Nikolaus. Engel. Kekse & Glühpunsch

Es hat Spaß gemacht, dem Nikolaus über die Schulter zu schauen – und ihm ein bisschen zu helfen. Manchmal merkt man, wie besonders ein Viertel ist, wenn man still am Rand steht und einfach eine Zeit zuschaut. So wie heute Abend, als der Nikolaus wieder auf dem Friedensplätzchen vorbeischaute – begleitet von zwei Engeln, die ihm mit viel Geduld, Wärme assistierten. Überall leuchtende Kinderaugen, Gedichte, Lieder – sogar in mehreren Sprachen. Kleine Gruppen aus der KiTa, Kinder aus der Nachbarschaft, neue Familien, die erst seit kurzer Zeit hier leben, darunter auch eine Familie aus Indien, die sich sofort aufgenommen fühlte. Dieses Viertel hat ein Talent dafür, Türen zu öffnen.

Ein großes Danke an alle, die diesen Abend möglich gemacht haben: an die Menschen, die organisiert, eingekauft, vorbereitet, aufgebaut und am Ende wieder abgebaut haben. An die, die Tüten gepackt, Waffeln gebacken und Glühwein gezapft und überall mit angepackt haben. Aber das Schönste war zu sehen, wie viel Gemeinschaft sich auf einem Platz versammelt.

Platz ist im … ähm … kleinsten Stiefel?!

…und im Kindergarten stehen die frisch geputzten Schuhe für den Nikolaus bereit – kleine Stiefel, bunte Turnschuhe, glitzernde Gummistiefel. Und mittendrin: ein winziger Mini-Stiefel von Willi Wichtel. Wer sonst würde sich heimlich dazwischenschummeln, um am Nikolausmorgen auch etwas abzubekommen?Was landet wohl im Mini-Stiefel von Willi Wichtel?

Unser Viertel wechselt in den Weihnachtsmodus

Es riecht wieder nach Weihnachten im Viertel. Nicht nach dem perfekten Katalog-Weihnachten, sondern nach unserem ganz eigenen Mix.
Richtig beginnt es für mich immer dann, wenn auf dem Friedensplätzchen der Weihnachtsbaum steht. Kein städtisches Event, keine große Bühne – einfach die Nachbar*innen-Initiative, die sich kümmert.
Es wird geschleppt, gerückt, diskutiert, ob die Lichterkette so oder lieber anders herum gehört… Und irgendwann steht er dann da, der Baum. Schief im Zweifel, aber unserer. Dieser Baum wird mit Lichtern, Sternen, Kleinigkeiten (die man nicht im Baumarkt bekommt) festlich geschmückt – dickes Danke an die Kinder bei uns im Viertel für die Bastelfreude.
Besonderheit: Auch das kleine Telefonhäuschen ist diesmal dekoriert 🙂

Und natürlich: Zu Nikolaus kommt wieder ein besonderer Gast auf dem Plätzchen vorbei. Manche wissen längst, wer. Andere tun so, als wüssten sie es nicht.

Wenn es nach mir ginge, stünde da längst auf dem Friedensplätzchen ein lebender Weihnachtsbaum, fest verwurzelt als Ersatzpflanzung, Jahr für Jahr wachsend mit dem Viertel. Aber die Bezirksvertretung 3 sieht das anders – warum auch immer. Manchmal ist es wohl leichter, jedes Jahr neu zu fällen, als einmal nachhaltig zu denken. Aber gut, die Diskussion heben wir uns für nach den Feiertagen auf.

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Musik verdient Respekt – und Künstlerinnen auch. Spotify den Stecker ziehen.

Ich mag Musik, wenn sie laut ist. Am liebsten live, irgendwo an der Bühne, Basswellen und verschwitztem Menschengedränge. Aber auch aus der Konserve – morgens in der Küche, abends im Garten, zwischendurch im Zug.

Nur eines möchte ich nicht: Künstler*innen ausbeuten, während ich ihre Songs höre. Kunst ist Arbeit. Arbeit verdient Respekt. Und Respekt heißt auch: faire Bezahlung.

Streaming ist bequem, klar. Aber einige Zahlen sind bitter. Ein paar tausend Streams, ein paar Euro. Millionen Streams, und trotzdem reicht es für viele nicht zum Leben. Wir hören Musik jeden Tag, wir leben mit ihr, sie trägt uns durch Wochen, Jahreszeiten, Lebensphasen – aber bei den Plattformen kommt davon kaum etwas bei den Menschen an, die sie erschaffen.

