiert vom International Cycling Film Festival (ICFF) aus Herne. Die Filme reichen von urbanen Radabenteuern bis zu poetischen Geschichten auf zwei Rädern. Inspiriert ist das Ganze vom Kettenkino der Velokitchen Dortmund, das schon länger zeigt, wie Radkultur und Film zusammenpassen.

Am 11. April 2026, ab 20 Uhr, startet das Kettenkino am Fürstenplatz – und wer mitradelt, erlebt die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive. Kein klassisches Kino, keine festen Sitze, keine überteuerten Snacks. Stattdessen: Fassaden und Unterführungen als Leinwände, eine Radtour als Kinosaal, und Kurzfilme, die speziell für Fahrradfans gemacht sind.

Wer mitmachen will, braucht ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten etwas Regenfeste Kleidung (Aprilwetter ist unberechenbar), Snacks und Getränke für unterwegs, und etwa zwei Stunden Zeit. Eine Anmeldung ist nicht nötig – einfach am Fürstenplatz auftauchen und losradeln. Infos gibt’s beim ADFC Düsseldorf: adfc.de/duesseldorf. Alles powerde by Lastenhelfer Düsseldorf

Wer Lust auf einen Vorgeschmack hat, kann sich hier ein Video vom Kettenkino in Düsseldorf vor einigen Jahren anschauen: Kettenkino – Eindrücke aus Dortmund.

Kino, Kette, Kurbel. Die Bike Film Tour kommt nach Düsseldorf

Wer das Rad nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Leidenschaft lebt, sollte sich den 26. April 2026 schon mal rot im Kalender markieren: Dann macht die Bike Film Tour – Season 2 Station im Savoy Theater in Düsseldorf und bringt die besten internationalen Filme rund um Fahrradkultur, Reisen und nachhaltige Mobilität auf die große Leinwand. EOFT lässt Grüßen 😉

Seit Jahren ist die Bike Film Tour eines der bedeutendsten Filmformate der Bike- und Outdoor-Community in Europa. Das rund zweistündige Programm präsentiert eine bunte Mischung aus Kurz- und Dokumentarfilmen, die eines gemeinsam haben: Sie erzählen bewegende, inspirierende und manchmal atemberaubende Geschichten aus der Welt des Radfahrens.

By the way : Düsseldorf ist als Stadt der Gegensätze auch im Film dabei. Albert Rabaev erlebt Düsseldorf aus einer der schnellsten und direktesten Arten: vom Sattel seines Kurierrads. In dem Film „Wie der Hase läuft“ gibt der Düsseldorfer Fahrradkurier einen ehrlichen, ungeschönten und manchmal atemlosen Einblick in seinen Alltag. Ein Job, der mehr ist als nur Pakete von A nach B bringen – ein Job, der Freiheit, Adrenalin und eine gute Portion Humor erfordert.

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Karneval-Critical-Mass am Freitag

Karneval und Critical Mass gehen Hand in Hand. Am 13. Februar ist nicht nur Freitag, der 13., sondern auch Karneval-Critical-Mass. Das bedeutet: Verkleiden erwünscht! Ob als Clown, als Superheld:in oder einfach nur mit Luftschlangen am Lenker – hier geht’s darum, mit Kreativität und guter Laune auf die Rechte von Radfahrer:innen aufmerksam zu machen. Treffpunkt ist wie immer um 19:00 Uhr am Fürstenplatz.

Critical Mass ist eine weltweite Bewegung, die seit den 90er-Jahren in Städten auf der ganzen Welt stattfindet. Die Idee ist simpel: Viele Radfahrer:innen treffen sich an einem festen Punkt und fahren gemeinsam durch die Stadt. Keine festgelegte Route, keine Hierarchie, einfach nur eine kritische Masse an Menschen, die zeigt: Wir sind da, wir gehören zum Verkehr, und wir wollen sicher und respektiert unterwegs sein.

Radfahren in der Stadt wird zwar besser – es ist aber oft zu wenig Platz, zu unsicher und es ist alles dem Auto untergeordnet. Lasst uns mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren, damit sich mal was ändert! Und weil es einfach ein gutes Gefühl ist, gemeinsam mit anderen durch die Straßen zu ziehen – ohne Stress, ohne Hupen.

Die stille Sabotage der Verkehrswende

Es gibt diese Momente, in denen man an der Haltestelle steht. Der S-Bahn kommt nicht. Die U-Bahn hat Verspätung. Wieder mal. Und irgendwo zwischen „Störung im Betriebsablauf“ und „Wir bitten um Entschuldigung“ fragt man sich: Wie konnte das eigentlich so kommen?

