
Ich fahre gerade zurück. Die Jacke klatschnass und der Hoodie feucht. Schuhe durchweicht. Stimme heiser. Wir haben nicht geschwiegen.
Demokratie passiert nicht nur im Parlament. Sie passiert auf der Straße.
Wer schweigt, stimmt zu. Und Düsseldorf hat heute nicht geschwiegen.
Montagabend in Garath. Regen. Dunkle Wolken. Und mehr als 12.000 Menschen, die sich entschieden haben, gegen rechtsradikale Hetze aufzustehen. Gegen den Auftritt von Björn Höcke im Kulturhaus Süd. Gegen rechte Demagogie. Gegen das schleichende Gewöhnen an Sprache und Ideologie, die unsere offene Gesellschaft angreifen.
Wehrhafte Demokratie ist kein Schlagwort aus einer beliebigen Sonntagsrede. Sie ist Praxis. Sie bedeutet, dass wir nicht warten, bis Gerichte entscheiden oder Parlamente debattieren. Sie bedeutet, dass wir selbst Verantwortung übernehmen, wenn rechte Demagogen versuchen, sich in unsere Viertel einzunisten.
Es gab Blockaden an den Aufgängen. Rangeleien. Gedränge. Eine gab einige leicht verletzte. Die Stimmung war angespannt – aber sie war vor allem eines: stabil. Tausende Menschen standen im Regen, klatschnass, durchnässt bis auf die Knochen, und haben versucht, Besucher*innen aufzuhalten. Nicht aus Lust am Krawall. Sondern weil sie nicht bereit sind, rechte Hetze als normales Abendprogramm durchgehen zu lassen. Die Veranstaltung konnte deutlich verzögert werden. Und das ist kein Detail. Das ist ein Signal. Düsseldorf stellt sich quer. Und zwar nicht symbolisch, sondern konkret.
Was heute sichtbar wurde, war eine Stadtgesellschaft (und Mensche aus dem Umland), die sich nicht spalten lässt. Gewerkschaften. Kirchen. Studierende. Nachbar*innen. Fortuna Fans. Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, unterschiedlichen Sprachen, unterschiedlichen Hintergründen – eine multikulturelle Antifa im besten Sinne: solidarisch, vielfältig, wach.













Es gab Blockaden an den Aufgängen. Rangeleien. Gedränge. Eine gab einige leicht verletzte. Die Stimmung war angespannt – aber sie war vor allem eines: stabil. Tausende Menschen standen im Regen, klatschnass, durchnässt bis auf die Knochen, und haben versucht, Besucher*innen aufzuhalten. Nicht aus Lust am Krawall. Sondern weil sie nicht bereit sind, rechte Hetze als normales Abendprogramm durchgehen zu lassen.
Danke ❤️
Ich bin jetzt 36 und mache solche Dinge erst seit ein paar Jahren. Ich habe bestimmt keinen Spaß daran, mich von Polizist*innen rumschubsen, schlagen und den Haaren ziehen zu lassen.
Ich kann will und werde nicht schweigen und still den Platz für Faschist*innen frei machen. Weil jemand es mit Gewalt oder Worten einfordert.
Wir dürfen ihnen nicht wieder Rosen auf den Weg streuen.
Nicht jeder hat die Möglichkeit sich zu widersetzen und quer zu stellen. Für all jene Menschen müssen wir da stehen.
Spaß hätte der andere Teil der Demo gemacht. Ein Fest der Demokratie, guten Laune und des Zusammenhalts.
Ich werde mich jederzeit wieder dafür entscheiden und lieber Faschist*innen blockieren als etwas tun was wirklich Spaß macht.
Irgendjemand muss es tun.