Aufmarsch von Hooligans und Neonazis in Unterbilk angekündigt!

Diesen Samstag wollen erneut Neonazis und Rechtsextremisten durch Unterbilk – vermutlich wieder auf der Route die sie bereits im November genommen haben (man beachte die bereits abgestellten Warnbarken an den Kreuzungen bei uns im Viertel) – ziehen.
Es sind Proteste und Aktionen von Düsseldorf stellt sich quer angekündigt – lass sie uns als NachbarInnen lautstark und bunt unterstützen! Es gibt hier keinen Platz für Nazi-Propaganda und gewaltbereite Hooligans.

Hintergrundinfo: Die Neonazis und Hooligans wollen sich am Johannes Rau Platz versammeln und dann (wahrscheinlich) über die Neusserstraße und den Fürstenwall – am Lorettoviertel vorbei – bis zum Leo-Statz-Platz, dort in die Kronprinzenstraße und über die Reichsstraße (an der Burschenschaft vorbei) zurück zum Ausgangspunkt ziehen…

Es geschah im Nachbarhaus.

Wir dürfen die unzähligen Schicksale der Shoah nie vergessen und müssen die Erinnerungen an die Nachbarn wachhalten.

Wir dürfen die unzähligen Schicksale der Shoah nie vergessen und müssen die Erinnerungen an die Nachbarn wachhalten. Würde man eine Schweigeminute für jedes Opfer des Holocaust halten, wäre es 11 Jahre lang still.

Gemeinsam gegen das Vergessen.

5 Jahre „Rock gegen Rechts“ im Volksgarten

„Rock gegen Rechts“ im Volksgarten bot diesmal – nicht nur durch den Platzregen – noch mehr ‚Festivalatmo‘ als in den Vorjahren 😉

< Das Festival „Rock gegen Rechts“ im Volksgarten (bzw. auf der Ballonwiese) bot diesmal – nicht nur durch den Platzregen – noch mehr ‚Festivalatmo‘ als schon in den Vorjahren 😉 Neben der Musik von Chris von der Düssel, Betrayers of Babylon, KORSAKOW, Cynthia Nickschas & Friends und RADIO HAVANNA ging es vor allem darum um Freunde zu treffen, stehen zu bleiben und quatschen. An den Infoständen von über 20 Organisationen und Initiativen konnte man sich direkt mit Infomaterial und Terminen updaten… es lohnt sich immer dort aufzutauschen.

Sommer. Sonne. Trillerpfeife.

Sommer. Sonne. Trillerpfeife. Heute Nachmittag wollen Nazis an der Kö „ein wenig Mahnwachen“ – wer Lust auf ein wenig Bewegung & frische Luft hat könnte auch gleich ein wenig demonstrieren gehen…

Sommer. Sonne. Trillerpfeife. Heute Nachmittag wollen Nazis an der Kö „mahnwachen“ – wer Lust auf ein wenig Bewegung & frische Luft hat könnte auch gleich ein wenig demonstrieren gehen… Gemeinsam gegen Nazis auf die Straße gehen!

Am Sonntag, 28.5. mobilisiert die neonazistische Partei DIE RECHTE für 16 Uhr vor das ungarische Konsulat nach Düsseldorf auf die Aderstr. 12-14. Das Thema der Kundgebung ist „Freiheit für Horst Mahler“.
In Deutschland war Horst Mahler 2009 wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocaust zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe
verurteilt worden. Im Sommer 2015 hatte die deutsche Justiz die Verbüßung der restlichen Haftstrafe in Anbetracht von Mahlers schlechtem Gesundheitszustand ausgesetzt. Die Aussetzung wurde später wieder aufgehoben. Mahler entzog sich im April dieses Jahres der Ladung zur Verbüßung der Reststrafe und tauchte unter. In Ungarn hat Horst Mahler versucht Asyl zu beantragen, sitzt jetzt allerdings in Abschiebehaft und soll nach Deutschland ausgeliefert werden. Am Sonntag kommen Holocaustleugner und Neonazis nach Düsseldorf um ihre Solidarität zu bekunden.(…) Wie bei Dügida rufen wir euch auf, am Sonntag mit uns auf die Straße zu gehen und sich den Neonazis in den Weg zu stellen und ihre Veranstaltung massiv zu stören!!!

