
Manchmal stolpert man über gute Ideen, ohne danach gesucht zu haben. In Liedberg gibt es einen gelben Kaugummi-Automaten der statt Kaugummi oder Plastiknippes einem Blütenvielfalt anbietet. Ein Bienenfutterautomat.
Die Idee ist so einfach wie gut: Für ein paar Cent zieht man eine Kapsel, sät später die enthaltenen Samen oder Krokusknollen aus – und plötzlich passiert etwas. Auf Balkonen, in Baumscheiben, im Vorgarten usw 😉 Mit jedem Kauf fließt zudem ein kleiner Beitrag in die Nachhaltigkeitsbildung des gemeinnützigen Bienenretter-Projekts. Lernen, säen, wachsen lassen.
Inzwischen stehen diese Automaten an über 400 Orten in Deutschland. Ein bundesweites Non-Profit-Netzwerk aus Vereinen, Kommunen und engagierten Privatpersonen trägt das Projekt. Die Automaten sind Unikate, manche mit Dellen und Kratzern aus Jahrzehnten Straßendienst – ein Stück Alltagskultur mit zweitem Leben. Gelb, auffällig, nicht zu übersehen.
Und während ich davorstand, dachte ich: Warum eigentlich nicht auch bei uns im Viertel und der Stadt? Konkret am Rheinufer in Hamm oder Itter. Im Volksgarten. Am Merkurspielplatz. Im Sternwartpark. Überall dort, wo Menschen vorbeikommen, stehen bleiben, neugierig werden. Wo Kinder spielen, Erwachsene lesen, Gespräche entstehen. Ein kleiner Automat als Einladung, die Stadt ein bisschen freundlicher zu den ganzen Bestäubern zu sein. Optimismus kann manchmal genau so aussehen.