Hambacher Forst besetzt – Bäume statt Bagger

Wer in der Umgebung von Neuss, Mönchengladbach oder Düsseldorf aufgewachsen ist der kennt die „Wolkenfabriken“ bei Grevenbroich,  der kennt Orte wie Otzenrath oder Spenrath die verschwunden sind bzw. in Retortensiedlungen wie Neu-Garzweiler „umgesiedelt“ worden sind“ und der kennt natürlich auch die riesigen Tagebaulöcher an der Autobahn A61 nach Aachen. Die Debatte um Garzweiler II und um die richtige Energiepolik und um den Klimaschutz in NRW hatte vor etlichen Jahren beinahe eine rot-grüne Landesregierung beendet – es gab einen Kompromiss und der Protest wurde immer kleiner. NO zu Garzweiler ZWO! Die Proteste von alten BewohnerInnen in den Orten, von Bauern und Umweltgruppen wurden zwar leiser – aber sie hörtten nicht auf. Seit einigen Tagen gibt es wieder neue Aktionen – diesmal im Wald bei Hambach. Unter dem Motto „Wald statt Kohle“ halten seit Samstag einige Klimaaktivisten, Umweltschützer von RobinWood und BUND und Anwohner einen Teil eines Waldstücks besetzt. Ich möchte den Aufruf und die Erklärung der BesetzerInnen hier dokumentieren (Link: https://hambacherforst.blogsport.de):

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Klimaverheizen? Ja. Da simma dabei…

Da simma dabei, dat is priiima,
mir scheissen aufs Kliiiima
die Kohle, die Wälder, die Zukunft wird verpufft,
den Reichen geb ´n ma Subvention ´, den Armen heisse Luft.

zu der netten Melodie von „Viva Colonia“ intonierten diesen Text Mitglieder von ATTAC (und auch andere) in Köln beim „Zoch vor dem Zoch“. Passt zu den Aktionen in Garzweiler und den Entwicklungen in der Wirtschaft und Gesellschaft.

obstbäume von bulldozern gefällt.

Der Protest von Umweltschützern in Garzweiler ging am Donerstag, aus der Sicht der Polizei, unspektakulär zu Ende. Hmmm finde ich nicht… ich war vor Ort und habe mich über die Felder 3 km bis zur Obstwiese des BUNDs „gewuselt“. Das hatte auch einen erkennbaren Grund. Eine Hundertschaft die eine kleine Wiese umstellt hält – Landstraßen die abgesperrt werden, Vorkontrollen an allen Zufahrtsstraßen, jeder Feldweg ist abgesperrt und das wegen 9 Aktivisten und rund 10 UnterstützerInnen. Schon ein bischen spektakulär. Und nach einer friedlichen Räumung lässt RWE bzw. Rheinbraun sofort mit Schleppern die Obstbäume fällen. Naja – eher zermalmen. Schnell und heimlich im Schutze der Nacht muss dies der Milliardenkonzern machen – um ja keine schlechten Bilder zu produzieren. Dies finde ich doch schon ein wenig spektakulär.
Was hätte man den tun sollen – sich anketten?Hmmm …
Egal. Danke für alle Menschen vor Ort, dem BUND NRW, den Grünen aus Neuss und Düsseldorf – Heute ist nicht alle Tage – wir kommen wieder, keine Frage. Bis Bald 😉



Zukunft statt Braunkohle!

Direkt am Rand des Tagebaulochs Garzweiler wurde von Mitgliedern des BUNDs (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) eine Obstbaumwiese besetzt. Ziel ist der Protest gegen den Braunkohlenabbau und deren Folgen. Seit Neujahr widersetzen sie sich gegen die von der RWE Power AG angekündigten Zwangsräumung und basteln an Ideen 😉 Mit dem gewaltfreien Widerstand wollen die BUND-Mitglieder und UnterstützerInnen die Fällung von 87 Obstbäumen und die Abbaggerung des 1 Hektar großen Grundstücks für die Erweiterung des Tagebaus verhindern. Laut BUND würde mit dem Aufschluss von Garzweiler II die Erdatmosphäre mit CO2-Emissionen aus der Verbrennung von 1,3 Milliarden Tonnen Kohle zusätzlich belastet.
Wir wollen alle einen wirksamen Klimaschutz – das ist aber nicht mit dem Projekt „Braunkohle“ zu erreichen. Mal abgesehen davon – für den Strom aus Garzweiler wird eine ganze Region geopfert. Uralte Ortschaften mit gewachsenen Strukturen zerstört – 4000 Menschen nur für Garzweiler II (30000 Menschen im Braunkohlenrevier) umgesiedelt – etlichen Biotope zerstört – in die Ökologie in einem Bereich von 70 km2 eingegriffen (mal abgesehen von dem Eingriff in die Geomorphologie, die Geologie und Hydrologie). Unvertretbar diese Technologie und unverständlich das sich das RWE leisten kann. Ich werde das Camp unterstützen und auch zur Räumung vor Ort sein – bin ja auch in guter Gesellschaft 😉 Zur Besetzung war ja auch der Landesvorsitzender der Grünen NRW Arndt Klocke vor Ort.

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