Bei mir entwickelt sich gerade wieder so eine ganz spezielle Vorfreude – bald geht’s wieder los mit der fünften Jahreszeit im Wendland 😉 Ist im Prinzip wie der Straßenkarneval im Rheinland – es gibt auch viele Clowns, gute Musik und Unmengen an netten Menschen die auf der Straße unterwegs sind (und zum Teil gibt’s auch Konfetti). Für alle, die dem Atomausstieg der Regierung nicht trauen – der Strahlenzug fährt Ende November (26. – 29. November) mal wieder quer durch Deutschland ins Atommülllager nach Gorleben…
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Nec scire fas est omnia*.

Nach einigen Stunden Gruene.de-Livestream, N24 und Phonix hab ich bei der Endscheidung der Grünen zum Thema „Atomausstieg“ eine spontane Eingebung – meine Haltung wurde vor etliche Jahren von der „Musikkapelle“ „Die Ärzte“ in dem Lied „Rebell (Youtube)“ prima in die Boxen transportiert. Eine für mich relevante Passage 😉 „… Ich bin dagegen, auch wenn es euch nicht schmeckt. Ich nenn es Freiheit, ihr nennt es Mangel an Respekt: Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung,mit der ich euch gegenüberstehe. Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung, mit der ich euch gegenüberstehen tu. Ich bin nicht blöde, auch wenn du gern so tust…“ Nur mal so. Wieso enthaltet ihr euch nicht? Wie auch immer – Atomausstieg kann nur jede/r selbst machen! Einfach mal den Stromanbieter wechseln. Als GRÜNE hättet ihr, aus meiner Sicht, auch eine klare Entscheidung vertreten können. Denn Frau Merkel und ihrem Club darf man doch nicht für diesen Atomkompromiss die Absolution erteilen – nicht nach dieser 180Grad Wende und der bisherigen Haltung zur Atompolitik. Naja.
*Man kann nicht alles wissen – aber denen würde ich nicht trauen.
Fukushima ist überall. Atomausstieg jetzt!

Erdbeben, Tsunami und jetzt droht auch noch eine nukleare Katastrophe. Alle Gedanken von uns sind gerade bei den betroffenen Menschen in Japan und natürlich auch bei den Angehörigen der Japanischen Gemeinde in Düsseldorf. Wir wollen den tausenden Opfern in Japan gedenken – aber auch eine klares Signal an die Bundesregierung schicken: Wir wollen einen schnellen und konsequenten Ausstieg aus der Atomenergie! Herr Röttgen, Frau Merkel und Co – was muß denn noch passieren? Whatever can go wrong, will go wrong – Diese Technologie ist ganz offensichtlich nicht beherrschbar und Murphys Gesetz gilt auch in Hochtechnologieländern!
Mahnwache Am Montag, 14. März wollen sich viele, viele Menschen zwischen 18.00 – 18.30 Uhr vor dem „Carschhaus“ / Heinrich-Heine-Platz zu einer Mahnwachen zusammenzukommen (Gruppe bei facebook). Organisiert wird die Mahnwache vom Anti-Castor-Bündnis Düsseldorf und ist Teil der bundesweiten Aktionen von „ausgestrahlt“…
Spendenmöglichkeiten gibt es unter anderem bei der Aktion Deutschland Hilft und beim Deutschen Roten Kreuz (DRK).
„eine Gefahr ist praktisch auszuschließen“
Ich glaub ich hab da ein Deja Vu? Diesen Text von Herrn Röttgen zur Gefährdung durch eine Kernschmelze bzw. durch einen GAU in Japan hab ich doch schon mal gehört – diese Passage: „eine Gefahr für die deutsche Bevölkerung praktisch auszuschließen ist“ hat er sich doch bei Herrn Minister Zimmermann geliehen. Dieser hatte 1986 im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl mit fast den gleichen Worten versucht zu beschwichtigen und das Problem zu negieren… Die Folgen von Tschernobyl sind heute noch messbar und auch sichtbar (von den Folgekosten ganz zu schweigen). Wer bei der Nutzung der Atomkraft von einem kalkulierbaren Restrisiko spricht, der aus den „Zwischenfällen“ von Sellafield, Harrisburg, Tschernobyl und nun in Japan nix gelernt… Klar, denn diese Unfälle passieren auch nur reich theoretisch und statistisch…
(Ps: Danke Arndt für den Linktipp…)
CASTOR zu Weihnachten? Schöne Bescherung.
