
Gestern Morgen, kurz vorm Kinderladen-Alltag, stand da plötzlich ein Karton unter einem Busch. Drin: ein kleiner Mauersegler. Offensichtlich aus dem Nest gefallen. Daneben ein paar Körner – gut gemeint, aber für einen Insektenfresser ziemlich nutzlos. Also einmal kurze Lagebesprechung unter Eltern. Was tun? Für mich war schnell klar: „Die Natur wird das schon regeln“ ist für mich keine Option. Mauersegler sind keine Vögel, die am Boden eine zweite Chance bekommen. Wenn sie dort landen, haben sie ein Problem – und zwar ein ziemlich akutes.
Der Kleine war noch nicht flugfähig, das Gefieder nicht fertig entwickelt. Und: Die Eltern füttern am Boden nicht weiter. Heißt im Klartext: Ohne Hilfe endet das hier nicht gut. Also erste Hilfe. Vorsichtig etwas Wasser angeboten – und siehe da: Er trinkt selbst. Hab eine kleine Höhle aus meinen Händen geformt damit er wärmer wird und sich geschützter fühlt. Erfolgreich, der kleine Mauersegler wird etwas wacher und es kommt mehr Leben in das kleine Federknäuel. Parallel dazu: Telefonate. NABU, Wildtierhilfe, Menschen, die vielleicht jemanden kennen, der sich auskennt. Eine Mutter hat sich beraten lassen und Heimchen organisiert – wollte er allerdings nicht.
Am Ende führte die Spur über den Tiernotruf zum Tierheim Düsseldorf. Die erste Info am Telefon: Plätze sind knapp. Was nicht überrascht, wenn man hört, was dort gerade los ist. Also: ab in einen passenden Karton mit Dämpfung und Tuch als Isolation und dann ab in Richtung Rath.

Unser kleiner Fund ist kein Einzelfall. Im Gegenteil. Über 170 junge Mauersegler sind in der Hitzeperiode im Juni bereits im Tierheim gelandet. Wenn sich die Nester unter Dächern und in Mauerspalten aufheizen, wird es für die Jungvögel schlicht zu heiß. Sie rutschen Richtung Einflugloch, suchen Abkühlung – und stürzen dabei ab. Okay, unser Mauersegler ist wohl aus einem anderen Grund aus dem Nest gefallen.
Im Tierheim läuft dann ein eingespieltes Programm: kurzer Check, erste Versorgung, dann ab in den Inkubator. Auch unser kleiner Patient wurde direkt aufgenommen, gefüttert und untergebracht. Jetzt hat er erstmal Ruhe, Wärme und eine echte Chance. Ohne Einrichtungen wie das Tierheim Düsseldorf würde das hier ganz anders ausgehen. Dort sitzen nicht nur Mauersegler, sondern auch Rotkehlchen, Tauben, eine angeschossene Taube (Softball oder Luftgewehr), Krähen usw. – sogar eine Möwe ist dabei. Alle werden versorgt, gefüttert, behandelt und später wieder in die Freiheit entlassen. Mit einem Aufwand und einer Expertise, die man leicht übersieht, solange man nicht selbst mit so einem Karton unterm Arm dort steht.
Deshalb der Hinweis: Wenn ihr einen Mauersegler am Boden findet – bitte nicht einfach liegen lassen und auch nicht in die Luft werfen. Die Tiere brauchen gezielte Hilfe. Gute Infos dazu gibt es hier: wildvogelhilfe.org
eine echte Empfehlung.
Diese Fälle sind gerade kein Ausnahmezustand, sondern fast schon Alltag. Und sie zeigen ziemlich deutlich, wie sehr extreme Wetterlagen selbst in der Stadt durchschlagen. Wir brauchen für die Hitzeperioden valide Lösungen und dies schnell.



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