Waldspaziergang in der Nähe von Mordor

Am letzten Sonntag haben wir wieder mal Zeit bei den wahren WaldschützerInnen des Hambacher Waldes verbracht. Mit ihren Baumhäusern und ihrer konsequenten Anwesenheit sichern diese Menschen den letzten verbleibenden Rest dieses wertvollen Waldgebietes vor der Zerstörung durch den Braunkohleabbau.

Vor genau 10 Jahren begann der breitere, bürgerliche Protest mit dem ersten Waldspaziergang von Michael Zobel und Eva Töller. Mit ihren regelmäßigen Wanderungen durch diesen Wald trugen sie dazu bei, den Protest zu erweitern und für die Öffentlichkeit zugänglicher zu machen und mehr Menschen für den Erhalt der einzigartigen Natur zu mobilisieren. Endlich begann man über die Bedeutung dieses wertvollen Ökosystems zu sprechen, was neue UnterstützerInnen gewann.
Der Kampf für den Erhalt der Wälder und auch der Dörfer im rheinischen Braunkohlerevier ist schon immer vielfältig und komplex.

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Das Osterholz kurz vor der Rodung.

Es sind – sehr wahrscheinlich – gerade die letzten Stunden eines intakten Waldes. Das Osterholz ist eine Waldfläche von über 5ha zwischen Wuppertal und Haan mit gesunden Buchenbaumbeständen, mit vernetzten Ökotopen, seltenen Pflanzen, usw. und soll zeitnah für die Erweiterung einer Abraumhalde gerodet werden. Eigentlich sollte bereits seit mehreren Jahren hier gerodet werden – durch die sehr aktive BI Osterholzbleibt und durch eine Besetzung Osterholzwaldbesetzung konnte dies bis jetzt verhindert werden. Leider haben die EntscheidungsträgerInnen in der Verwaltung und Politik dies Zeit nicht genutzt und sich für eine der unterschiedlichen anderen Lösungen zu entscheiden… Politikversagen auf so vielen Ebenen.

Stechpalme versus Abraumschutt.

Solch Mikrohabitate in alten Waldbeständen sind selten geworden und somit wertvoll und besonders schützenswert. Besonders alte Buchenwälder in denen sich Stechpalmen sich halten. By the way – in Deutschland steht die Stechpalme nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz. Okay, außer man will Schutt und Abraum aus einem Steinbruch entsorgen… dann gilt dies offensichtlich nicht. Aus meiner Sicht zeigt die Situation im Osterholz warum immer mehr Menschen an der Politik verzweifeln.

Abraumhalden oder Wald?

In Wuppertal soll ein intakter Mischwald gerodet werden um dort den Schutt aus einem angrenzenden Steinbruch zu lagern. Und dies trotz mehreren realistischer Alternativkonzepte. Eine Möglichkeit wäre die Grube Neandertal mit Material zur Verfüllung und Hangsicherung zu versorgen. Gibt auch andere Flächen und Lösungen – aber es wurde die Genehmigung zur Rodung von der Bezirksregierung Düsseldorf erteilt. In diesem Plot werden alle IPCC Berichte und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Klimakrise ignoriert…

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Angezählte Bäume in der Stadt. Rodungssaison auch hier.

Mag noch gar nicht daran denken – in wenigen Tagen beginnt wieder die Rodungssaison. Man muss noch noch nicht mal an den #osterholz bei Wuppertal denken (hier soll eine Abraumhalde trotz Alternativen entstehen) oder an #keyenberg und #lützerath (hier will NRW das RWE Braunkohle abbaggern kann) oder oder oder… es gibt es auch Bauvorhaben bei uns im Viertel bei denen alte, stattliche, gesunde Bäume für MicroApartments (wie auf der Reichsstrasse) gefällt werden sollen. Ich bin der Meinung das  #jederbaumzählt . Ich bin mir auch sicher das die Bilanz in der Stadt @duesseldorf, was Aufforstung und Ersatz- und Kompensationen angeht, nicht ausgeglichen ist. #baum4dusWeniger anzeigen

Gemeinsam Bäume schützen.

