
Ich war heute im besetzten Sündewäldchen bei Manheim, am Rand des Tagebaus bei Buir. Ein Ort zwischen Hoffnung und Widerstand – zwischen dem, was bleibt, und dem, was noch verteidigt werden muss.
Seit Beginn der neuen Rodungssaison rechnen die Aktivist*innen jederzeit mit der Räumung. Ein Großteil des Waldes wurde im Frühjahr bereits von RWE gerodet. Nur die Bereiche, die von Menschen geschützt werden – durch Baumhäuser, Seiltraversen und Mut – stehen noch.
Doch dieser Wald ist mehr als ein Restwald. Er ist lebendig. Er ist vernetzt. Und er ist wichtig. Das Sündewäldchen bildet den Trittstein zwischen dem Hambacher Forst und der Steinheide – ein zentraler Bestandteil der Biotopvernetzung, die in Zeiten des Artensterbens und der Klimakrise wichtiger ist denn je.
Was hier passiert, ist ein Kampf um mehr als ein Stück Land. Es geht um Haltung, um Verantwortung, um die Frage, ob wir aus den Fehlern der letzten Jahrzehnte etwas gelernt haben. Dass RWE hier weiter roden will – jetzt für Sand und Kies – ist nichts anderes als ein ökologischer Irrsinn. Und doch: Die Menschen hier geben nicht auf. Sie halten durch. Neben der Besetzung gibt es zwei Mahnwachen, an denen täglich Informationen geteilt, Gespräche geführt und Spenden gesammelt werden. Jeden Sonntag um 12 Uhr lädt der Waldpädagoge Michael Zobel und Eva Töller zum Spaziergang ein – zum Hinschauen, Verstehen, Vernetzen.
Das Sündewäldchen ist mehr als ein Ort – es ist ein Symbol dafür, dass Widerstand lebt. Solange hier noch jemand ausharrt, solange noch Tee gekocht und es Pfannekuchen gibt (danke dafür), solange hier Stimmen laut werden, ist der Wald nicht verloren.
Sündewäldchen bleibt. Weil wir ihn brauchen – und weil Aufgeben keine Option ist.


