Feiern mit Kollateralschäden. Wie wäre es mit passenden Warnhinweisen wie bei Zigaretten?

Feuerwerk wird verkauft wie ein harmloses Spielzeug. Die Schäden tauchen danach auf – in Notaufnahmen, bei Tierärzt:innen, auf Straßen, in Gärten, in Tierheimen. Aus dem Blickfeld. Aus dem Gespräch.

Wie wäre es, wenn wir Silvester endlich so behandeln würden wie das, was es ist: ein Hochrisikotag? Nicht mit Verbotsschildern, nicht mit moralischem Zeigefinger – sondern mit Ehrlichkeit.

Zigarettenpackungen dürfen seit Jahren zeigen, was sie anrichten. Schwarze Lungen, kaputte Herzen, Warnhinweise, die man nicht mehr wegignorieren kann. Nicht, weil der Staat Spaß am Schock hat. Sondern weil Verharmlosung tödlich ist.

Und jetzt schauen wir auf Silvester. Auf die Rakete in der Hand. Auf den Böller im Hinterhof. Auf das „wird schon gutgehen“. Wie sähe eine Feuerwerksverpackung aus, die dasselbe Prinzip ernst nimmt? Kein buntes Stadtpanorama. Kein „Family Fun“. Sondern ein nüchternes Foto aus der Unfallchirurgie. Eine Hand mit fehlenden Fingern. Ein Röntgenbild, auf dem Metallreste da sitzen, wo vorher Knochen waren. Dazu ein Satz, sachlich, unaufgeregt:

„Feuerwerk verursacht jedes Jahr tausende Verletzungen. Hände verlieren ist keine Ausnahme.“

Oder ein anderes Motiv:
Ein Kinderzimmerfenster. Splitter im Rahmen. Daneben:

„Schall, Druck und Splitter stoppen nicht an Grundstücksgrenzen.“

Oder ganz still:
Ein leerer Tiertransportkorb.
Text:

„Panik kennt keine Tradition.“

Keine Effekthascherei. Kein Blut. Keine Sensationslust. Nur die Konsequenzen, die heute konsequent ausgeblendet werden. Denn das ist der Kern des Problems:Nicht Freiheit gegen Verbot. Nicht Spaß gegen Spaßbremse.
Sondern Marketing gegen Realität.

Ein Warnbild würde nichts verbieten. Es würde nur sagen: Schau hin. Bevor du zündest. Nicht danach. Vielleicht würden manche trotzdem kaufen. Wie bei Zigaretten auch. Aber vielleicht würde das „Ach komm, stell dich nicht so an“ ein kleines bisschen leiser.
Gewohnheiten darf man infrage stellen. Gerade zum Jahreswechsel.

Autor: micha_koester

Ich bin Blogger, Kleingärtner und gerne auch politisch-bewegt.

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