Besuch im besetzten Sündi

Gestern waren wir unterwegs, im Herzen eines umkämpften Waldes, der doch so viel mehr ist als nur „Abraum“: das Sündi (auch als Erbwald bekannt), einem Teil des Hambacher Forstes. Dieser kleine, aber unglaublich wertvolle Flecken Erde ist derzeit besetzt – von zahlreichen mutigen jungen Menschen, die ihr Leben riskieren, um ihn zu schützen. Mit dabei hatten wir wiedermal  Taschen und Kisten mit Marmeladen, Süßigkeiten, Keksen, Konserven und dringend benötigtem Material wie Klebeband und Löffel von der Wunschliste der Besetzer:innen.

Dieser Wald ist ein ökologischer Trittstein von unschätzbarem Wert

Doch was macht diesen Wald so wichtig? Das Sündi ist nicht nur irgendein Wäldchen, sondern ein essenzieller Bestandteil des Biotopverbunds in dieser Region. Es ist ein Zuhause für streng geschützte Arten wie Fledermäuse und Haselmäuse. Zahlreiche alte Bäume dienen als Nistbäume und bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Als Teil des einst riesigen Bürgewaldes erzählt das Sündi nicht nur eine ökologische, sondern auch eine kulturelle Geschichte. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen für diese Entscheidungen und Planungen einmal auf den alten Waldlehrpfad begeben und informieren.

Der ehemalige Bürgewald, von dem der Hambacher Forst heute nur noch einen kleinen Rest darstellt, war einst ein ausgedehntes Waldgebiet von über 5.500 Hektar. Es war eines der ältesten und größten zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland. Heute sind davon weniger als 10 % erhalten. Der überwiegende Teil wurde für den Braunkohleabbau durch RWE unwiderruflich zerstört. Was bleibt, sind verstreute Fragmente wie eben das Sündewäldchen, die dennoch von unschätzbarem Wert sind – als Lebensraum, Klimapuffer und historisches Erbe.

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Wir sind Teil der Roten Linie – Gemeinsam den Hambi und den ‚Sündi‘ retten

Der Hambacher Wald, der vielen von uns als Hambi bekannt ist, steht erneut im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dieses Mal geht es um den benachbarten Manheimer Erbwald, ein 6 Hektar großes Stück Natur, das früher Teil des Hambacher Waldes war und jetzt akut von der Rodung bedroht ist. 

Wir unterstützen die Waldschützer*innen denn eines ist klar: Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir mehr als nur ein Stück Wald – wir verlieren ein Symbol für Widerstand und Hoffnung.

Warum der Manheimer Erbwald wichtig ist. Der Erbwald ist nicht einfach irgendein Waldstück. Er ist ein Lebensraum für streng geschützte Fledermäuse und besteht aus einem ökologisch wertvollen Stieleichen-Hainbuchenwald. (Es wurden von RWE zahlreiche Bäume markiert – alles Vorbereitungen für die Umsiedlung von Fledermäusen und Haselmäusen). Diese Gebiete sind entscheidend für den Biotopverbund (aka Trittsteine), der den Erhalt des Hambacher Waldes sichert. Doch RWE plant, genau dieses Gebiet für die Böschungsstabilisierung und die Erweiterung der „Manheimer Bucht“ abzubaggern. Die Folgen? Eine Zerstörung der Waldvernetzung und eine Ausweitung des Tagebaus, die den gesamten ökologischen Zusammenhang gefährdet.

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Waldspaziergang in der Nähe von Mordor

Am letzten Sonntag haben wir wieder mal Zeit bei den wahren WaldschützerInnen des Hambacher Waldes verbracht. Mit ihren Baumhäusern und ihrer konsequenten Anwesenheit sichern diese Menschen den letzten verbleibenden Rest dieses wertvollen Waldgebietes vor der Zerstörung durch den Braunkohleabbau.

Vor genau 10 Jahren begann der breitere, bürgerliche Protest mit dem ersten Waldspaziergang von Michael Zobel und Eva Töller. Mit ihren regelmäßigen Wanderungen durch diesen Wald trugen sie dazu bei, den Protest zu erweitern und für die Öffentlichkeit zugänglicher zu machen und mehr Menschen für den Erhalt der einzigartigen Natur zu mobilisieren. Endlich begann man über die Bedeutung dieses wertvollen Ökosystems zu sprechen, was neue UnterstützerInnen gewann.
Der Kampf für den Erhalt der Wälder und auch der Dörfer im rheinischen Braunkohlerevier ist schon immer vielfältig und komplex.

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Für eine offene und vielfältige Gesellschaft.

Vor einigen Tagen (am 16.03.2023) wurde, im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, an der Ellerstraße in Düsseldorf ein Zusatzschild in arabischer Schrift angebracht, um die Vielfalt und Internationalität unserer Stadtgesellschaft sichtbar zu machen. Doch diese Geste der gesellschaftlichen Inklusion wurde durch die rechtsextreme Gruppierung „Revolte Rheinland“ nun kurzfristig überklebt.