Der Niedergang des öffentlichen Nahverkehrs beginnt selten mit einem großen Knall. Meist passiert er leise. Ein Haushaltsposten wird gekürzt, eine Sanierung verschoben, ein Ticket teurer. In den USA ließ sich dieser Prozess über Jahrzehnte beobachten: Straßenbahnen verschwanden, Bahnnetze verfielen, während Autobahnen wuchsen. Am Ende stand ein Verkehrssystem, das das Auto zur Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe machte. Wer heute nach Deutschland schaut, erkennt beunruhigende Parallelen.

In den Vereinigten Staaten war der Rückbau des ÖPNV kein Naturereignis. Er war politisch gewollt. Straßenbahnnetze wurden ab den 1930er Jahren gezielt aufgekauft und durch Busse ersetzt, der Staat investierte Milliarden in Highways, während der öffentliche Verkehr sich selbst überlassen blieb. Das Ergebnis war eine autozentrierte Gesellschaft, sozial gespalten und klimapolitisch blockiert. Dass dabei Industrieinteressen – etwa von General Motors und der Ölwirtschaft – eine Rolle spielten, ist historisch belegt.

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Tausche Lebensraum gegen Parkraum.

Sind wir ehrlich: Autos sind in der Stadt längst Stehzeuge und keine Fahrzeuge. Ganze Straßenzüge werden blockiert – dabei könnte hier so viel mehr Leben stattfinden. Die Idee kam mir unterwegs – beim Blick auf ein Wahlplakat der @gruene_duesseldorf_bezirk3 : Dort wurde vorgeschlagen, die Konkordiastraße komplett neu zu denken und visionär zu überarbeiten – mit mehr Bäumen und Wasserlauf (gespeist aus der unterirdisch fliessenden Düssel) usw.

Eine schöne Vision, die mich direkt inspiriert hat. Warum nicht mehr Spielstraßen schaffen bei uns im Viertel wie zum Beispiel auf Straßen die innerhalb der Quartiere liegen wie der Sedanstraße?

Weniger Blech, mehr Platz zum Spielen, Radeln, Quatschen. Kinder mit Kreide auf dem Asphalt, Bänke zum Sitzen, Nachbarschaft, die sich trifft…. Kurz um – eine Straße, die wieder den Menschen gehört. Was muss man eigentlich tun, um eine Straße offiziell als Spielstraße auszuweisen? Welche Auflagen, welche Möglichkeiten gibt es?

Vielleicht ist es ein weiter Weg – aber jede Veränderung beginnt mit einer Idee. Und manchmal eben mit einem Plakat an der Ecke.

Bakfiets = Alltagsheld. Unser Lastenrad ist ein echtes Muli.

Manche nennen es „Lastenrad“. Unser Bakfiets ist einfach unser Muli – denn genau das ist es für uns im Alltag. Ein treuer Lastenträger, ein Gefährt mit Geschichte(n), ein flexibler Begleiter durch all das, was zwischen Kita, Garten und Kiez so anfällt.

Natürlich war es erstmal für die Kinder gedacht. Klar. Mit Sitzbank, Gurten und dem Windschutz vorne dran. Damit man schnell zur Schule oder zum Park kommt, ohne mit dem SUV den Bürgersteig zu verstopfen. Aber ziemlich schnell wurde aus dem Kindertaxi ein echtes Alltagswunder.

Was wir alles transportiert haben?

  • Kinder – logisch. Mal lachend, mal schlafend, mal bockend.
  • Kleiderspenden & Spielzeug – für das Hispi oder zur Tafel oder Ukrainische Kirche
  • Gartenmaterial – von Werkzeug bis Erde, vom Hochbeet-Bausatz bis zur Kiste Pflanzen.
  • Kisten, Kartons, Möbelstücke – was man eben so durch die Stadt schleppt, wenn man keinen Kofferraum hat (oder will).

Und das Beste: Kein Parkplatz-Stress, kein Tanken, kein Schlangestehen im Berufsverkehr. Stattdessen: Fahrtwind im Gesicht und Winken an der Ampel.

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NordRadWestfalen – nicht labern, machen!

Fahrrad raus. Luft checken. Kette ölen. Helm schnappen. Und dann: ab auf die Straße – zur ADFC-Fahrradsternfahrt NRW 2025 am Sonntag, 4. Mai. 2025.

Es ist wieder soweit: Radler*innen aus allen Ecken von Nordrhein-Westfalen machen sich auf den Weg nach Düsseldorf. Im Herzen fühlt es sich eher an wie: Bewegung, die sichtbar wird. Dieses Jahr unter dem Motto: „NordRadWestfalen – nicht labern, machen!“ Und ganz ehrlich – das ist längst überfällig.

