1986 war für mich der Moment, in dem „Atomkraft – nein danke“ mehr wurde als ein Aufkleberspruch. Ich war noch ein Kind, als Tschernobyl passierte. Aber ich erinnere mich an die Stimmung – Spielplätze wurden plötzlich gesperrt, es gab Warnungen vor dem Regen, Eltern berieten sich leise, es gab Milchpulver statt frischer Milch, Konserven wurden gekauft statt frisches Obst und Gemüse und der Garten war tabu. Radioaktivität ist unsichtbar.
Wer als Kind erlebt hat, dass selbst Regen zur Gefahr werden kann, wer später von Harrisburg, Fukushima, Jülich, Philippsburg, Krümmel, Asse und es gibt kein Endlager, den vielen Störfällen in Deutschland erfährt und sich mit den realen Kosten von Atomenergie beschäftigt, für den ist „Atomkraft – nein danke“ keine Parole mehr, sondern eine begründete Haltung.
Eine Sendung, die mich dazu inspiriert hat, mir ein paar Gedanken zum Atomkraft-Wiedereinstieg zu machen, war Marc-Uwe Kling über Atomkraft und die „Söder-Challenge“ in Till Reiners’ Happy Hour. Mit trockenem Humor, messerscharfer Analyse zeigt Kling, warum Atomkraft ökonomisch unsinnig ist – und warum trotzdem so viele Politiker davon reden. Seine Herausforderung an Markus Söder ist so simpel wie entlarvend: Wenn Atomkraft wirklich wirtschaftlich wäre, würde sich doch sicher ein Investor finden, oder? Spoiler: Die „Söder-Challenge“ dürfte schwer zu meistern sein.
Atomkraft – ein Thema, das in Deutschland als erledigt galt, aber in Europa weiter diskutiert wird. Vor allem CDU, AfD und FDP preisen sie als realistische Alternative, um die Energiewende zu meistern. Doch ein Blick auf aktuelle Bauprojekte zeigt: Die Realität sieht anders aus.
Ideologie statt pragmatischer Energiepolitik. Die konservativen Parteien von CDU, FDP und AfD halten an der Atomkraft fest – nicht aus ökonomischen Gründen, sondern aus ideologischer Überzeugung. Anstatt den Strompreis und eine nachhaltige Energieversorgung im Blick zu haben, geht es einmal mehr um die Gewinne großer Konzerne und um erfolgreiche Lobbyarbeit. Statt eine realistische und kosteneffiziente Lösung für die Energiezukunft zu suchen, werden Milliarden Steuergelder in eine überholte Technologie gepumpt, die sich ohne massive staatliche Unterstützung längst nicht mehr rechnen würde.
Atomkraft wird oft als schnelle und verlässliche Lösung für die Energiekrise dargestellt. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Milliardenverluste, endlose Verzögerungen, ungelöste Sicherheitsfragen. Ohne Subventionen passiert nichts, ohne Endlager bleibt das Problem bestehen. Atomkraft ist alles – nur keine realistische Alternative.
Verzögerungen, Kostenexplosionen und technische Probleme
Flamanville 3 (Frankreich): Geplante Kosten: 3,3 Milliarden Euro. Aktuelle Kosten: 19,1 Milliarden Euro. Der Bau begann 2007, die Inbetriebnahme war für 2012 geplant. Stand jetzt: Frühestens 2025. Schweißnähte, Reaktorhülle, endlose Mängel – Frankreichs Prestigeprojekt wird zum Alptraum.
Hinkley Point C (Großbritannien): Ursprünglich 21 Milliarden Euro, mittlerweile 53 Milliarden Euro. Start war 2017, der erste Reaktor sollte 2025 ans Netz. Neuer Termin: 2031. Kostenexplosion und Managementprobleme inklusive.
Olkiluoto 3 (Finnland): Derselbe Wahnsinn: Geschätzte 3 Milliarden, geworden sind es 9 Milliarden. Bauzeit? Statt vier Jahren dauerte es 17. Ein Musterbeispiel für die „Zuverlässigkeit“ dieser Technologie.
Subventionen oder gar nichts. So sehr CDU und FDP Atomkraft als Heilsbringer sehen – ohne Subventionen passiert nichts. Kein privater Investor ist bereit, das finanzielle Risiko zu tragen. Neue Reaktoren entstehen nur, wenn Staaten Milliarden zuschießen. In Osteuropa sind groß angelegte Atompläne in Arbeit – geschätzte Kosten: 130 Milliarden Euro. Ob das Geld tatsächlich investiert wird? Fraglich.