Rechtspopulistischer Wanderzirkus unterwegs.

Ach übrigens – ein rechtspopulistischer Wanderzirkus macht gerade am Johannes-Rau-Platz Station…

Ach übrigens – ein rechtspopulistischer Wanderzirkus ist gerade am Johannes-Rau-Platz angekommen. Ein breites Bündnis aus Parteien, Vereinen, Verbänden und politischen Gruppen haben sich bereits versammelt um bunt & lautstark gegen die Afd zu protestieren.Wenn man sich umschaut – es sind rund 450 DüsseldorferInnen gekommen um zu protestieren und circa 50 (ohne Presse und Security) um u.a. ‚Frau Keptry‘ zu hören… Wir wollen deren Hetze & Hass nicht? Düsseldorf steht für eine offene und multikulturelle Gesellschaft – da hat der unverhohlene Rassismus, ihre Ressentiments gegenüber allem was nicht in ihre Zigarettenschachtelwelt passt einfach keinen Platz.

In Gedenken an die ‚Aktion Rheinland‘

In Gedenken an die ‚Aktion Rheinland‘: „Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.“

„Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.“

Der 2. Weltkrieg und der Terror der Nazis war in Düsseldorf am 17. April 1945 endlich vorbei  – an diesem Tag wurde Düsseldorf durch Soldaten der US-Armee kampflos übernommen. Das die Stadt nicht Ziel eines weiteren taktischen allierten Luftangriffs wurde oder das der Befehl des Gauleiters nur ‚verbrannte Erde‘ zu hinterlassen nicht umgesetzt werden konnten verdanken wir einer kleinen Widerstandsgruppe um Karl August Wiedenhofen und Aloys Odenthal und deren „Aktion Rheinland„. Eine kurze Zusammenfassung der damaligen Geschehnisse findet  ihr aber auch auf der Webseite aktion-rheinland.de :

Eine bürgerliche Widerstandsgruppe um den Architekten Aloys Odenthal und Rechtsanwalt August Wiedenhofen will dem sinnlosen Sterben und der Zerstörung ihrer Stadt nicht tatenlos zusehen. Sie nehmen Kontakt zum Oberstleutnant der Schutzpolizei Franz Jürgens auf, der ihnen als vertrauenswürdig geschildert worden war. Ihr Vorhaben ist, den Alliierten die Stadt kampflos zu übergeben.
Am Mittag des 16. April 1945 dringt die Gruppe mit vorgehaltener Waffe in das Amtszimmer von SS-Brigadeführer August Korreng im Polizeipräsidium am heutigen Jürgensplatz ein. Die Männer verhaften ihn und sperren ihn in eine Gefängniszelle.
Unterdessen gelangen Odenthal und Wiedenhofen mit einem von Franz Jürgens ausgestellten Passierschein nach Mettmann zu den US-Truppen. Sie versichern ihnen die kampflose Übergabe der Stadt und flehen sie an, von einem geplanten Bomberangriff Abstand zu nehmen. Was die beiden da noch nicht wissen: Die Aktion im Präsidium ist von einem regimetreuen Polizeibeamten in der Telefonzentrale verraten worden. Eine alarmierte Streife von Fallschirmjägern dringt in das Gebäude ein und befreit August Korreng wieder aus seiner Zelle. Jürgens und ihre Freunde werden verhaftet.
Während die beiden Zivilisten mit den Amerikanern verhandeln, wird über Franz Jürgens von einem Standgericht im Steigenberger Parkhotel das Todesurteil gesprochen. Die vier Zivilisten, Bauunternehmer Theodor Andresen, Ingenieur Karl Kleppe, Kaufmann Josef Knab und Student Herrmann Weill werden von Standgerichten an der Stoffeler Straße zum Tod durch Erschießen verurteilt. Noch in derselben Nacht werden alle eilends auf dem Hof der Berufsschule an der Färberstraße erschossen und ihre Leichen verscharrt. (Quellen: aktion-rheinland.de)