Denn während sich Politik und Verwaltung seit Jahren in runden Tischen und Schubladenparaden verlieren, rollt da draußen das echte Leben. Menschen, die einfach nur sicher mit dem Rad zur Arbeit wollen. Kids, die nicht zwischen parkenden Autos Slalom fahren sollten. Und Strecken, die mehr Buckelpiste und Slalom-Strecke als Verbindung sind. Die Lücken im Radhauptnetz klaffen immer noch. Parkplätze haben Vorrang vor Radwegen. Und der ländliche Raum? Da ist Radinfrastruktur so oft ein Glücksfall wie der eine Bus, der wirklich mal fährt.

Darum geht’s am 4. Mai nicht um eine Sonntagsrunde mit Aussicht, sondern um klare Forderungen auf zwei Rädern: Breite Radspuren. Lückenschluss. Radschnellwege, die nicht nur auf Papier existieren. Die Kommunalwahl ist nicht weit. *hüstel*

Fakten zum Mitradeln und den Startpunkten / Sammelpunkten findet ihr beim ADFC – www.adfc-sternfahrt.org und in Kurzform hier gelistet : Sonntag, 4. Mai 2025; Kundgebung Johannes-Rau-Platz, Düsseldorf; Sammeln ab 14.00 Uhr; Kundgebung 14.30 Uhr; Start der gemeinsamen Rundtour durch Düsseldorf 15.00 Uhr; Ausklang und Ende gegen 18.00 Uhr.

Endlich mehr Platz auf dem Gehwegen und sichere Abstellmöglichkeiten.

Sobald der Frühling kommt, wachsen nicht nur die Blumen, sondern auch neue Fahrradbügel. Es gibt sie tatsächlich – diese seltenen Momente, in denen man durch die Stadt geht und denkt: Ja, das ergibt Sinn! Und genau so ein Moment war es, als die neuen Fahrradbügel aufgestellt wurden.

Nicht auf dem Gehweg, nicht dort, wo Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder einfach nur zu Fuß unterwegs sind, sondern genau da, wo vorher ein Auto stand. Ein Parkplatz für ein Fahrzeug wurde in Abstellmöglichkeiten für sechs bis acht Fahrzeuge verwandelt. Ein fairer Deal, oder? Schließlich sind Autos in der Stadt meist keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge – sie stehen mehr, als sie fahren und sie verbrauchen viel Platz. Kontrovers, I know.

Mehr davon, bitte! Denn jeder zusätzliche Fahrradparkplatz bedeutet weniger Chaos auf dem Gehweg, weniger genervte Fußgänger:innen und mehr Platz für alle, die sich auf zwei Rädern durch die Stadt bewegen.

60 Stunden Stillstand im Jahr. Ein Weckruf für nachhaltige Mobilität.

2024 war für deutsche Autofahrer:innen ein Jahr voller Geduldproben – durchschnittlich verbrachten sie 43 Stunden im Stau. Drei Stunden mehr als noch im Vorjahr. Besonders in Düsseldorf, der neuen Stauhauptstadt Deutschlands (sic!), spitzt sich die Lage zu: 60 Stunden Stillstand im Auto – mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Laut dem Verkehrsdaten-Dienstleister Inrix hat Düsseldorf Berlin in Sachen Stauzeit abgelöst. Grund dafür sind vor allem zahlreiche Baustellen auf den Autobahnen rund um die Stadt. Auf den nachfolgenden Plätzen der staureichsten Städte finden sich Stuttgart (58 Stunden), Köln (56 Stunden) und München (55 Stunden).

Vergleich mit Europa: London & Paris führen das Ranking an. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland aber noch „glimpflich“: London: 101 Stunden Paris: 97 Stunden Düsseldorf: 60 Stunden

Doch was sagen die Zahlen über die Mobilität der Zukunft? Rückkehr zum alten Verkehrsverhalten?
Das weltweit gestiegene Verkehrsaufkommen hängt laut Inrix mit der Rückkehr der Arbeitnehmer:innen ins Büro und sinkenden Spritpreisen zusammen. Die Pandemieeffekte scheinen nachzulassen. Doch Verkehrsexperten sehen die Analyse kritisch: Andreas Knie (WZB) merkt an, dass die Verkehrsleistung in Städten seit 2016 leicht rückläufig sei. Kai Nagel (TU Berlin) hingegen hält die Daten für plausibel und sieht steigenden Verkehr vor allem in Metropolen.

Mobilitätswende. Lösung für die Zukunft!
Klar ist: Der Klimawandel und der demografische Wandel machen eine ökologischere Verkehrspolitik unerlässlich. Mehr Radwege, weniger versiegelte Flächen, verkehrsberuhigte Bereiche – all das könnte nicht nur Staus, sondern auch Gesundheitsrisiken senken. Weert Canzler (WZB) betont: „Wer den Fahrradverkehr fördert, macht es auch für Autofahrer leichter.“

Es braucht mehr Mut für eine echte Verkehrswende in Düsseldorf.