Sie überklebten in der Nacht zum 27.03.2023 das Schild mit einer rassistischen und gewaltverherrlichenden Darstellung eines Ritters zu Pferd, der mit gezückter Lanze Menschen jagt. Stilistisch wurden Piktogramme gewählt, die eine Nähe zu den bekannten „refugees welcome“ Aufklebern versuchen herzustellen. Zusätzlich wurde das reguläre Straßenschild überklebt und kurzzeitig in„Karl-Martell-Straße“ umbenannt. Zum Hintergrund dieser Person: Der historische Bezug zu Karl Martell im Jahre 732 wird von Nazis und Rechtspopulisten gerne bemüht – der Grund dafür ist, dass Karl Martell als der „Retter des Abendlandes“ im Kampf gegen die islamische Expansion in Westeuropa gilt. Extremisten – wie zum Beispiel der Massenmörder Anders Breivik – nutzen diesen historischen Kontext, um ihre rassistische Agenda zu rechtfertigen. Als Erklärung wurde auch zusätzlich ein Plakat hinterlassen auf dem das „christlichen Abendland“ beschworen und vom „Ende der islamischen Landnahme in Europa“ schwadroniert wurde.

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Der Hetze von Neonazis entschieden entgegentreten

Auch wenn der gestrige Naziaufmarsch der NSP in Düsseldorf ausgefallen ist – es gibt genug Gründe und Anlässe um gegen Nazis auf die Straße zu gehen. Die aufgedeckten und vereitelten Pläne zum Umsturz in dieser Woche wären zum Beispiel so ein Anlass. Auch die vielen „Einzelfälle“ in Polizei, Bundeswehr und Justiz in all den Jahren oder oder… Gegen diese Strukturen braucht es mehr als ‚warme Worte‘ oder ‚grillen gegen Rechts‘-Momente, es braucht wachsame und aktive Strukturen in der Zivilgesellschaft – dies müssen aber deutlich mehr als 100 Antifas sein…

Nazis einfach mal wegbassen

In diesem Jahr wird es wieder ein ‚Rock gegen Rechts’ Festival in Düsseldorf geben. Am gewohnten Platz auf der Ballonwiese im Volksgarten werden am 30.07.2022 zahlreiche Bands und Musiker ein #umsonstunddraussen Festival abbrennen und sich antirassistische und antifaschistische Initiativen präsentieren. Das es immer wieder notwendig klar Position gegen rechtsradikale Bestrebungen und Aktivitäten zu beziehen. Dies Festival ist die perfekte Gelegenheit sich zu informieren, zu organisieren und auch kennenzulernen… und dies bei guter Musik von @mal_eleve @popperklopper_official, @roter_kreis, @die.schwarzen.schafe, @thebackyardband, Männi, Pol Mac Adaim, Jay Kay usw. Wir freuen uns schon auf @rock_gegen_rechts!

Samstag ist wieder Deppen-Demo in der Stadt

Danke für den Hinweis – heute ziehen wieder CoronaleugnerInnen durch die Straßen von Unterbilk / Bilk / Friedrichstadt / generell Innenstadt / Carlstadt / usw um von einer vermeintlichen Diktatur zu schwadronieren und Maskenpflicht als ‚Folter‘ zu beweinen und Impfungen als Instrument der Unterdrückung zu bezeichnen und dabei Gegenprotest und Journalisten bei Gelegenheit anzupöbeln und tätlich zu attackieren, dies alles unterstützt und mitorganisiert von Rechtsextremisten und Neonazis die schon bei DÜGIDA aktiv waren. Wäre das leugnen der COVID19 Pandemie und die unzähligen kruden Verschwörungstheorien und Umsturzphantasien nicht genug – nicht zu ertragen ist der Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus auf Plakaten und Stickern. Da kann man die Schauspieltruppen die sich in falsflag-Aktionen versuchen schon fast als harmlos ansehen. Die ‚strammen‘ Neonazikader aus Mitglieder der Burschenschaften, Hooligan-Gruppen und die Melange aus Identitäten Bewegung und AfD Mitglieder lassen sich nicht übersehen oder gar ignorieren…

Darum: Raus auf die Straße, vorher die Fenster dekorieren und mit Abstand laut gegen Nazis sein.

Das Osterholz kurz vor der Rodung.

Es sind – sehr wahrscheinlich – gerade die letzten Stunden eines intakten Waldes. Das Osterholz ist eine Waldfläche von über 5ha zwischen Wuppertal und Haan mit gesunden Buchenbaumbeständen, mit vernetzten Ökotopen, seltenen Pflanzen, usw. und soll zeitnah für die Erweiterung einer Abraumhalde gerodet werden. Eigentlich sollte bereits seit mehreren Jahren hier gerodet werden – durch die sehr aktive BI Osterholzbleibt und durch eine Besetzung Osterholzwaldbesetzung konnte dies bis jetzt verhindert werden. Leider haben die EntscheidungsträgerInnen in der Verwaltung und Politik dies Zeit nicht genutzt und sich für eine der unterschiedlichen anderen Lösungen zu entscheiden… Politikversagen auf so vielen Ebenen.