Kein Endlager, keine Lösung. Ein weiteres Problem, das gerne ausgeblendet wird: Es gibt bis heute kein Endlager für hochradioaktiven Müll. Nirgendwo in Europa. Während die Baukosten explodieren, bleibt die entscheidende Frage ungelöst: Wohin mit dem strahlenden Abfall?
Man mag es kaum glauben, aber trotz der Corona Pandemie wird es parallel zur Räumung des Dannenröderwaldes in Hessen auch noch einen Transport von hochradioaktiven Atommüll quer durch die Republik zum AKW Biblis geben… Mehrer der möglichen Routen führen von Nordenham auch durch NRW und auch durch Düsseldorf. Es sind in den kommenden Jahren mehrere Transporte aus den ‚Aufbereitungsanlagen’ in Sellafield und La Hague angekündigt… nur mal so. Es ist hoch riskant diesen Strahlenmüll über das Meer zu transportieren und auch der Transport mit der Bahn ist heikel. Und dies alles um ihn für Jahrzehnte in einer besseren „Kartoffel-Scheune“ (die schlecht gesichert ist) zu verstauen. Es geht nicht so sehr darum das ich dagegen bin das wir unseren Müll zurücknehmen müssen – wir steigen nicht wirklich aus der Atomkraft aus solange wir weiter Brennstäbe aufbereiten lassen und somit immer mehr Müll produziert wird ohne das wir ein Endlager besitzen. Aktuell verdichten sich die Informationen das der Frachter an diesem Wochenende in Nordenham ankommen wird. Die leeren Castor Behälter sind wohl bereits gesichtet worden und obwohl der Frachter mit abgeschalteter Positionserkennung fährt wird er gesichtet und am AKW Biblis laufen die üblichen Vorbereitungen wie der Aufbau von Massenunterkünften für die Polizei… #covid_19 *hüstel* und ca 11.000 PolizistInnen zur Sicherung der Strecke – merkst du selber, Minister Seehofer, oder? Erwartet wird der Schienentransport zwischen Sonntag und Dienstag – aktuelle Informationen gibt es unter #castor2020#castor
Mahnwachen und Aktionen werden auf den Webseiten der AntiAtomInitiativen angekündigt. By the way: Gibt es das Anti-Castor-Bündnis Düsseldorf noch? (Das Foto ist vor einigen Jahren in Gorleben entstanden)
‚Schützt uns und nicht die Atomkonzerne‘ leider eine immer noch aktuelle Forderung. Aktuell sammeln sich Atomkraftgegner direkt vor der Zentrale von EON um die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft an den GAU von Fukushima zu erinnern.
Die von einem deutsch-japanischen Bündnis organisierte Demonstration richtet sich gegen den Weiterbetrieb aller AKW in Deutschland und die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren in Japan. Außerdem gegen die geplanten Atommüll-Exporte aus Jülich in die USA, den geplanten Verkauf der Urananreicherungsanlage in Gronau, gegen Castortransporte aus Garching ins Zwischenlager Ahaus – und nicht zuletzt: gegen die Ausgliederung der Atomsparte des in Düsseldorf ansässigen Eon-Konzerns als quasi „Bad Bank“.
Aus dem Aufruf: „Die von einem deutsch-japanischen Bündnis organisierte Demonstration richtet sich gegen den Weiterbetrieb aller AKW in Deutschland und die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren in Japan. Außerdem gegen die geplanten Atommüll-Exporte aus Jülich in die USA, den geplanten Verkauf der Urananreicherungsanlage in Gronau, gegen Castortransporte aus Garching ins Zwischenlager Ahaus – und nicht zuletzt: gegen die Ausgliederung der Atomsparte des in Düsseldorf ansässigen Eon-Konzerns als quasi ‚Bad Bank‘. “ Demo am Samstag, 14. März 2015 um 13 Uhr an der Eon-Zentrale (Nähe Nordstraße) – Infos findet ihr auf www.ausgestrahlt.de/demo-duesseldorf
Diesen Sonntag, 21.09.14, gibt es zeitgleiche Sonntagsspaziergänge am Forschungszentrum Jülich und am Zwischenlager Ahaus um gegen die Pläne der Atomindustrie – es sollen 152 Castoren mit hochradioaktivem Müll aus Jülich und 305 Castor-Behälter aus Ahaus in die USA verbracht werden – zu protestieren. Neben den Spaziergängen kann man sich auch schon mal mit der Umgebung vertraut machen 😉
Nach Bekanntwerden des Räumungsauftrages für die 152 Castoren aus dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) haben wir ja bereits gemeinsam mit vielen anderen NRW- und bundesweiten Anti-Atomkraft-Bündnissen und Umweltverbänden massive Proteste entlang der gesamten Strecke angekündigt. Zur Erinnerung: In Jülich lagern 152 Castoren mit hochradioaktivem Müll aus Brennelementen. Nach wie vor ist auch der Export nach Savannah River Site im Gespräch.
