#Lesepause „Die Stadt besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben“

Hab am Wochenende einen Artikel in der taz gelesen, der hängen geblieben ist. Es geht um Kopenhagen, um Tourismus – und um eine Idee, die erstaunlich schlicht und gleichzeitig ziemlich clever ist. Laut dem Global Destination Sustainability Index (GDSI) 2024 gehört Kopenhagen zu den drei nachhaltigsten Touristenzielen der Welt und belegt dort Platz 3, direkt hinter nachhaltigen Vorreitern wie Helsinki und Göteborg (kann ich noch mal sehen wo wir in dieser Liste sehen… ach nee besser nicht). Kopenhagen hat lange Fahrradhighways, „Wolkenbruchviertel“, in denen bei Starkregen das Wasser versickert, und seit 2024 mit CopenPay ein Belohnungssystem für Reisende, das genau jene nachhaltigen Verhaltensweisen honoriert, die die Stadt selbst schon länger lebt. Der Gedanke dahinter: Reisen soll nicht nur weniger Schaden anrichten, sondern im besten Fall sogar etwas zurückgeben. Wer sich nachhaltig verhält, wird belohnt. Wer mit dem Rad unterwegs ist, Müll sammelt, lokale Projekte unterstützt oder bewusst Ressourcen schont, bekommt Anerkennung – ganz konkret. Grob nach dem Grundsatz von Robert Baden-Powell „Wir wollen die Welt ein wenig besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben.“

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Greenwashing deluxe

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An Dreistigkeit sind diese Unternehmen und Konzerne nicht mehr zu überbieten! In Kopenhagen versuchen zahllose Multikonzerne wie CocaCola, Siemens, Kawasaki, Panasonic, Carlsberg, usw. aber auch Unternehmen wie die Deutsche Bank oder Vattenfall (um hier nur einige zu nennen) die UN-Klimakonferenz als Werbeplattform zu benutzen. Die Absicht ist klar – die BesucherInnen und Medienvertreter mit Aktionen zeigen wie grün oder ökologisch und damit gut man als Unternehmen doch ist – eben Greenwashing in Extremform. Dieser Eisbär aus Eis – ein Bild das in fast allen Medien gezeigt wurde – ist übrigens eine Aktion die von Panasonic (Slogan: „ideas for life„) finanziert wurde. Es gibt überall in der Innestadt von Kopenhagen Werbung von Großunternehmen oder gesponserte Ausstelllungen die das Thema Umweltschutz und Kliamschutz aufnehmen. Offensichtlich wird versucht im Rahmen der Konferenz hier Themen zu besetzen und sich als ökologisch und nachhaltig zu gerieren. Mit Slogans wie „A bottle of hope“ wirbt CocaCola – hoffen wir mal das dies die ArbeiterInnen und Gewerkschaftler in den Fabriken des Konzerns in Südamerika und Afrika auch so sehen können! Generell – das Transparent mit dem Wort „HOPENHAGEN“ ist an einem zentralen Ort angebracht – es ist aber nicht der zentrale Versammlungsort für die BesucherInnen der Konferenz – es ist eine Ausstellungsfläche auf der sich Konzerne in ständig beleuchteten Containern präsentieren. Beim Stand von Siemens darf man übrigens auf dem Fahrrad sitzend einen Weihnachtsbaum erstrahlen lassen – schön wenn Atomkonzerne sich so ökologisch geben. Die optisch extremste Form des greenwashings betreibt aber die Deutsche Bank – sie hat eine Ausstellung mit dem Titel „Ghost Forest“ aufstellen lassen um auf die sterbenden Wälder hinzuweisen – der Slogan: „Wir setzen auf Grün“ und dazu 10 (oder mehr) Wurzeln von Urwaldriesen die auf einem Platz neben dem Regierungssitz präsentiert werden. Ich möchte nicht wirklich wissen wieviele Projekte diese Bank finanziert hat bei denen Wälder abgeholzt wurden um Platz für die Entwicklung von Straßen, Industrieanlagen, Flughäfen usw zu schaffen… Greenwashing – die neue Paradedisziplin der Marketingabteilungen.

Eine Studie von LobbyControlGreenwash in Zeiten des Klimawandels – zeigt einige Beispiele dieser perfiden Meinungsmache auf. Auch Greenpeace (Sonderseite) und der BUND (Beitrag) haben sich schon mit dem Thema „GREENWASH“ beschäftigt – ich wette das die aufgeführten Beispiele aus Kopenhagen nicht die Spitze des Eisbergs (sic!) darstellen… There is no planet B! Act NOW!

Wir machen aus Kopenhagen – Hopenhagen. Für einen echten Klimaschutz!

Ach ja – alles wird übrigens in der Stadt bewacht: Polizei und Militär sind überall unterwegs und begleiten einen auch nett…