
Ein Hochsommer in der Stadt fühlt sich seit eininge Jahren an wie ein Backofen mit Kopfsteinpflaster. Die Luft steht, die Bäume hängen schlaff, und von unten glüht der Asphalt. Während wir über globale Klimaziele diskutieren, verdursten vor unserer Haustür die stillsten Verbündeten, die wir haben: unsere Stadtbäume.
Wer einmal bewusst darauf geachtet hat, wie eine junge Platane im Juli die Blätter aufrollt, versteht sofort, warum „Gießen“ mehr ist als Hobby für Gartenschalenromantiker – es ist Stadtpflege, Nachbarschaftsarbeit, Zukunftsschutz. Denn ohne regelmäßiges Wasser verlieren die Wurzeln Halt, die Krone stirbt zurück, und am Ende steht die Stadt ohne Schattenspender da.
Berlin hat es vorgemacht. Das Projekt „Gieß den Kiez“ vom citylab-berlin.org/giess-den-kiez verbindet eine digitale Karte mit echter Nachbarschaftsenergie: Bürgerinnen und Bürger sehen, welche Bäume Durst haben, übernehmen Patenschaften und halten die Stadt lebendig – Eimer für Eimer. Kanne für Kanne. Dazu wurden auch fast 2000 öffentliche Pumpen und Brunnen kartiert…
Düsseldorf könnte das übernehmen, ganz bodenständig und praktisch. Mit Schwengelbrunnen, die Grundwasser statt Trinkwasser spenden, wäre das Gießen plötzlich einfach: kurze Wege, kein Transport, und vor allem kein schlechtes Gewissen. Es wäre eine Ergänzung für die Orte der Gießkannenheldinnen an denen es keine IBC Container geben kann, die Regenwasser auffangen können.
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