BiBaBuZe in Düsseldorf-Bilk, wurde von der Jury für den Deutschen Buchhandlungspreis nominiert – und dies, wie ich meine, mit Recht. Das politisch geprägte, seit 1977 bestehende Buchhandelskollektiv steht für ein sorgfältig kuratiertes Sortiment und ein klar positioniertes Veranstaltungsprogramm – genau die Art von Engagement, die der Preis eigentlich auszeichnen soll.
Nach der Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, drei von der Jury vorgeschlagene Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis auszuschließen und die Verleihung ganz abzusagen, kommt deutliche Kritik. Nicht nur Buchhändlerinnen und Buchhändler sehen darin einen problematischen Eingriff in die Unabhängigkeit der Jury sowie in Kunst- und Meinungsfreiheit. Diesmal hat es drei Läden in Berlin, Bremen und Göttingen, getroffen. Sie wären „nicht preiswürdig“ – und ließ dann über seinen Sprecher ausrichten, er stütze sich auf einen Hinweis des Verfassungsschutzes, der diese Buchhandlungen als „linksextrem“ einstufe. Eine nachvollziehbare Begründung? Fehlanzeige. Namen, konkrete Vorwürfe, überprüfbare Fakten? Bis heute: nichts. Statt Transparenz gab es Schlagworte.
„Solange sich Täter sicher fühlen, sind Frauen es nicht.“ Dieser Satz trifft ins Mark. Er beschreibt unsere Gesellschaft. Sicherheit ist ein Privileg und hängt ab vom Chromosomensatz.
Was Schauspielerin Collien Fernandes öffentlich gemacht hat, ist was viele Frauen erleben – Sexismus, Catcalling, digitale Gewalt, Erniedrigung, das Gefühl des Ausgeliefertseins – es macht fassungslos. Was ihr passiert ist ist einfach nur erschütternd und macht sprachlos. Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Muster. Und dieses Muster zieht sich durch Jahrzehnte / Jahrhunderte, über Ländergrenzen und soziale Milieus hinweg.
Ob Jeffrey Epstein, Harvey Weinstein, die zahllosen Enthüllungen aus Politik, Medien oder Sport: Sie alle zeigen dieselbe Dynamik. Männer mit Macht. Frauen, die mundtot gemacht werden. Strukturen, die wegsehen – oder sogar mittragen. All diese unzähligen Geschichten sind nicht nur Skandale. Sie sind Symptome eines globalen Systems, das sexuelle Gewalt ermöglicht und verschleiert. Sie zeigen, dass Patriarchat und Machtmissbrauch Verbündete sind – und dass auch digital neue Räume entstehen, in denen Gewalt weiterlebt, nur anonymer, vermeintlich „unsichtbar“. Deepfakes, nicht-einvernehmliche Nacktbilder, Online-Belästigung: Das alles sind Fortsetzungen derselben Logik. Dieselbe Geringschätzung, dieselbe Entmenschlichung. Nur die Bühne hat sich geändert.
Männer, wir müssen endlich wütender werden. Diese Wut darf nicht nur Betroffene tragen. Es braucht uns alle – vor allem uns Männer. Denn solange wir als Männer nicht laut werden, bleibt das System stabil. Solange Männer sich sicher fühlen, bleiben Frauen es nicht. Wut auf die patrichalen Strukturen, die Täter schützen. Wut auf Social Media Plattformen, die Profit über Verantwortung stellen. Wut auf die Justitz, die zu langsam, zu lasch, zu blind ist.
Digitale Gewalt ist reale Gewalt. Sie ist Teil derselben Kultur desselben Mindsets, die Epstein, Weinstein und viele anderen möglich macht. Und solange wir weiter nur empört, aber nicht strukturell handeln, ändert sich nichts. Nicht zu handeln, bedeutet mitzumachen.
„Wo Frauen streiken, wird sichtbar, dass Politik nicht nur in Parlamenten stattfindet, sondern dort, wo Menschen ihre Zustimmung verweigern“ Hannah Arendt.
