Er dreht sich langsam, gleichmäßig, beinahe ruhig – und frisst sich dabei Meter um Meter durch die Landschaft. Der Braunkohlebagger. Ein technisches Ungetüm, das Wälder, Äcker und ganze Orte verschluckt, als wären sie nur kurz im Weg gewesen.
Wo gestern noch Wälder standen, ist heute nichts als aufgerissene Erde. Wo Menschen gewohnt, gelebt, gelacht haben, bleiben Markierungen auf Karten und Erinnerungen, die niemand zurückbauen kann. Dörfer verschwinden nicht laut. Sie werden abgegraben. Schicht für Schicht.
All das für vermeintlich billigen Strom.
Wir brauchen 1UP – One United Power – um dies zu stoppen.
Auf dem kleinen, charmanten Friedensplätzchen gibt es noch eine Telefonzelle. Oder besser gesagt: Es gab eine funktionierende Telefonzelle. Das Relikt aus einer Zeit, als wir noch Münzen bzw. Telefonkarten in die Hand nahmen, um Freunde anzurufen, hängt dort trostlos, „out of order“ vor sich hin. Kein Fernsprecher mehr, nur eine leere Hülle, die langsam vor sich hin verrottet. Aber genau das triggert mich: Wie viele ungenutzte Chancen stecken in solchen kleinen Orten und Objekten, die früher so zentral für unser Leben waren?
Die Idee: Kommunikationsmittel zu Kulturraum. Vor Jahren hatte ich mal die Idee geäußert: Warum solche Telefonhäuschen nicht einfach umwidmen? Sie könnten kleine Ausstellungsräume sein – winzige Galerien für lokale Künstler, Streetart-Vitrinen oder Mini-Bibliotheken. Auf dem Friedensplätzchen könnte die Zelle ein Treffpunkt für kreative Köpfe werden oder ein Ort für Nachbarschaftsprojekte. Ein anderer Gedanke: Was wäre mit einer Neugestaltung? Lackiert in einem frischen „mausgrau“ oder kunterbunt besprüht, könnte die Telefonzelle zum Streetart-Objekt werden. Im Inneren? Vielleicht Platz für Nachbarschaftswerkzeuge oder als Mini-Tauschbörse für Samen und Pflanzen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Düsseldorf ist bekannt für seine kreative Streetart-Szene, die unsere Straßen in urbane Galerien verwandelt. Doch manchmal entdeckt man Kunstwerke, die einen zum Stehenbleiben, Schmunzeln oder Nachdenken bringen. Ein Beispiel dafür sind die ungewöhnlichen Straßenschilder mit Einschusslochmustern des Streetart-Künstlers Ben Mathis, die hier und da in der Stadt auftauchen. Ein kurzer Blick und man könnte meinen, es handle sich um echte Einschusslöcher. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man die Kunstfertigkeit und das Augenzwinkern, das @benmathis_artist in diese Werke legt.
Die Wahl von Schildern als Medium ist clever und spielerisch zugleich. Straßenschilder sind Symbole der Ordnung und Struktur, doch durch die vermeintlichen Einschusslöcher wirken sie plötzlich wie Überbleibsel einer unsichtbaren Geschichte. Sie fordern uns heraus, genauer hinzusehen und die Bedeutung von Kontrolle und Chaos zu hinterfragen.
Es gibt sie glücklicherweise immer noch – die strickverrückten DüsseldorferInnen 🙂 Vergesst Murals, Graffiti und PasteUps – hier geht es um Knitting. Auf der Kronenstraße (zahlreiche sind direkt an der Kreuzung Kirchfeldstraße – am EVK) werden seit Jahren (oder doch schon ein Jahrzehnt?) durch Handarbeitsbegeisterte die Poller der Straße in wahre Kunstwerke verwandelt. Diese wunderbaren „Graffiti-Stricker“ verpassen den Straßenpollern eine Extraportion Persönlichkeit. Kein Wunder, dass insbesondere kleine Menschen nicht widerstehen können, ihnen eine liebevolle Umarmung zu geben und im vorbeigehen streicheln müssen. Danke dafür 🙂
Was für ein Blick, was für Augen – Düsseldorf hat ein brandneues, atemberaubendes Mural, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. In der ersten Oktoberwoche hat der irische Künstler Fin DAC (@findac) dieses Monochrom-Meisterwerk geschaffen, das die Reduzierung von Details auf ein neues Niveau bringt. Die Einfachheit und gleichzeitig die unglaubliche Tiefe dieses Kunstwerks sind – finde ich – absolut umwerfend. Düsseldorf hat schon zahlreiche Murals / Wandbilder, aber dieses neue Kunstwerk ist ein echter Hingucker!