Züge rollen Dollars rollen Maschinen laufen Menschen schuften Fabriken bauen Maschinen bauen Motoren bauen Kanonen bauen Für wen?
Macht kaputt, was euch kaputt macht
Macht kaputt, was euch kaputt macht, Ton Steine Scherben
Woop-woop! That’s the sound of da police! Woop-woop! That’s the sound of the beast!
Stand clear! Don man a-talk You can’t stand where I stand, you can’t walk where I walk Watch out! We run New York
Sound of Da Police Lyrics, KRS-One
Wir gehen nicht, aber wenn wir gehen, dann gehen wir in Scheiben Entschuldigung, aber ich sagte: wir sind gekommen um zu bleiben.
Gekommen um zu bleiben Wir gehen nicht mehr weg Gekommen um zu bleiben
Gekommen um zu bleiben, Wir Sind Helden
Weißt du noch wie’s früher war? früher war alles schlecht der Himmel grau, die Menschen mies – die Welt war furchtbar ungerecht doch dann – dann kam die Wende: unser Leid war zuende hip hip hurra! alles ist super, alles ist wunderbar
Gestern ging es allen dreckig, heute geht es steil bergauf jeder hat 6 richtige, alle sind total gut drauf Europa, Asien, Afrika, Australien und Amerika: Friede, Freude, Eierkuchen, alle singen jajajaaaaa hip hip hurra! alles ist super, alles ist wunderbar hip hip hurra! alles ist besser als es damals war alle sind Freunde, alle sind happy, alle sind froh
Hurra, Die Aerzte
Whispering voices in my head sounds like they’re calling my name a heavy hand is shaking my bed I’m weaking up and I feel the strain
Widerstand im Wendland. Widerstand in Ahaus. Wir machen dem Atomstaat den garaus!
Komisch, der Name auf dem Schild kommt mir irgendwie bekannt vor… Naja, Namen kommen und gehen und deren TrägerInnen ändern im Prinzip doch nix, egal welcher „Farbe“ sie angehören. Schade eigentlich. An alle Menschen an der Castorstrecke: Passt bitte auf Euch auf!
Ach so – dies Foto ist damals direkt am Ortsausgang von Splietau entstanden – unmittelbar vor der Treckerblockade, quasi neben dem x-tausend mal quer Camp (dies ist jetzt in Gedelitz).
Erdbeben, Tsunami und jetzt droht auch noch eine nukleare Katastrophe. Alle Gedanken von uns sind gerade bei den betroffenen Menschen in Japan und natürlich auch bei den Angehörigen der Japanischen Gemeinde in Düsseldorf. Wir wollen den tausenden Opfern in Japan gedenken – aber auch eine klares Signal an die Bundesregierung schicken: Wir wollen einen schnellen und konsequenten Ausstieg aus der Atomenergie! Herr Röttgen, Frau Merkel und Co – was muß denn noch passieren? Whatever can go wrong, will go wrong – Diese Technologie ist ganz offensichtlich nicht beherrschbar und Murphys Gesetz gilt auch in Hochtechnologieländern!
Mahnwache Am Montag, 14. März wollen sich viele, viele Menschen zwischen 18.00 – 18.30 Uhr vor dem „Carschhaus“ / Heinrich-Heine-Platz zu einer Mahnwachen zusammenzukommen (Gruppe bei facebook). Organisiert wird die Mahnwache vom Anti-Castor-Bündnis Düsseldorf und ist Teil der bundesweiten Aktionen von „ausgestrahlt“…