Be·sche·rung, die (Substantiv) / Bedeutungen: [1] die Verteilung der Geschenke an Heiligabend [2] Ungeschicklichkeit, unangenehmer Vorfall.
Dies nenne ich wirklich mal eine schöne Bescherung! Nach Informationen vom NDR wird der nächste Castor schon zum Weihnachtsfest 2010 rollen… Diesmal soll der Transport mit seiner strahlenden Fracht aus Ahaus nach Majak (Karte mit Informationen) „verbracht“ werden. Wenn man sich nur mal den Artikel in der ZEIT über das strahlende Erbe in Majak zu Gemüte führt oder sich den Beitrag des ARD-Magazins MONITOR ansieht – dann kommt über diese Pläne von Herrn Röttgern aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Also – wieder mal warm einpacken, Busticket bei den GRÜNEN erwerben und zu den AntiAtomDemos ins Münsterland fahren… Liebe Atomlobby, wir machen dann auch Bescherung vor dem BZA. Versprochen.
Treckerschau in Gorleben

Immer wieder schön – so eine Busreise quer durch die Republik… Unser Ausflugsziel liegt in Niedersachsen – im Landkreis Lüchow-Dannenberg – und wird von einem unbeugsamen Stamm (und ihren Freunden) bevölkert. Die Wenden (so nennen sich die Bewohner der Region) haben, wie wir hier im Rheinland, auch eine fünfte Jahreszeit… Auch dort gibt es einen Umzug (sic!). Nur das hier wenigen Menschen nach feiern zu Mute ist. Alle zwei Jahre wird radioaktiver Atommüll in eine Leichtbaumetallhalle verbracht und dort für 30 Jahre zwischengelagert – um danach in ein noch nicht vorhandenes Endlager (eventuell der problematische Salzstock nebenan) eingelagert zu werden. Gegen diesen Müll regt sich seit 30 Jahren stetiger Widerstand – in der Regel gewaltfrei, kreativ und bunt. Von den GRÜNEN wurden zahlreiche Busse (über 50) aus ganz Deutschland organisiert und man konnte als Gruppenreise sich zur Auftaktdemonstration nach Splitau fahren lassen. Es macht Mut und gibt einem Kraft – eine solche Demo zu sehen! Viele, viele Menschen die von überall durch die Wälder und über die Feldwege nach Splitau strömen und in der ganzen Region aktiv sind… Leider konnten wir nicht über das Wochenende bleiben – und mussten nach der Besichtigung einer extra eingerichteten Treckerschau (da hatten sich doch glatt 40 Trecker ineinander verkeilt) wieder den Bus besteigen. Beim nächsten CASTOR werden wir uns wieder auf den Weg machen – egal ob jetzt nach Ahaus oder Gorleben… Ein Demospruch klingt mir immer noch im Ohr: Hophophp – Atomkraft stopp!






#70 ohrwurm
Jetzt gehen wir hier nicht weg, das wär Irrsinn,
jetzt nerven wir damit, daß wir hier sind.
Wir rühren uns nicht vom Fleck!
Wir rühren uns nicht vom Fleck!Die wollen uns hier nicht haben.
Das wollen sie uns nur nicht sagen.
Doch sie möchten, daß wir spüren,
daß wir hier nicht hingehören.
An die Freunde und Bekannten im Wendland die gerade auf der Straße sitzen – „Wir Rühren Uns Nicht Vom Fleck“ von „Die Sterne“… Ich denke – das passt ganz gut 😉
Schluck. Strahlendes Wetter in Holland am Strand.