Das Beste daran? Fin DAC ist kein unbekannter Maler – schaut mal auf seinen Kanälen auf Facebook unter finbarr dac oder Instagram @findac vorbei. Unsere Stadt hat echt Glück, eines seiner Meisterwerke zu beherbergen – wir sollten, wie bei den anderen Murals auch, stolz darauf sein, ein Bild dieses international renommierten Künstlers bei uns zu haben. Ein fettes Dankeschön geht auch an das PrettyPortal und Klaus Rosskothen, das dieses Projekt erst möglich gemacht hat. Diese Leute wissen, wie man Kunst in unsere Nachbarschaft bringt!
Also, wenn ihr das nächste Mal in Unterbilk seid, vergesst nicht, an der Ecke Neusser Straße und Wilhelm-Tell-Straße vorbeizuschauen. Dieses Kunstwerk wird eure Augen definitiv auf sich ziehen.
„Du musst dich nicht ändern oder versuchen, jemand anderes zu sein, um geliebt und geschätzt zu werden. Du bist perfekt, genau so, wie du bist, und ich hoffe, dass du das auch weißt.“ eigentlich geht der Text auf der Fliese so weiter, oder? 🙂
Einfach mal einige Worte des Lobes und der Ermutigung schreiben. Passiert viel zu selten – in privaten und beruflichen Kontext. Gerne auf Papier, denn die Sprachnachricht oder WhatsApp wird man in 30 Jahren nicht auf dem Speicher / Keller im Karton wiederfinden…
In einer Welt, in der jeder ein Handy in der Tasche hat, sind öffentliche Telefonzellen zunehmend obsolet geworden.
Viele von ihnen sind bereits abgebaut oder stehen stillgelegt und ungenutzt im Weg herum. Aber was passiert, wenn wir unsere Vorstellungskraft nutzen und eine alte Telefonzelle zu etwas Neuem und Aufregendem umfunktionieren?
Eine Idee – von vielen – könnte darin bestehen die Telefonzelle zu einer Art „Wall of Fame“ für Streetart umzugestalten. Streetart ist seit vielen Jahren eine beliebte Form der urbanen Kunst, die oft in der Nacht heimlich an öffentlichen Orten angebracht wird. Die Telefonzelle könnte so ein einzigartiger Ort für Künstlerinnen und Künstler werden, um ihre Kunstwerke zu präsentieren und quasi auszustellen.
Eine Telefonzelle als farbenfrohes und lebendiges Kunstwerk – das von verschiedenen Streetart-Künstlern gestaltet wird… eine kleine Galerie auf einem öffentliche Platz. Durch die Gestaltung der Telefonzelle können Künstlerinnen und Künstler aus der Umgebung zusammenkommen, um an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.
Ob man nicht diese Telefonzelle auf dem Friedensplätzchen von der Deutschen Telekom geschenkt bekommen könnte?
Grafitti hat sich seit Jahrzehnten als eine der bedeutendsten Kunstrichtungen unserer Zeit etabliert. Es hat die Straßen und Wände an vielen Stellen in der Stadt verschönert. Andere Länder haben die Kunstform bereits als Teil ihres nationalen Kulturerbes anerkannt. Wenn es um Graffiti geht, denken viele Menschen jedoch nur an illegale Aktivitäten, die Gebäude verschmutzen und öffentlichen Raum beschädigen.
Eine öffentliche Grafitti wall-of-Fame kann jedoch dazu beitragen, das negative Image von Graffiti zu ändern und die Bedeutung dieser Kunstform für die Gesellschaft zu betonen. Eine solche Wand ist ein öffentlicher Raum, auf dem Street-Art-Künstler ihre kreativen Ideen und Talente ausdrücken können. Eine öffentliche Grafitti wall-of-Fame bietet einige Vorteile – zum einen verbessert es das städtische Ambiente, indem es eine ungenutzte Fläche in ein visuelles Kunstwerk verwandelt. Es bietet eine legale Möglichkeit für Graffiti-KünstlerInnen, ihre Kunst auszudrücken, anstatt illegale Aktionen durchzuführen. Es kann auch eine Plattform bieten, um die Arbeit junger KünstlerInnen zu fördern und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Die Brücke an der Bachstraße ist der perfekte Ort für eine öffentliche Grafitti wall-of-Fame. Die Brücke ist ein zentraler Ort in unserem Viertel, der von vielen Menschen frequentiert wird. Es ist eine Fläche, die von der Stadt bisher ungenutzt ist (bis auf die 6 Werbeträger)…
Grobe Richtung : Süden und immer den Zugvögeln hinterher. Vor wenigen Tagen flogen noch die letzten Schwärme mit Kranichen über die Stadt um im wärmeren Gefilden den Winter zu verbringen. #streetart kann auch fast tagesaktuell sein. PS. Wir sehen uns im nächsten Frühjahr wieder 🙂