Die Ereignisse dieser Tage 1945 und Hintergründe zu den Personen wurden von der Geschichtswerkstatt Düsseldorf vor zwei Jahren übersichtlich ein dem Dossier „Die Ereignisse des 16. und 17. April 1945 in DüsseldorfAktion Rheinland‘“ (pdf) zusammengefasst. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Flugblattaktion der Antifaschistischen Kampforganisation (Antifako) – in ihren Flyern wurde die Düsseldorfer Bevölkerung aufgerufen die Alliierten mit weißen Fahnen zu empfangen.
Wer sich auf die Spuren des Widerstandes bzw der Befreiung begeben möchte – es gibt einen „Weg der Befreiung“ mit zahlreichen Erklärtafeln an den entsprechenden historischen Orten im Stadtgebiet, sowie regelmäßige Ausstellungen und historische Rundgänge der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Habe vor einiger Zeit eine Karte mit dem Arbeitstitel „Gegen das Vergessen – Stolpersteine und weitere Orte des Gedenkens in unserer Stadt“ erstellt…

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Fürstenplatz : Ein Fest ohne Rassismus

Lasst uns gemeinsam zeigen was wir von rassistischen Thesen halten – nix. Unser Viertel ist bunt und dies ist auch gut so.

Die Veranstaltung und die neue Gruppe Nachbarschaft ohne Rassismus unterstütze ich nur zu gerne – insbesondere da ich die Thesen von Herrn Sarrazin für falsch halte und auch generell dies populistische zündeln für gefährlich halte. Eine offene und freie Gesellschaft ist der einzige Weg um friedlich zusammenzuleben. Seine Texte und Thesen lehnen eine solche pluralistische Gesellschaft ab und streiten auch ab, das dies funktionieren kann und wird. Dem kann man, insbesondere am Fürstenplatz Düsseldorf , nur „Ein Fest ohne Rassismus “ entgegenhalten und zeigen das er, und seine extra anreisende rechtspopulistische Entourage, falsch liegt.
Düsseldorf ist bunt und dies ist auch gut so.

Liebe NachbarInnen, liebe AnwohnerInnen, liebe DüsseldorferInnen, liebe UnterstützerInnen,

Herr Thilo Sarrazin wird im FeinStil am Fürstenplatz aus seinem neuen Buch lesen. Sarrazin trägt entschieden zur Stärkung und Verbreitung rechter Gedanken in der Mitte der Gesellschaft bei, daher sind seine Thesen Teil eines Klimas, das am Fürstenplatz und in Friedrichstadt deplatziert ist.

Wir feiern daher am 18.05.2017 ab 19 Uhr auf dem Marktplatz am Fürstenplatz ein Fest ohne Rassismus.
Gemeinsam zeigen wir mit Musik und kreativen Beiträgen, dass der Fürstenplatz für ein buntes und friedliches Miteinander steht.
Alle sind herzlich eingeladen

Um den offenen Brief an das FeinStil zu unterzeichnen, schickt eine Mail mit vollem Namen an: Nachbarschaftohnerassismus@gmail.com

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‚Lieber solidarisch,als solide arisch.‘

‚Lieber solidarisch,als solide arisch.‘

Der Aufruf des ZAKK unterstütze ich gerne. Mischa und Torsten wurden im Zusammenhang mit den Anti-DÜGIDA Protesten vom Amtsgericht zu einer hohen Geldstrafe wegen “ Aufrufs zu zivilem Ungehorsam“ verurteilt. Das ZAKK erklärt sich mit ihnen solidarisch und unterstützt sie bei Gericht am 12.4., 9 Uhr, Raum E111!

Unser Kollege Mischa Aschmoneit ist, zusammen mit dem Ex-Geschäftsführer der Düsseldorfer Falken, Torsten Nagel, angeklagt worden, bei Protesten von „Düsseldorf stellt sich quer“ gegen Rechtpopulisten und Neonazis zu zivilem Ungehorsam aufgerufen zu haben. Gegen die Strafbefehle von rund 10.000 € haben die beiden selbstverständlich Widerspruch eingelegt, der demnächst vor dem Amtsgericht Düsseldorf verhandelt werden soll.