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Bilk hat keinen Bock auf rassistische Hetze! Am Montagabend war es vor den Bilker Arcaden wieder deutlich zu sehen und auch zu hören. Die Kundgebung, zu der Düsseldorf stellt sich quer aufgerufen hatte, war alles andere als eine ruhige Randnotiz. Schon vor Beginn der Veranstaltung der rechtsextremen AfD und FPÖ füllte sich der Vorplatz mit Nachbarinnen, Studierenden, Gewerkschafterinnen, Eltern mit Kindern, Menschen mit Fahnen, mit Transparenten & Schildern, Menschen Kochtöpfen usw. Protest muss laut sein. Rechtsextremismus entsteht nicht plötzlich, sondern er wächst, wenn man ihn gewähren lässt. Demokratie wird nicht nur an Wahlurnen verteidigt, sondern auf Plätzen, auf der Straße, vor Veranstaltungen wie dieser hier – überall dort, wo Menschen Haltung zeigen gegen rechte Demogogen.

Fledermäuse im Kino. Ein Abend für die heimlichen Superhelden der Nacht

Wer einmal eine Fledermaus in der Dämmerung beobachtet hat, kennt dieses besondere Gefühl: das lautlose Gleiten, das blitzschnelle Wenden, die Ahnung, dass die Nacht voller Geheimnisse steckt. Genau diese Atmosphäre fängt die Liveshow ein.

Am 28. November um 20 Uhr bringt das Team von Fledermaus NRW ihre nächtliche Welt auf die große Leinwand des UFA Palasts Düsseldorf. Tickets & wei6er Infos: www.ufa-duesseldorf.de/de/programm/1742141 Keine Fiktion, kein Grusel – sondern die tatsächlichen Geschichten jener Tiere, die über unseren Köpfen jagen, navigieren und sich im städtischen Dunkel behaupten.

Was die Besucherinnen und Besucher erwartet:
– Eindrückliche Bilder und Videoaufnahmen, die man sonst nie so nah zu sehen bekommt
– Persönliche Erlebnisse und Momente der Menschen, die mit und für Fledermäuse arbeiten
– Ein Infostand vor Ort, an dem man ins Gespräch kommen, Fragen stellen und mehr über den Schutz dieser Tiere erfahren kann

Ein Abend für alle, die wissen, dass zwischen Hinterhöfen, Parks und Waldresten mehr lebt, als wir bei Tageslicht erahnen. Und vielleicht auch ein Abend, der den Blick für das nächtliche Leben über unseren Köpfen ein wenig verändert.

Sonntag am Sündewäldchen – Zeigt, dass dieser Wald nicht allein ist.

Der Sündewäldchen bei Manheim steht wieder im Zentrum eines Konflikts, den wir längst überwunden glaubten. Während sich der Tagebau langsam an das letzte Stück Wald heranschiebt, wächst auch der Druck auf die Besetzer*innen und die beiden Mahnwachen, die seit Jahren versuchen, zu schützen, was von einer ganzen Landschaft noch übrig ist. Seit zwei Wochen gibt es eine neu gebaute Rampe direkt aus dem Tagebau, die unverkennbar in Richtung des verbleibenden Waldstücks zeigt. Im Umfeld des Waldes wurden in den letzten Tagen Hubsteiger, Gitter, Baustrahler, Radlader – ein Arsenal, das nur eine Botschaft hat: Die Räumung wird erwartet. Und bald. Umso wichtiger ist es jetzt, sichtbar zu sein.
Umso wichtiger ist es, nicht still zu bleiben.

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Wir werden euch vermissen

Es ist Herbst – die Blätter sind schön bunt oder schon matschig am Boden.
Und auch auf dem rheinischen Bauernmarkt hat die Jahreszeit gewechselt. Die letzten Tomaten, Gurken, Auberginen und Paprika sind verkauft, das Essen schmeckt nicht mehr nach Sommer, sondern mehr nach Erde…
Jetzt übernehmen Kürbis, Sellerie, Lauch und Rote Bete das Zepter. Wie mir Anne bereits gesteckt hat „In zwei Wochen gibt’s wieder Flower Sprouts!“ – dieses wunderbar eigenwillige Kind aus Rosen- und Grünkohl 🙂 Der Herbst ist nicht das Ende, sondern einfach ein anderer Geschmack von Fülle.