In den Niederlanden ist ein neues Atomkraftwerk geplant – ein zusätzliches AKW. Es soll unmittelbar am Meer (genauer an der Schelde Mündung (Karte)) gebaut werden. Gegen den AKW-Neubau kann man auch als NRW-Bürger Einspruch einlegen und seine Bedenken äußern. Der Neubau soll in Borssele (NL) – keine 250 Kilometer von Düsseldorf (Bilk) entfernt – entstehen. Die entsprechenden Unterlagen und Planungen wurden in der letzten Woche vom Delta-Konzern (einige Quellen sprechen auch von einer Beteiligung des RWE Konzerns) veröffentlicht und sind bei den Bezirksregierungen und im Internet einsehbar. Nun ja – und da kommen wir alsmündige BürgerInnen ins Spiel 🙂 Durch die grenzüberschreitende Öffentlichkeitsbeteiligung dürfen wir als NRWler bis zum 12.11.2009 zu diesen Planungen Stellung nehmen. Diese Stellungnahmen können auch in deutscher Sprache beim „Ministerie van Volkshuisvesting, Ruimtelijke Ordening en Milieubeheer“ eingereicht werden.
Bei dem Projekt habe ich folgendes Problem: es liegt unmittelbar am Meer und zahlreiche Klimaforscher reden von einer Meeresspiegelerhöhung und Zunahme von Unwettern in den kommenden 15 Jahren. Eine einfache Rechnung: 5 Jahre Planungs- und Bauzeit, 35 Jahre Betrieb, 10 Jahre Stillstand und danach 5 Jahre Rückbau und Entsorgung der Anlage = 55 Jahre. Wie hoch ist dann der Meeresspiegel? Mal abgesehen von der ungeklärten Endlagerfrage und den Risiken… Werde diese Frage mal einreichen und bin gespannt was passiert.
Allgemeine Infos zur Kerncentrale Borssele, KCB findet man bei wikipedia und beim Betreiber EPZ. Diese Dokumente sind die spannenden um etwas gegen das Projekt zu unternehmen Bekanntmachung (pdf) Dokument zur Umwelt Verträglichkeits Prüfung (UVP) (pdf).
Also – Einspruch einlegen und den Stromanbieter wechseln!
Wer niemals im Wendland war, weiß nicht Bescheid
Unsere kleine Combo hatte für ein paar Tage ihr gewohntes Umfeld (Bilk, Flingern, …) mit dem Wendland getauscht… gegen die Atompolitik der Regierung musste mal ein Zeichen gesetzt werden. Da wir nicht nur mit einem der drei/vier Busse der GRÜNEN NRW mitfahren wollten sondern auch direkt dort bleiben wollten hatten wir unser komplette Campingausrüstung gepackt und mitgeschleppt. Unnötigerweise wie wir aber leider erst vor Ort feststellen durften. Egal – alles für den Spaß! Unseren Spaß haben wir uns bei x1000malquer geholt und zusammen mit 1200 Gleichgesinnten vor dem Tor des Zwischenlagers in Gorleben gesessen und auf die ungewollte „Abreise“ gewartet 😉 Zwischendurch mussten wir aber auch mal Schabernack machen und uns nach der Räumung durch eine BerlinerEinheit (Tritte ins Gemächt, Griffe ins Gesicht und Ohren, Schläge und verdrehte Arme mit wüsten Drohungen -> du kannst gleich noch mal runterfallen… du kannst dir aussuchen welche Hand wir dir brechen… ) haben wir uns dann noch weiter in der Region an Aktionen beteiligt. „Aufruhr – Widerstand – Es gibt kein ruhiges Hinterland!“ Einen guten Bericht und nette Photos von Aktivitäten der Grünen Gruppe aus Düsseldorf gibt es unter www.gruene-in-bewegung.de und auch eine super Rede von der bundesweiten Demo vor dem Tag X… ein hoch auf die alternative Parallelgesellschaft 😉