Obwohl von vielen Seiten, bis hin in konservative Kreise, die „Wehrhaftigkeit unserer Demokratie“, die „Verantwortung der Zivilgesellschaft“ und der „Aufstand der Anständigen“ beschworen wird, wird seitens der Staatsanwaltschaft versucht einzelne Aktivisten stellvertretend zu kriminalisieren. Das darf nicht Schule machen.

Jede/r der bei den Protesten gegen Dügida in den letzten Jahren dabei war weiß ziemlich genau wie friedlich, vielfältig und bunt sie waren und von wem Aggressionen ausgingen. Systematisch wurde über Jahre hinweg rechte Gewalt und rechter Terrorismus nicht wahr genommen und verharmlost auch von staatlichen Stellen wie Justiz, Polizei oder Verfassungsschutz. Die NSU-Morde sind nur die Spitze des Eisberges einer gefährlichen Entwicklung unserer Gesellschaft.

Nachbarschaft gegen Rassismus – Gegen die Lesung von Thilo Sarrazin im FeinStil .

Ich möchte euch kurz auf die folgende Initiative aus der Friedrichstadt aufmerksam machen : Nachbarschaft gegen Rassismus. Dies Umlagen auch notwendig – denn in wenigen Wochen möchte, in direkter Nähe zum Fürstenplatz Düsseldorf, ein gewisser Herr Sarrazin eine Lesung abhalten… Zahlreiche AnwohnerInnen empfinden seine populistischen Thesen und rechtsradikal-kompatiblen Positionen als eine pure Provokation. Informiert euch und organisiert euch schon mal – denn bei uns im Viertel ist kein Platz für Populisten!

Ich möchte euch kurz auf die folgende Initiative aus der Friedrichstadt aufmerksam machen : Nachbarschaft gegen Rassismus . In wenigen Wochen möchte – in direkter Nähe zum Fürstenplatz Düsseldorf – ein gewisser Herr Sarrazin eine Lesung abhalten. Zahlreiche AnwohnerInnen empfinden seine populistischen Thesen und rechtsradikal-kompatiblen Positionen als eine pure Provokation. Informiert euch und organisiert euch schon mal – bei uns im Viertel ist kein Platz für Populisten!

Grade Friedrichstadt und der Fürstenplatz stehen für ein buntes, friedliches Miteinander. Sarrazin trägt entschieden zur Stärkung und Verbreitung rechter Gedanken in der Mitte der Gesellschaft bei. Wenn man so wie er maßgeblich daran beteiligt ist Menschen und Menschengruppen als minderwertig zu diffamieren, legitimiert man Ausgrenzung und Gewalt. Die Thesen Sarrazins sind Teil eines Klimas, das am Fürstenplatz und in Friedrichstadt unerwünscht ist.

Es wurde ein offener Brief verfasst, den wir gerne mit einer Unterzeichnerliste den Betreibern des FeinStils überreichen möchten. Die Unterzeichner werden ebenfalls öffentlich aufgeführt werden. Wenn Sie den Brief unterstützen und ebenfalls Stellung mit einer Unterschrift gegen die Veranstaltung mit Herrn Sarrazin beziehen möchten, dann senden Sie eine Email mit ihrem vollen Namen an: Nachbarschaftohnerassismus@gmail.com

Dies ist der offene Bried und Aufruf der Ini:

