„Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat.“

Danke an die Brauerei Uerige für diese Bierdeckel. Nicht, weil sie belehren. Sondern weil sie erinnern. Daran, dass Toleranz kein bequemes Weglächeln ist. Kein „Lass mal laufen“. Danke dafür. Denn dieser Satz ist kein Wohlfühlzitat. Er ist eine Zumutung. Eine Aufforderung zum Denken.

Toleranz heißt nicht, alles durchzuwinken. Sie ist kein Schulterzucken und kein „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“. Toleranz beginnt dort, wo ich mir ernsthaft zutraue, mich irren zu können. Wo ich bereit bin zuzuhören, auch wenn es unbequem wird. Aber genau hier liegt auch ihre Grenze.

Denn Populisten und rechtsradikale Scharfmacher wollen keine Verständigung. Sie wollen Verschiebung. Sie nutzen den Begriff der Toleranz, um Intoleranz salonfähig zu machen. Sie fordern Respekt für Positionen, die andere Menschen herabsetzen, ausgrenzen oder bedrohen. Das ist kein Missverständnis – das ist Methode.

Tucholskys Satz erinnert daran, dass Toleranz auf Gegenseitigkeit beruht. Wer demokratische Grundwerte infrage stellt, wer Menschenrechte relativiert oder Feindbilder pflegt, verlässt diesen Raum. Nicht, weil wir intolerant wären, sondern weil Demokratie wehrhaft sein muss. Zweifel ja. Relativierung von Menschenwürde nein. Ich ziehe eine Grenze, wenn aus Meinung Hetze wird.

Haltung zeigen heißt nicht, immer Recht zu haben.
Haltung zeigen heißt, zu wissen, wofür man einsteht – und wogegen.

Autor: micha_koester

Ich bin Blogger, Kleingärtner und gerne auch politisch-bewegt.

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