
Es war der letzte Elternabend vor den Sommerferien – und damit für uns auch der letzte sic! (Wie die zeit vergeht) Die Zeit im KiLa Bilk geht bald zu Ende und die Grundschule klopft schon zum zweiten Mal an. Ein guter Moment, um zu merken, zu spüren, was dieses Modell eigentlich mit einem macht.
Vorab. Ein Kinderladen ist keine „Dienstleistung“, die man bucht, sondern ein Ort, den man gemeinsam trägt. Eltern sind nicht nur zahlende Kundschaft, sondern Teil eines Vereins, einer Gemeinschaft, die den Alltag der Kinder aktiv mitgestaltet. Es gibt Elternabende, Arbeitsdienste, Putzlisten, spontane Hilfe, wenn etwas klemmt – und genau das erzeugt Nähe. Man lernt die anderen Familien wirklich kennen, nicht nur aus der Tür-zu-Tür‑Übergabe. Man diskutiert, streitet manchmal, findet Lösungen, lacht, sitzt abends zusammen. Die Einrichtung wird zu einem Stück Alltag, das man mitträgt, statt es nur „in Anspruch“ zu nehmen.
Ja, Kinderladen heißt auch monatliche Treffen, Dienste wie Putzen, Einkaufen, Reparieren und auch Mithilfe in der Küche oder bei Ausflügen, Lesepatenschaften usw. Das ist Teilhabe, auch Chaos, oft Improvisation – und eine Form von Gemeinschaft, die man in klassischen Strukturen selten findet. Man wächst da nicht nur als Kind, sondern auch als Erwachsene*r hinein. Das kann anstrengend sein – bedeutet aber auch ziemlich viel Nähe, Austausch und Teilhabe. Man kennt sich, man trägt Verantwortung, und man entscheidet gemeinsam, wie der Laden laufen soll.
Aber es gibt dann auch die zahlreichen Abende am Lagerfeuer, Sommerfeste mit Zelten über zwei Tage, Väter, die mit den Kindern mehrere Nächte im Zelt verbringen, gestalten von Räumen & gemeinsames gärtnern, Wände streichen oder eine Matschküche aus Paletten bauen. Es ist oft improvisiert, nicht immer perfekt, manchmal anstrengend – aber sehr lebendig. Man erlebt, wie Kinder in einem Netz aus Beziehungen groß werden, das aus mehr als nur zwei Erwachsenen besteht.
Trotz aller Extraarbeit würde ich mich jederzeit wieder für einen Kinderladen entscheiden. Weil dort diese Teilhabe kein Schlagwort ist, sondern gelebter Alltag. Weil man nicht nur einen Platz für sein Kind hat, sondern einen gemeinsamen Ort. Und weil Pädagogik, Gemeinschaft und Stadtteilleben hier ineinandergreifen.
Wenn nach diesem letzten Elternabend die Grundschule anklopft, merkt man: Es war wirklich mehr als „eine Betreuungseinrichtung“. Es war ein Stück Kindheit und ein Stück Gemeinschaft, das man so schnell nicht vergisst. Es war eine schöne Zeit. Danke.
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