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Rettet die Kreativ-Locations in DUS

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Aus der Facebook-Seite zur Rettung des Boui Boui Bilk wird nun wohl eher eine Plattform zur Rettung der KreativLocations sowie ein Plattform der verbliebenen Freiräume in der Stadt. Es wird ein Umdenken gefordert – insbesondere da es in dieser Stadt viel Büro-Leerstand und zahllosen Spekulationsobjekte gibt. Kreativität braucht Freiheit und Raum zur Entfaltung.

Rettet die Kreativ-Locations in DUS Das Boui Boui Bilk wird komplett abgerissen. Wir brauchen weiter urbane Räume für Kunst, Kultur und Start-Up-Szene. Düsseldorf muss seinen Charme behalten!

RECLAIM YOUR CITY – Die Verhältnisse zum Tanzen bringen!

Aus diesem Aufruf zitiere ich doch gerne 😉 Logisch, denn wenn wir ehrlich sind freuen uns schon lange auf diese Aktion am kommenden Samstag…Endlich mal wieder ein wenig an den Verhältnissen in dieser Stadt (ach Quatsch – am SYSTEM*) rütteln und ein Stückweit die Realität verändern. Wir wollen eine tolerante, bunte, offene und bezahlbare Stadt und damit auch glücklichere Gesellschaft. Niemand hat Lust auf schnöseligen DINKs oder Yuppies – wir wünschen uns alle echte Nachbarn, oder nicht? Wer hat denn schon Bedarf nach Prestigeobjekten, Gentrifizierung und Spekulationsobjekten? Okay, der/die MaklerIn (nebst Anhang und Family) – aber ist das was dies „Klientel“ in unseren Wohnquartieren und gewachsenen Stadtvierteln „schafft“ denn lebenswert?
Nö. Da ist aus der Sicht vieler Betroffener noch ordentlich Potential und ein erheblicher Verbesserungsbedarf… Aber statt auf die Verhältnisse destruktiv zu reagieren wollen viele Gruppen, Organisationen, Künstler, Musiker, Nachbarn und Freunde diese Verhältnisse am kommenden Samstag einfach mal wegbassen 😉 Am Samstag um 18.30 Uhr startet eine Tanzdemo vom Hermannplatz in Flingern in führt in Richtung Fürstenplatz in der Friedrichstadt…

Aufruf:

Bald ist es vorbei mit der Ruhe in unserem beschaulichem Düsseldorf.: Am 20. August rocken wir die Straßen, drehen die Regler hoch, werden laut und bringen die Zustände in unserer Stadt zum Tanzen!
Denn an diesem Abend nehmen wir uns das was uns sowieso gehört, und was uns immer weiter streitig gemacht wird: Das Recht auf unsere Stadt! Mit fetten Sounds ziehen wir vom Hermannsplatz in Flingern zum Fürstenplatz in Friedrichstadt und bringen die Verhältnisse in unserer Stadt zum tanzen! Verschiedene Aktionen sind geplant, einige Bollerwagen-Soundsystems sind in den Startlöchern, von unserem 7,5 Tonner wird Dubstep, Drum&bass und Elektro von den Dj(anes)s Penelope, Saxe und Aelioth euch zum tanzen zwingen und unsere FreundInnen vom AZ Köln unterstützen uns mit einem weiterem Soundwagen. Danach gehts weiter in der Brause und im Linken Zentrum, das 10ten Geburtstag feiert…

Weitere Infos gibt es hier www.rechtaufstadt.org. Wir bringen übrigens auch unsere NachbarInnen mit…

* Nein Herr D aus K ich steiger mich jetzt nicht mit „Schweinesystem“ 😉

Bunter Wandschmuck am Mintropplatz

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Am Samstag Mittag trafen sie sich – rund 100 Menschen an der wohl hässlichsten und dunkelsten S-Bahn Unterführung in Düsseldorf – sprich: am Mintropplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs. Anlass und Ziel war die Schenkung von 25 Metern bunter Wandfläche an die Stadt… Nicht alle der anwesenden waren KünstlerInnen (Streetart) – die meisten waren Kunstbegeisterte oder politisch Bewegte, ZuschauerInnen oder UnterstützerInnen – aber alle waren wichtig. Generalstabstmäßig wurden pünktlich um 13 Uhr zahlreiche Bierzeltgarnituren entladen, Stromgeneratoren gestartet, Boxen aufgebaut, Kuchen geschnitten und die Wände dekoriert… Schnell wurden Schablonen angebracht und ein erster Claim gesprayt und parallel dazu wurden die Umrisse der Grafitti-Figuren skizziert (als Character wurden Affen gewählt, sehr schöne Szenen übrigens) – an anderen Stellen wurden cutouts (quasi Papiergrafitti) angebracht… Über allem lag ein Soundteppich aus Jazz aber auch Rap & HipHop und anderer eingängige „Mukke“ . Besuch bekam die illustre Runde der Schenkungswütigen nur extrem zögerlich von der Ordnungsmacht. Man war sich wohl nicht sicher ob diese Kunstaktion/Schenkung doch eine Versammlung sei und ob die Wand öffentlich oder privat sei 😉 Und ob man Streetart als gemeinschaftliche „Sachbeschädigung“ – insbesondere an dieser Stelle – werten solle… Einige der Anwesenden konnten durch den Besitz eines Parteibuchs und ihrer Stadtratszugehörigkeit gut vermitteln. Ach ja – die Wand sieht jetzt um einiges besser aus und ist endlich bunt und erstrahlt nicht mehr im (mit Loriot gesprochen): „frischem mausgrau„. Neben den Cutouts sind auch zwei großflächige Grafittis entstanden – wirklich sehenwert. Diese Kunst im öffentlichen Raum versteht sich als nonkonform und anarchistisch… An der Ellerstraße / Mintropplatz wurde ein klares Bekenntnis gegen den Mainstream und gegen die Prozesse der Gentrifizierung in Düsseldorf abgelegt. „Wir schenken unserer Stadt und Ihren BürgerInnen kreative Freiräume“ abwechslungsreich, bunt und innovativ.“ – dem Manifest Freiräume für Bewegung kann ich nur voll und ganz zustimmen. Schön das es diese Entwicklung in der lokalen Szene gibt und die positiven Beispiele aus Hamburg und Berlin auch in Düsseldorf Fuß fassen.

