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Osterholz bleibt. Bäume sind wichtiger als Abraum & Schutt.

Ein Spaziergang durch den Wald soll wirklich gesund und entspannend sein… und darum sind wir vor ein paar Tagen einfach mal in den Osterholz zwischen Haan und Wuppertal gefahren.

Zugegeben, es ging mir nicht ‚nur’ um die frische Luft im Wald – ich wollte mir selbst ein Bild von der Situation in dem durch Rodung bedrohten Wald machen. Dieser Mischwald soll seit 2019 auf einer Fläche von 5 Hektar innerhalb der Zusammenhängenden Waldfläche sowie zuzüglich 3,5 Hektar in einer Neuaufforstungen gerodet werden um Platz für eine Abraumhalde zu schaffen. Konkret soll hier der Aushub und Abraum des angrenzenden Steinbruchs aufgeschüttet werden… die Halden kann man bereits von den Waldwegen aus erkennen. Also Schutt statt Wald. Ernsthaft jetzt?! Kannst du dir nicht ausdenken :-/ Es ist für mich unbegreiflich wie in dee heutigen Zeit eine solche Maßnahme überhaupt genehmigt wird und wieso es keine Alternativen Lösungen angestrebt werden. Einen intakten Mischwald – mit zum Teil als Kompensationsflächen ausgewiesen Parzellen – soll zur Gewinnmaximierung eines privat Unternehmens gerodet werden. Die Lösung ist doch ganz einfach – die Politik muss die realen Kosten für die Schaffung einer identischen Waldfläche durch Renaturierungsmaßnahmen ansetzen. Schon werden andere Lösungen vi el ‚attraktiver‘ für die beteiligten Firmen. Kleiner Hinweis wofür ein Teil des abgebauten Kalks gebraucht wird … er wird in den Kraftwerken von RWE zur Rauchgasentschwefelung benötigt. RWE vernichtet nicht nur im rheinischen Braunkohlerevier durch ihre Tagebaue unwiederbringlich Ökotope und ganze Ökosysteme und betrachtet Menschen als Verschiebemasse – nein, auch hier sind sie an der Zerstörung von Biotopen mittelbar beteiligt.

Kurz zur Situation: Eine kleines Waldstücks wird seit über einem Jahr von einer Gruppe von AktivistInnen besetzt gehalten und sie schützen so, also durch ihre pure Anwesenheit, den Wald vor der Rodung. Wie man aber im #hambi oder im #danni gesehen hat können mit diesen Protestaktionen die Rodungen nicht wirklich verhindert werden… aber man kann sie verzögern und auch eine breite Öffentlichkeit erzeugt werden.

Es gibt rund um das kleine Hüttendorf einige Barrikaden – aber der Wald lässt sich natürlich frei betreten (also falls jetzt jemand Angst oder Bedenken haben sollte). Wenn man mit den BewohnerInnen sprechen möchte – einfach hingehen und fragen „warum es hier so schön ist“. Steht schließlich auf einem transpa 😉 Nicht wundern – es laufen gerettete Gänse zwischen den Hütten herum…

Auf der Webseite der Initiative https://osterholzbleibt.org/ könnt ihr euch über die Situation und die Hintergründe weiter informieren und auch die Termine für die Waldspaziergänge im Osterholz erfahren. Über den twitterkanal von @osterholzbleibt und @fhosterholz sowie @jederbaumzaehlt sowie die entsprechenden hashtags #osterholzbleibt und #jederbaumzaehlt bleibt ihr ebenfalls gut informiert – denn die Rodungssaison endet in wenigen Wochen… es ist aber zu befürchten das vorher noch Fakten geschaffen werden. Auch weil die Politik nicht handeln will.