Diese Worte sind ein Aufruf, der uns alle angeht – nicht nur Frauen*, sondern auch Männer und Väter. Denn der Kampf für Gleichberechtigung, Emanzipation und Teilhabe ist kein Frauenthema, sondern ein Menschenthema. Der Frauen*streik 2026 am 9. März ist eine Gelegenheit, gemeinsam ein Zeichen zu setzen gegen die falsche Verteilung von Care-Arbeit und gegen die falschen Anforderungen im gesellschaftlichen System und in der Arbeitswelt.
Auf zum feministischen Kampf- und Streiktag! Es geht um Gleichberechtigung und Fairness. Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit ist ein Problem, das uns alle betrifft. Frauen* tragen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit – Kinderbetreuung, Haushalt, emotionale Fürsorge. Diese Arbeit wird oft als selbstverständlich vorausgesetzt, ohne Wertschätzung, ohne Anerkennung, ohne Bezahlung. Das ist nicht nur unfair, sondern auch ein strukturelles Problem, das unsere Gesellschaft als Ganzes schwächt.
Die falschen Anforderungen in der Arbeitswelt verstärken diese Ungleichheit. Frauen* werden oft als „Kostenfaktoren“ oder „Life Style-Teilzeitlerinnen“ abgetan, ihre Leistungen werden unterbewertet, ihre Karrierechancen eingeschränkt. Das ist nicht nur ein Problem für Frauen, sondern für uns alle, denn es verhindert eine echte Teilhabe und eine gerechte Gesellschaft.
Emanzipation bedeutet, sich von alten Rollenbildern zu lösen, die uns einengen und einschränken. Teilhabe bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status – die gleichen Chancen haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Das ist nicht nur ein Recht, sondern eine Notwendigkeit für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.
Noch ein kurzer Nachtrag zur Givebox für Oberbilk S – es wird ein wenig Geld per crowdfinding gesammelt für die Restaurierung der Box… In dem Zusammenhang – hatten wir vor einiger Zeit mal nachgehorcht wie es mit ein Ersatz für die Givebox am Kirchplatz (ebenfalls abgebrannt) aussieht – sagen wir mal so, es sind noch zu viele ungeklärte Aspekte wie Standort, Finanzierung vom lokalen OrgaTeam bzw Unterstützerkreis zu regeln…
Wir haken aber direkt noch mal nach und halten euch auf dem Laufenden.
Update: Die abgebrannte Givebox am Oberbilker S Bahnhof kommt wieder 🙂 Die Givebox soll morgen (Donnerstag) von der Jugendberufshilfe abgeholt werden und es soll versucht werden, sie zu restaurieren, da sie wohl nicht komplett zerstört wurde. Es ist aber nicht sicher, ob das möglich ist. Die Kosten für die Restauration würden wohl noch ein letztes Mal von Trialog BeWo übernommen werden.
Ein Student aus Fürth hat eine „Ticket-Sharing-Tasche“ aka „Karmatasche“ entworfen (Artikel in der SZ zum Thema), in die noch nicht abgelaufene Einzelfahrscheine geworfen werden können (Bastelvorlage ) Kleine einfache Geste, aber nicht erlaubt. Die Idee des Fahrscheinsharings (quasi das Equivalent zum Parkschein verschenken) – also die Weitergabe eines abgestempelten, gültigen Einzelfahrscheins für U- oder S-Bahn – ist juristisch nicht möglich. Denn, ein Einzelticket gilt für eine Person und für eine Fahrt, diese Endet sobald der Fahrgast das Fahrzeug verlässt… Hmpf. Egal – trotzdem eine schöne Idee 🙂
Bin gerade auf ein tolles Projekt auf der Boot gestoßen – die Aktion „Wasser-Strasse“ (Stand EN 01, Eingang Nord) sammelt alte Segeljacken und andere Wassersportbekleidung und verteilt diese über vision:teilen an bedürftige Menschen auf der Straße um ihnen einen besseren Wind- und Wetterschutz zu bieten. Laut dem Organisator war diese Idee nur eben eine „kleine Idee“ – seitdem habe über 200 Segler Wärme gespendet und warme und winddichte Seglerjacken, Hosen, Funktionsbekleidung aller Art gesammelt 🙂 Eine echt schöne & rührende Geste – auch wenn man liest wie viele Menschen, Organisationen und auch Firmen diese Initiative von Seglern unterstützen und überhaupt möglich machen…