Sehr geehrte Frau Watzenberg, sehr geehrter Herr Breitfeld,
für den 18.05.2017 ist in Ihrem Weinlokal eine Lesung von Thilo Sarrazin aus seinem Buch „Wunschdenken“ angekündigt.
Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir Herrn Sarrazin nicht kritik- und widerstandslos dieses Podium einräumen werden. Wir fordern, dass die Veranstaltung abgesagt wird. Als Düsseldorfer BürgerInnen mit und ohne Migrationshintergrund betrachten wir Ihre Veranstaltung mit Thilo Sarrazin als eine Verhöhnung aller politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Bemühungen in dieser Stadt und dieses Stadtteils, ein soziales und inkludierendes Zusammenleben zu gestalten.
Herr Sarrazin trägt entschieden zur Stärkung und Verbreitung rechter Gedanken in der Mitte der Gesellschaft bei. Wenn man so wie er maßgeblich daran beteiligt ist, Menschen und Menschengruppen als minderwertig zu diffamieren, legitimiert man Ausgrenzung und Intoleranz. Die Thesen Sarrazins sind Teil eines Klimas, das am Fürstenplatz unerwünscht ist.
Angesichts der verheerenden Folgen rassenbiologischer und eugenischer Lehren im „Dritten Reich“, den aktuellen Entwicklungen der AfD und den PEGIDA-Bewegungen und angesichts des Wissens darum, wie schnell die so genannte Asyldebatte in den 1990er Jahren in rassistisch und national begründete Pogrome umschlug, darf man diesen Ansichten keinen neuen Raum geben und unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit agieren. Wir sind verwundert, warum gerade solchen Ausführungen eine Bühne gegeben wird, die unsachlich und falsch sind, inhaltlich ganze Bevölkerungsgruppen diffamieren, rassistische Ressentiments und Antiislamismus schüren und soziale Auslese im neuen neoliberalen Gewand salonfähig machen. Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Äußerungen und Vorschläge Sarrazins sich jenseits des Grundgesetzes und der von Deutschland ratifizierten UN-Anti-Rassismus-Konvention bewegen: „Seine Vorschläge für Änderungen in der Zuwanderungspolitik sind weder mit international gültigen Menschenrechten vereinbar noch mit dem deutschen Grundgesetz. Sie bewegen sich außerhalb der verfassungsrechtlichen Ordnung.“ (Deutsches Institut für Menschenrechte, Stellungnahme zu Aussagen v. Thilo Sarrazin, 02.09.2010), weshalb sie auch nicht vom Art. 5 GG (Meinungsfreiheit) gedeckt sind.
Herr Sarrazins Ausführungen sind nicht nur gekennzeichnet von mangelnder Sachlichkeit, er manipuliert. Er greift beliebig auf Statistiken zurück, die er so interpretiert, wie es zu seinem Weltbild passt. Seine Bücher bestehen nicht nur inhaltlich aus sich ständig wiederholenden rassistisch-biologistischen Behauptungen, die mit den Ängsten und der Verunsicherung von Teilen der deutschen Mehrheitsgesellschaft spielen. Sarrazins Nationalismus antwortet auf die Abstiegsängste der bedrohten weiß-deutschen Mittelschichten und gibt dabei vor, sich sachlich auf wissenschaftliche Expertise und Statistiken zu stützen.
Seine Werke und Aussagen fügen sich zu einem Gesamtbild: Sarrazin inszeniert sich als Provokateur, der Tabus bricht. Damit löst er vor allem Reaktionen aus, die sich gegen den Ton und die Schärfe seiner Äußerungen wenden. Wenn nach einer Debatte dann rassistische Thesen und Behauptungen auf der Grundlage unwissenschaftlicher und willkürlicher Interpretation von Zahlen als im Kern richtig stehen bleiben, hat Sarrazin sein Ziel erreicht.
„Intoleranz und Rassismus äußern sich keineswegs erst in Gewalt. Gefährlich sind nicht nur Extremisten. Gefährlich sind auch diejenigen, die Vorurteile schüren, die ein Klima der Verachtung erzeugen.“
(Aus der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt am 23.02.2012 in Berlin.)
Wir erlauben uns, diesen Brief als offenen Brief zu verwenden und damit in eine breite Öffentlichkeit zu gehen.
Wir werden einen Auftritt von Thilo Sarrazin nicht ohne Widerspruch hinnehmen.
In Erwartung einer Antwort Ihrerseits verbleiben wir mit freundlichen Grüßen.

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