Danke an die OrganisatorInnen und UnterstützerInnen der Ini freiRÄUME FÜR BEWEGUNG! Wir freuen uns auf die kommende Schenkungen und weitere bunte Wände in Düsseldorf.

Kunstaktion freiRÄUME FÜR BEWEGUNG.

Es ist unsere Stadt lasst uns Freiräume schaffen!

Jammern, Nölen, Meckern und doch nix machen… Das sich auch Realitäten schaffen lassen zeigt die Initiative „Freiräume für Bewegung„, ein lockerer Verbund von alternativen Kunst- und Kulturschaffenden in Düsseldorf. Eine Entwicklung die es in zahlreichen Städten Europas zu beobachten ist – zum Teil ein „Echo“ auf die Gentrifizierung. Die Idee: mit Aktionen und Schenkungen Düsseldorf gestalten, verändern, verschönern und verbessern. Einige beteilige Initiativen sind ja jetzt schon Garanten für schöne Ecken und Wände (Farbfieber), nette Kunstaktionen (Metzgerei Schnitzel) oder Präsentation der Musiksubkultur (triggerfish)… und jetzt werden diese Aktivitäten gebündelt 😉 Gegen Trostlosigkeit und für eine buntere Stadt! Infos zu der Initiative gibt es im Web und bei den regelmäßigen Treffen im ZAKK.
Am kommenden Samstag gibt es übrigens eine erste Aktion am Mintropplatz – es wird eine bunte Unterführung als Schenkung an die Stadt Düsseldorf übergeben. Aus der Ankündigung im Web zitiert: „Wir schenken unserer Stadt und Ihren BürgerInnen kreative Freiräume“ abwechslungsreich, bunt und innovativ. Die Schenkungen werden ab jetzt regelmäßig stattfinden.

Finde ich super. Ich hab da so eine Idee was ich am Samstag machen werde …

Wo: Unterführung Mintropplatz/Ellerstrasse Wann: Sa. 06.03.2010 / 13:00h
Kaffee und Kuchen for Free! Wir freuen uns über eine Spende. Bands: live Killa Calles, Hip Hop aus der Nachbarschaft, Happy Gangstas. Kunst: Ausstellung (bringt eure Kunst mit), Projektion, Installationen

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Abwertungskit und Gentrifizierung

Wer von uns sich noch nicht über steigende Mieten geärgert? Okay, der Vermieter – aber sonst? Damit ist es jetzt vorbei. Jeder kann sich aktiv für einen negativen Trend im Mietspiegels des Viertel sorgen. Bei einem „Symposiums“ in Hamburg – Schwerpunkt war das Thema Gentrifizierung – wurde ein „Abwertungskit“ vorgestellt. Mit sechs kleinen Maßnahmen ist es möglich sich direkt in den allgemeinen sozialen Segregationsprozess einzubringen und diesen zu beeinflussen. Ein Beispiel: ein gewöhnliches Unterhemd (engl. „wifebeater“) im Fenster zum Trocknen aufhängen. Wirkt direkt „asozial“ – insbesondere auf einem am Balkon oder Fenster montierten Wäscheständer. Zitat:“Konsequent und von vielen Mietern angewendet, löst der Abwertungskit eine Preisspirale nach unten aus (…) und schon bald können Sie in einen grössere, billigere Wohnung umziehen.“ Mit den Umstrukturierungsprozessen innerhalb unserer Stadtteile und unserer Stadt könnte man sich auch mal wieder in Düsseldorf beschäftigen.

Vom ehemaligen Institut für Geographie (sic!) liegt von Prof. Günther Glebe und Dr. Helmut Schneider eine Ausgabe der Düsseldorfer Geographischen Schriften der Thematik Gentrifizierung vor – Titel: Lokale Transformationsprozesse in der Global City Düsseldorf-Oberbilk “ Strukturwandel eines citynahen Stadtteils (Düsseldorf 1998) – eine umfassende Abhandlung.

Naja. Eine humorvolle Annäherung an eine ernste Thematik findet man unter www.esregnetkaviar.de und allgemeine Informationen zum Thema Gentrifizierung findet man bei Wikipedia.