Heute vor drei Jahren war ich das erste mal im Hambacher Forst. Es war damals eine spontane Entscheidung und die Zeit drängte damals. Es gab dir ersten konkreten Informationen für einen anstehenden Räumungstermin… wenige Tage später begann der größte Polizeieinsatz in der NRW Geschichte.

Ich konnte an diesem Tag damals mich mit Landespolitikerinnen der @gruenenrw sowie der @gruene_duesseldorf und dem MdB @oliver_krischer direkt im #Hambi treffen und mit ihnen über die Situation sprechen. Es war eine unwirkliche Situation – die Spannung und das geschäftige Treiben und dazu die Ruhe des Waldes und die mächtigen Bäume mit den Baumhäusern in den Kronen. Nur wenige hundert Meter weiter kann man an der Abbruchkante zum Tagebau seinen Blick über Mordor schweifen lassen…

Ich habe viel Respekt vor der Konsequenz der Menschen die sich über Monate hin auf eine solche Räumung vorbereiten in dem sie ihr ‚entgegenleben‘. Ich war nach dem Besuch noch mehrfach vor Ort (auch mit ganzen Familie) um gegen diese Energiepolitik von NRW zu demonstrieren.

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Die 1,5-Grad-Grenze verläuft direkt vor Lützerath.

Die 1,5-Grad-Grenze verläuft direkt vor Lützerath. Diesen Samstag (7. August 2021 / ab 12 Uhr) ist eine Menschenkette am Tagebau #Garzweiler geplant um für mehr Klimaschutz und gegen das abbaggern der Dörfer Berverath, #Keyenberg, Kuckum, Lützerath, Oberwestrich, Unterwestrich usw (dies gilt auch für die Orte an den Tagebaues Hambach und in der Lausitz) zu demonstrieren. Unsere Landes- und auch die Bundesregierung versagen beim Thema Klimaschutz seit Jahren auf ganzer Linie – und selbst ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts oder die Warnungen von 14.000 WissenschaftlerInnen oder die Extremwetterereignisse der letzten Jahre führen zu einem Umdenken. Wir brauchen endlich wirksame Schritte um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken.

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Moor bleibt Moor.

“Sie sind mir sozusagen zugelaufen. (*herzliches lachen*)“ Wir haben auf dem Rückweg aus dem Friesland-Urlaub das A20 Camp @moor.bleibt.moor in Westerstede besucht. Im Camp des Bündnis gegen den Bau der #kuestenautobahn A20 war an dem Tag wenig los.

Das Gespräch mit dem Bauern, auf dessen Land die Activisties ihr Camp aufschlagen durften, war aber sehr informativ. Jahre der Proteste, Klagen sowie Verflechtungen zwischen Politik und lokalen UnternehmerInnen haben soviel Frust wie Unverständnis hinterlassen.

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Osterholz bleibt. Bäume sind wichtiger als Abraum & Schutt.

Ein Spaziergang durch den Wald soll wirklich gesund und entspannend sein… und darum sind wir vor ein paar Tagen einfach mal in den Osterholz zwischen Haan und Wuppertal gefahren.

Zugegeben, es ging mir nicht ‚nur’ um die frische Luft im Wald – ich wollte mir selbst ein Bild von der Situation in dem durch Rodung bedrohten Wald machen. Dieser Mischwald soll seit 2019 auf einer Fläche von 5 Hektar innerhalb der Zusammenhängenden Waldfläche sowie zuzüglich 3,5 Hektar in einer Neuaufforstungen gerodet werden um Platz für eine Abraumhalde zu schaffen. Konkret soll hier der Aushub und Abraum des angrenzenden Steinbruchs aufgeschüttet werden… die Halden kann man bereits von den Waldwegen aus erkennen. Also Schutt statt Wald. Ernsthaft jetzt?! Kannst du dir nicht ausdenken :-/

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